Wandern, Radfahren und Albtrauf, Modelleisenbahnen, Staufer und Kultur: An zwei Stellen werben der Kreis und die Stadt Göppingen auf der Reisemesse CMT in Stuttgart für die gemeinsamen Stärken. Foto: StZ

Der Kreis und die Stadt Göppingen werben auf der CMT, wie üblich, an verschiedenen Stellen. Wie es im Tourismusmarketing weitergeht, ist indes noch noch offen. Den Besuchern ist das oh nehin egal.

Kreis Göppingen - Markus Schmid aus Ulm ist für den Landkreis Göppingen – wenn man das so sagen kann – ein Vorzeige-Reisender. Der Mittvierziger ist ein Märklin-Fan, ein begeisterter Wanderer und hat sich im vergangenen Jahr auch noch ein Elektrofahrrad zugelegt. Genau diese touristischen Pfunde sind es, mit denen der Stauferkreis und die Hohenstaufenstadt Göppingen auf der Reisemesse CMT in Stuttgart getrennt voneinander wuchern: Die einen, wie üblich unter dem Dach der Schwäbischen Alb, die anderen, ebenfalls wie gewohnt, am großen Stand der Regio Stuttgart Marketing. Schmid hat damit, wie etliche weitere auf diesen Punkt angesprochene Messebesucher, kein Problem. „Ich suche mir hier immer das raus, was mir zusagt, und ich weiß inzwischen, wo ich fündig werde“, erklärt er.

In der Tat hat sich das getrennte Werben für die gemeinsamen Stärken offensichtlich bewährt. Jeder kümmert sich um seine Schwerpunkte und das mit zunehmender Vehemenz. So sind die Rathauschefs der Kommunen, die sich der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf (Esa) angeschlossen haben, im halben Dutzend zum Eröffnungstag der CMT gekommen: um die Zertifikate des Deutschen Wanderverbands für „ihre“ Rundwanderwege unter dem gemeinsamen Label Löwenpfade entgegen zu nehmen, aber auch, um vereint die touristischen Stärken ihrer Orte herauszustellen.

Gespräche über Neustrukturierung der Tourismusförderung

Am Göppinger Messestand erteilt derweil Oberbürgermeister Guido Till Auskünfte, nicht zuletzt darüber, dass im Mai dieses Jahres der erste Teil des neuen Märklinmuseums namens „Märklineum“ eröffnet werden soll. „2019 ist dann alles fertig“, blickt Till erwartungsfroh voraus. Dann werde dieser Themenschwerpunkt hier auf den Fildern gleich noch einmal in den Fokus gerückt, fügt er hinzu. Aber auch die landschaftlichen und die kulturellen Reize stellt der Rathauschef heraus: „Wir haben da eine Menge zu bieten, wobei „Die Zauberflöte“ der Staufer Festspiele im September nur ein Highlight ist.“

Apropos Staufer: Diese Marke ist für Till gesetzt, auch wenn zurzeit Gespräche laufen, ob und wie die Tourismusförderung im Kreis Göppingen neu strukturiert werden kann. Nachdem die Touristikgemeinschaft Stauferland (TGS) seit einigen Monaten eine Vakanz auf dem Geschäftsführerposten hat, wurden erste Überlegungen angestellt, die Marketingtätigkeiten in diesem Bereich unter dem Dach der Esa zu bündeln. Doch so weit ist man noch längst nicht, auch wenn dies zumindest eine Option sein könnte.

Wolff und Till sind sich über „starke Marke Staufer“ einig

Um ein langfristig tragfähiges Konzept zu erarbeiten wurde eine Lenkungsgruppe mit Vertretern des Landkreises Göppingen und des Ostalbkreises, mit den Verantwortlichen der Kommunen und mit den zuständigen Touristikern gegründet. Begleitet und moderiert wird die Gruppe von der Beratungsgesellschaft Futour, die bereits das Tourismuskonzept für den Stauferkreis mitentwickelt hat. Landrat Edgar Wolff betont, dass es nicht darum gehe, in diesem Segment Geld einzusparen. „Wir wollen vielmehr, wo es geht, Synergien schaffen und unsere Aktivitäten stärker konzentrieren“, stellt er klar. Er sehe da gute Chancen, um einerseits die Zusammenarbeit mit dem Ostalbkreis zu stärken, aber andererseits die eigene Schlagkraft zu stärken. „Wir werden in einem ergebnisoffenen Prozess nach der besten Lösung suchen“, verspricht Wolff und weist bereits aufgekommene Bedenken zurück, dass die TGS zum Anhängsel der Esa werden könnte.

