Viele Hausträume platzen. Aus der Blase am Immobilienmarkt dürfte die Luft dagegen nur langsam entweichen, meint Wirtschaftsredakteurin Barbara Schäder.
Die Kombination aus hohen Baukosten und steigenden Zinsen lässt so manchen Traum vom Eigenheim platzen. Auch im Mietwohnungsbau werden Projekte abgeblasen. Dass in diesem Jahr 400 000 neue Wohnungen entstehen – wie von der Bundesregierung angestrebt – scheint mittlerweile illusorisch. Damit schwindet die Hoffnung von Kaufinteressenten und Wohnungssuchenden auf eine größere Auswahl.
Wahrscheinlich ist allerdings, dass auch die Nachfrage zurückgeht. Denn die Zinsen für Immobilienkredite dürften weiter zulegen. Auch das Vorhaben, in eine größere Mietwohnung umzuziehen, wird angesichts der rasant steigenden Energie- und sonstigen Lebenshaltungskosten so mancher überdenken.
Ein Einbruch der Immobilienpreise bleibt unwahrscheinlich
Ob und wie stark dadurch die Immobilienpreise sinken, ist noch unklar. Auch wenn sich noch weniger Menschen einen Hauskauf werden leisten können, kann es sein, dass die verbleibende Nachfrage das Angebot weiter übersteigt. Gerade in gefragten Lagen werden sich wohl auch künftig mehrere Bieter um Häuser und Baugrundstücke bewerben – so dass sich hohe Preise weiterhin durchsetzen lassen. In Gegenden mit niedrigen Durchschnittseinkommen und vergleichsweise viel Leerstand ist dagegen ein Preisrückgang wahrscheinlich.
Dramatisch würde es, wenn eine große Zahl von Immobilienbesitzern ihre Kredite nicht mehr bedienen könnte. Allerdings gehören die Neuerwerber der vergangenen Jahre wegen der damals schon hohen Preise nicht zu den Ärmsten. Die größere Gefahr sind Mietausfälle. Auch deshalb muss dringend eine Antwort auf die hohen Energiekosten her.