Steelers sind heiß auf den Titel Trainer Gaudet will Geschichte schreiben

Von Joachim Klumpp 

Bietigheims Trainer Kevin Gaudet geht zum Saisonende – mit dem Titel? Foto: Baumann
Bietigheims Trainer Kevin Gaudet geht zum Saisonende – mit dem Titel? Foto: Baumann

Der Eishockeyclub SC Bietigheim-Bissingen steht wieder im Finale um die Zweitliga-Meisterschaft. Und Trainer Kevin Gaudet will zu seinem Abschied noch mal den Titel holen.

Bietigheim - Es ist noch nicht Silvester, doch in Bietigheim heißt es: Same procedure as every year. Ja, die Steelers stehen im Finale, zum fünften Mal schon in den vergangenen sechs Jahren strebt der SC Bietigheim-Bissingen den Titel an. Geschäftsführer Volker Schoch: „Das haben noch nicht viele Vereine geschafft und ist sicher ein Saisonhöhepunkt.“ Wenn auch ein Muster ohne Wert. Denn aufsteigen kann der Zweitligameister nicht. Ein Ärgernis im deutschen Eishockey. Und weiter „ein heißes Thema“, so Schoch.

Aller guten Dinge sind drei? Nach zwei gescheiterten Versuchen haben die Zweiligisten einen dritten (und letzten) Anlauf unternommen, um in Kooperation mit der DEL 1 von der Saison 2019/20 endlich wieder einen sportlichen Aufsteiger zu bekommen. Die Mindestanzahl von sechs Vereinen hat die Unterlagen fristgerecht eingereicht – mit den geforderten Bürgschaften von 860 000 Euro pro Club sowie dem Nachweis geeigneter Spielstätten. Der Rest liegt in der Hand der Prüfungskommision. Schoch: „Wir hoffen, im Laufe des Monats einen positiven Bescheid zu bekommen.“ Der wäre langfristig fast noch wichtiger als der Titel, doch der Manager weiß auch so: „Die Spieler wollen gewinnen“ – auch gegen den SC Riessersee.

Gegen Riessersee auf Augenhöhe

Der Traditionsclub hatte in der Punkterunde am Ende knapp die Nase vorne und geht deshalb mit dem Heimvorteil in die Best-of-five-Serie, die am Freitag im altehrwürdigen Olympiastadion von Garmisch-Partenkirchen beginnt (das erste Heimspiel steigt dann am Sonntag, 17 Uhr). „Es ist ein Duell auf Augenhöhe“, meint Schoch, nachdem beide Teams gleichviel Spiele auf dem Buckel haben und zuletzt auch mit ähnlichen Verletzungssorgen zu kämpfen hatten. Aktuell fallen bei Bietigheim noch vier Spieler aus, „in der Serie kann noch der ein oder andere zurückkommen“, so Schoch.

Der SC Riessersee hat als Kooperationspartner von Red Bull München im Laufe der Saison auch von der einen oder anderen Verstärkung aus dem Oberhaus profitieren können, nachdem RB aber derzeit selbst im DEL-Finale um den Titel kämpft, dürfte eine solche Hilfestellung ausfallen. Aber der Gegner profitiert auch von einem guten Kader und Trainer, dem Finnen Toni Söderholm. Bei den Steelers feiert dagegen Kevin Gaudet seinen Abschied, am liebsten mit dem Titel. „Er hat hier in gut sechs Jahren Unglaubliches geleistet“, lobt der Geschäftsführer – trotz der Trennung. „Alles hat seine Zeit. Wir müssen uns neuen Themen widmen“. Die da lauten: Verjüngung des Kaders einhergehend mit einer weiteren Konsolidierung des Drei-Millionen-Euro-Budgets, um für die nächsten Herausforderungen gerüstet zu sein: Sprich den Sprung in die DEL.

Neuer Trainer bis Mitte Mai

Gaudet setzte vor allem auf erfahrene Akteure, dieser Prozess soll jetzt modifiziert werden, „wobei wir alle Leistungsträger halten wollen“, wie Schoch betont. Fans und Sponsoren erwarten sportlichen Erfolg. Schließlich kamen allein in der Hauptrunde im Schnitt 2900 Zuschauer. „Wir sind in der Endauswahl“, sagt Schoch zur Trainersuche – die soll spätestens Mitte Mai abgeschlossen sein, wobei der Neue in große Schlittschuhe tritt und den Druck aushalten muss, den sein Vorgänger sportlich aufgebaut hat. Gaudet will mit seinem dritten Titel Geschichte schreiben und hätte gerne in Bietigheim weitergemacht. Nun will der Kanadier in Deutschland bleiben – und wartet auf eine neue Chance in der nächsten Saison.

Dann steht in der Egetrans-Arena wohl Erstligasport an, wenn auch nicht im Eishockey. Aber die Handballer der SG BBM stehen vor dem Aufstieg und teilen sich die Halle mit den Steelers. „Das klappt bisher gut“, sagt Schoch, der die Doppelnutzung als eine „regelbare Herausforderung“ betrachtet. Und vielleicht auch als Anreiz, es den Handballern nachzumachen.

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