Das Problem des Felssturzes im Gewann Zuckerberg ist noch nicht gelöst. Foto: Iris Frey

Die Gutachter beim Felssturz-Problem am Zuckerberg waren in diesem Jahr ein zweites Mal vor Ort. Einen Termin für die Vorstellung der Ergebnisse im Gemeinderat gibt es noch nicht.

Bad Cannstatt - Das Problem des Felssturzes im Gewann Zuckerberg ist noch nicht gelöst. Im Januar waren die Untersuchungen durch die Gutachter gestartet. Jetzt waren sie kürzlich noch ein zweites Mal vor Ort, wie Ulrike Schuler vom Amt für Stadtplanung und -stadterneuerung auf Nachfrage erklärt. Die Ergebnisse werden in Kürze verwaltungsintern besprochen, so Schuler. Ein Termin zur Vorstellung in den Ausschüssen stehe noch nicht fest.

Vor zwei Jahren war es, wie berichtet, in den Weinbergen im Gewann Zuckerberg in der Hofener Straße zu einem Felssturz gekommen. Bei Wengerter Karl-Heinz Bauer hatten sich im Weinberg etwa rund 20 Kubikmeter Felsgestein gelöst und hatten Weinstöcke und Weinbergmauern begraben. Bei dem Felssturz Ende Februar 2016 waren auch Felsbrocken in die angrenzenden Weinberge gefallen. Verletzt wurde niemand. In der Folgezeit war es immer wieder zu Gesteinsabgängen gekommen, auch in den benachbarten Grundstücken, die allesamt zum Biotopverbund der Stadt Stuttgart gehören.

Mit einer speziellen Mess-App im Handy wurde das Gestein ausgemessen

Der Gemeinderat hatte im vergangenen Jahr beschlossen, dass ein Gutachten erstellt wird. Im betroffenen Gebiet sind auch Weinberge, die der Stadt gehören. Daraufhin hat das Stadtplanungsamt Fachleute beauftragt, die im Januar erstmals vor Ort waren. Auch mit Drohnen-Aufnahmen wurde das Gebiet untersucht. Der Drohnenflug hatte im Dezember vergangenen Jahres stattgefunden. Dabei wurden die ganzen betroffenen Bereiche vom städtischen Weingut bis zum Grundstück von Karl-Heinz Bauer abgeflogen. Die Fotos werden ausgewertet. Und daraus wird eine grobe Einteilung der Bereiche mit den unterschiedlichen Witterungszonen erstellt. Auch werden die unterschiedlichen Verwitterungsgrade des Gesteins festgestellt. Auch gab es Felsuntersuchungen vor Ort. Mit einer speziellen Mess-App im Handy wurde das Gestein ausgemessen und mit Hammerschlag auf die Zerfallsbeständigkeit geprüft.

Die Gutachter nehmen bei ihren Untersuchungen die Schichtung unter die Lupe, das heißt, die horizontalen Trennflächen und die Klüfte, die vertikalen Trennflächen. Alles wird genau vermessen, auch die Überhänge angeschaut. Am Ende der Untersuchungen steht eine sogenannte Lagekugeldarstellung. Mithilfe des Gutachtens soll eine Risikobewertung gemacht werden für das Gebiet.

Auch das Wetter spielt dabei eine Rolle. So wird der Verwitterungsgrad des Gesteins angeschaut, wie es sich verhält, ob es witterungsanfällig ist und was bei Niederschlag, Frost-Tau-Wechsel passiert“, erklärte Gutachter, Diplomingenieur Oliver Bernecker. Wenn das Gutachten fertig ist, soll es in den gemeinderätlichen Gremien vorgestellt werden. Die betroffenen Wengerter erhoffen sich bei dem Problem Hilfe von der Stadt. Mithilfe des Gutachtens soll ein Sicherungskonzept erstellt werden.

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