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Die Sommerzeit hat zum erwarteten Anstieg der Arbeitslosenquote geführt. Bei den Ausbildungsplätzen sind nach wie vor gut 800 Stellen nicht besetzt.

Die Ferienzeit führt erwartungsgemäß auch im Rems-Murr-Kreis zu einer Flaute auf dem Arbeitsmarkt: Schon im Juli hatte es einen Anstieg gegeben, im August nahm die Zahl der Arbeitslosen erneut um 363 Personen zu. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 4,6 auf 4,8 Prozent.

 

Für die Leiterin der Waiblinger Agentur für Arbeit, Christine Käferle, ist der Anstieg nicht überraschend. „Einige schulische und betriebliche Ausbildungen enden bereits im Juli, andere erst im August. Wer keine nahtlose Anschlussbeschäftigung hat, meldet sich in dieser Zeit arbeitslos“, ordnet sie die Zahlen ein.

Viele Betriebe stellen erst nach der Ferienzeit neue Leute ein

Viele Betriebe würden erst nach der Sommerpause wieder einstellen, auch Weiterbildungen starten oftmals erst mit Schulbeginn. Daher erhöht sich die Arbeitslosigkeit in den beiden Sommermonaten vorübergehend und flacht erfahrungsgemäß anschließend wieder ab.

Deshalb hofft Christine Käferle trotz der derzeitigen Konjunktur auch dieses Jahr auf eine ähnliche Entwicklung. In den vergangenen vier Wochen meldeten sich kreisweit insgesamt 966 Männer und Frauen nach der Beendigung ihres Beschäftigungsverhältnisses arbeitslos. Im gleichen Zeitraum konnten 670 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung beenden, 384 weitere begannen mit einer Aus- oder Weiterbildung.

Insgesamt sind bei der Waiblinger Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Rems-Murr Ende August 11.798 Personen arbeitslos gemeldet. Davon werden 6376 Arbeitslose vom Jobcenter betreut, während 5422 Personen bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet sind.

Mit der aktuellen Entwicklung liegt der Rems-Murr-Kreis gleichauf mit Baden-Württemberg. Auch landesweit nahm die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte zu und liegt derzeit auf 4,7 Prozent.

Wie bereits im Juli dieses Jahres waren im August verstärkt unter 25-Jährige vom Eintritt in die Arbeitslosigkeit betroffen. Ihre Zahl stieg im Bezirk der Waiblinger Agentur für Arbeit in den vergangenen vier Wochen auf 1056 Personen. Die anhaltende Beeinträchtigung des Arbeitsmarktes durch die schwache Konjunktur zeigt sich vor allem im Vorjahresvergleich: Im August letzten Jahres waren im Rems-Murr-Kreis 10 753 Personen arbeitslos gemeldet, die Quote lag bei 4,4 Prozent.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitenden bewegt sich mit 457 neuen Stellenmeldungen leicht über Vormonatsniveau . Insgesamt stehen Arbeitsuchenden auf der Jobbörse der Agentur für Arbeit unter www.arbeitsagentur.de/jobsuche derzeit über 2500 Stellenangeboten aus dem Rems-Murr-Kreis zur Verfügung.

2500 offene Stellen gibt es aktuell im Rems-Murr-Kreis – und 800 nicht besetzte Ausbildungsplätze. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Auch wenn das Ausbildungsjahr offiziell zum 1. September startet, suchen Unternehmen nach wie vor Auszubildende, die noch in diesem Jahr beginnen möchten. „Allen, die noch auf der Suche sind, möchte ich mitteilen: Es ist noch nicht zu spät! Bis zum Jahresende ist in den meisten Ausbildungen noch ein Einstieg möglich. Derzeit sind bei uns noch über 800 freie Ausbildungsstellen aus dem Rems-Murr-Kreis für 2025 gemeldet“, weist Käferle hin. Sie rät allen, die noch keine passende Ausbildung gefunden haben, sich umgehend mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit in Verbindung zu setzen.

Am 17. September gibt es in Waiblingen eine Last-Minute-Lehrstellenbörse

Zusätzlich zu den regulären Beratungsmöglichkeiten bietet die Waiblinger Agentur für Arbeit am 17. September eine Last-Minute-Ausbildungsstellenbörse an. Zwischen 13 Uhr und 17 Uhr gibt es die Möglichkeit in der Mayenner Straße 60 ganz spontan und ohne Anmeldung mit Unternehmen, die für 2025 noch Ausbildungsplätze zu besetzen haben, ins Gespräch zu kommen und sich Bewerbungstipps von Profis abzuholen.