Die Mehrheit im Bezirksbeirat fordert einen neuen Verkehrsversuch im Bereich Steiermärker Straße. Aber die Stadt will an der momentanen Regelung festhalten. Foto: Georg Friedel

Die Verkehrsführung an der Steiermärker Straße und eine behördliche Anordnung führen zu Kontroversen im Ausschuss für Technik und Umwelt. Der Verkehrsversuch soll dennoch in eine dauerhafte Lösung überführt werden.

Feuerbach - Beim Dauerbrenner-Thema „Steiermärker Straße“ wollte Baubürgermeister Matthias Hahn bei den Stadträten keine falschen Erwartungen wecken: „Es war ein Verkehrsversuch und nun ist es eine dauerhafte Lösung“, sagte er am Dienstag im Ausschuss für Umwelt und Technik. Es handle sich um „eine verkehrsbehördliche Anordnung aus Sicherheitsgründen“, über die der Gemeinderates nicht zu entscheiden habe.

Also alles gesagt? Mitnichten. Verkehrsplaner Stephan Oehler erläuterte, warum der Verkehrsversuch in eine dauerhafte Regelung überführt wurde. „Das ist die beste Lösung, die wir seit 15 Jahren haben“, sagte Oehler. Die Zählungen hätten ergeben, dass der Verkehr sowohl im östlichen wie im westlichen Bereich der Steiermärker Straße merklich abgenommen habe. Auch in den angrenzenden Straßen seien teilweise weniger oder ähnlich viele Autos wie vor dem Versuch gezählt worden. Zudem habe sich der Anteil der Falschfahrer von 21 auf 2 Prozent reduziert.

Oehler verwies auch auf den Bebauungsplan von 1981. Dort sei festgehalten, dass mit der Inbetriebnahme des B-295-Tunnels die Steiermärker Straße zu einem verkehrsberuhigten Bereich umgewandelt werden solle. Dennoch streiten die Feuerbacher seit der Tunnel-Eröffnung im September 1995 über die Grundsatzfrage, wie der Verkehr durch die direkt über dem Tunnel verlaufende Steiermärker Straße geführt werden soll.

Knappe Mehrheit im Bezirksbeirat

Zuletzt hatte eine knappe Mehrheit im Bezirksbeirat dafür votiert, die jetzige Einbahnstraßenregelung zu beenden und stattdessen einen neuerlichen Verkehrsversuch zu starten. CDU, FDP und Freie Wähler hatten beantragt, die westliche Steiermärker Straße in beide Fahrtrichtungen zwischen Salzburger Straße beim Vogel-Ei, also bei den Vogel-Garagen, und der Linzer Straße befahrbar zu machen.

Außerdem sollte im Kreuzungsbereich der Steiermärker/Linzer Straße aus Richtung Kerschensteinerschule das Fahren in alle drei Richtungen gestattet werden. Würde diese Regelung umgesetzt werden, müsste der verkehrsberuhigte Bereich vor der Feuerbacher Festhalle zurückgebaut werden, da die neue Lösung zu mehr Verkehr führen werde, sagte Oehler.

Dies lehnte SPD-Stadträtin Roswitha Blind rundweg ab: „Wir von der SPD geben nicht zig Millionen Euro für einen Tunnel aus, damit auf der Straße darüber alles beim Alten bleibt.“ Im Übrigen wundere sie sich über den Vorstoß der Mehrheit im Feuerbacher Bezirksbeirat, die Straße öffnen zu wollen. Denn dadurch werde weiterer externer Verkehr angezogen. Die jetzige Lösung habe zu einer merklichen Entlastung geführt und sei daher „absolut überzeugend“, zog Blind ein positives Fazit.

Kritik am Verfahren

Auch Gabriele Munk (Grüne) plädierte dafür, die jetzige Regelung beizubehalten: In dieser verkehrsberuhigten Zone solle schließlich später einmal der Schulcampus realisiert werden: „Da muss man auch an die Sicherheit der Kinder denken.“ Philipp Hill (CDU) forderte, dass die Verwaltung eine detailliertere Begründung der Anordnung vorlege. Ihn würde auch der zeitliche Ablauf, der Austausch von Mails und internen Aktenvermerken zwischen den Behörden interessieren.

Gleichzeitig kritisierte Hill die Haltung von Roswitha Blind und sagte, die SPD-Stadträtin solle nicht der Mehrheit im Feuerbacher Bezirksbeirat unterstellen, dass diese keine redlichen Absichten verfolge. Es gehe auch darum, den Verkehr im Wohngebiet so zu leiten, dass die Anwohner nicht ständig mit der Kirche um das Dorf fahren müssten.

Auch Matthias Oechsner (FDP) kritisierte das Verfahren. „Das ist unglücklich gelaufen.“ Er könne nicht nachvollziehen, dass man das Votum des Bezirksbeirats nun komplett übergehe. Deshalb hätte er es besser gefunden, einen weiteren Verkehrsversuch durchzuführen und erst danach nach einer passenden Dauerlösung zu suchen. Joachim Fahrion (Freie Wähler) forderte ein Gesamtverkehrskonzept für den Stadtbezirk: „Die Feuerbacher haben große Probleme mit den vielen Einbahnstraßen.“ Deshalb sollte über das Thema im Zuge der veränderten B-295-Verkehrsführung weiter diskutiert und gesprochen werden.