„Die Staufer und das Stauferland sind eine extrem starke Marke, die ihr Gesicht behalten muss. Gerade deshalb bin ich ja auf die Ideen gespannt, die sich entwickeln lassen“, fährt Wolff fort. Guido Till bestärkt diese Ansicht nachdrücklich: „Wir werden, was das Stauferland angeht, nichts verwässern lassen. Darüber bin ich mir nicht nur mit meinen Kollegen aus Schwäbisch Gmünd, Lorch und Waldstetten einig.“

Neun Löwenpfade sind zertifiziert

Die Felsenrunde bei Bad Überkingen hat ihr Prädikat als Qualitäts-Rundweg vom Deutschen Wanderverband (DWV) in der Kategorie „Naturvergnügen“ bereits im vergangenen Jahr erhalten. Auf der CMT in Stuttgart sind jetzt die Auszeichnungen für acht weitere „Löwenpfade“, von denen im Kreis Göppingen insgesamt 15 angelegt werden sollen, vom DWV feierlich an Landrat Edgar Wolff und die Bürgermeister mehrerer Kommunen überreicht worden.

Damit aber nicht genug. So steht, wie berichtet, die Felsenrunde bei der Publikumswahl „Deutschlands Schönste Wanderwege 2018“ (www.die-schoensten-wanderwege.de) in einer Reihe mit dem Schluchseer Jägersteig im Schwarzwald, der Saarschleife Tafeltour, dem Liebesbankweg im Harz und mit elf weiteren Tagestouren.

Dass alle fertig ausgeschilderten Löwenpfade zertifiziert worden sind, stimmt Holger Bäuerle, den Tourismusmanager des Kreises, natürlich zufrieden. „Wir sind, um im Bild zu bleiben, mit den Löwenpfaden gut unterwegs.“ Neben der offiziellen Anerkennung stimme ihn auch die Resonanz der Nutzer auf die drei bis 17 Kilometer langen Rundwanderwege zuversichtlich, dass damit ein weiterer Schritt bei der Attraktivitätssteigerung unserer Region für Bewohner und Besucher erfolgt sei.

Als wichtig erachtet Bäuerle in diesem Zusammenhang auch, dass der „Albtraufgänger“, eine auf sechs Tagesetappen angelegte Rundtour der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf, seine DWV-Rezertifizierung ebenfalls erhalten hat. „Damit sind wir in diesem Segment bestens aufgestellt“, erklärt er freudestrahlend.

Vielfältiges Messeangebot aus dem Stauferkreis

Die Städte, Gemeinden und Verbände aus dem Stauferkreis sind auf der CMT in der Halle 6 vertreten. Die Stadt Göppingen und die Touristikgemeinschaft Stauferland präsentieren sich bei der Regio Stuttgart (6 E 50). Unter einem Dach werben auch die Badgemeinden Boll, Ditzenbach und Überkingen sowie Geislingen, Wiesensteig, die Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf und der Stauferkreis (6 C 90).

Einige Unternehmen aus dem Raum Göppingen zeigen sich auf den Fildern ebenfalls. In der Halle 8 sind die Stände der Reiseanbieter Nature Trekking aus Hattenhofen (8 F 30) und Inti Tours aus Deggingen (8 C 42). Die Bad Ditzenbacher ORC Exklusiv GmbH mit ihrem Reisemobilzubehör (7 C 91), der Handels- und Messevertrieb Tetzlaff (7 D 01) und die Schwabengarage (7 C 71) aus Göppingen haben ihre Angebote in der Halle 7 aufgebaut. Mit dabei ist in der Halle 9 zudem die Göppinger Firma Rangierhilfen-Profi24.com (9 F 44).

Auch bei den sogenannten Töchtermessen der CMT sind Vertreter aus dem Stauferkreis zu finden. In der Halle 10 wird gerade für die Ausstellungen Golf- und Wellnessreisen sowie Kreuzfahrt- und Schiffsreisen aufgebaut. Diese beginnen am 18. Januar. Dort zeigen sich der Golfclub Hohenstaufen aus Donzdorf, der Golfer’s Club Bad Überkingen (beide 10 F 30), die Börtlinger Sportbootschule Schaal (10 A 07) sowie ebenfalls die Firma Tetzlaff (10 I 54).

Die CMT ist noch bis zum nächsten Sonntag, 21. Januar, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Tageskarte inklusive VVS-Ticket kostet 13 Euro, sofern diese bereits im Vorfeld online gekauft wird. An den Messekassen kostet das Ticket 15 Euro.

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