Stoßstange an Stoßstange stehen die Autos am Zettachring. Auf die Schelmenwasenstraße kommen sie nur schwer hinaus, dort staut es sich genauso. Foto: privat

Am Schelmenwasen stauen sich nach wie vor die Autos im abendlichen Berufsverkehr. Das Tiefbauamt ist noch am Optimieren der Ampelphasen - und macht wenig Hoffnung auf eine schnelle Verbesserung.

Fasanenhof - Seit Anfang April ist die Ampel, die den Zufluss zum Kreisverkehr Schelmenwasenring steuern soll, in Betrieb. Die erhoffte Wirkung allerdings bleibt bislang aus. Noch immer staut es sich, insbesondere im abendlichen Berufsverkehr, im Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost. „Pünktlich ab circa 16.15 Uhr kommt es im Zettachring zum völligen Stillstand, viel früher und auch schlimmer als je zuvor“, berichtet uns Ingrid Breisch. Sie arbeitet im Gewerbegebiet und hat uns ein Foto der stehenden Autos geschickt.

„Bisher trat der Stau nur auf, wenn es auch Probleme auf der Autobahn gab und ‚Schleichfahrer’ den Kreisverkehr belasteten. Jetzt ist die Autobahn fast völlig frei!“, schildert Breisch die Situation am Mittwochnachmittag der vergangenen Woche. Am Zettachring und auf der Schelmenwasenstraße hingegen ist kein Vorankommen. Trotz der Ampel, die die Lage eigentlich entschärfen soll. „Dieser Umbau war sicher nicht billig, und das Ergebnis hat die Situation eher verschlimmert. Unserer Erfahrung nach wird sich der Stau nicht vor 18.15 Uhr auflösen. Wir sind regelmäßig zwischen 16 und 18.30 Uhr hier eingesperrt“, sagt Breisch.

Es gibt keine vergleichbare Situation in Stuttgart

„Wir sind noch am Optimieren“, erklärt Reinhard Unkhoff, der im städtischen Tiefbauamt für die Ampeln zuständig ist. Bei seiner Dienststelle seien bereits Hinweise auf die Situation eingegangen. „Zum Teil, weil der Verkehr auf dem Schelmenwasen immer noch nicht läuft, zum Teil aber auch, weil es sich durch die Ampel bis auf die Rampe der B 27 zurückstaute. Und das wollen wir natürlich auch nicht“, sagt Unkhoff.

Das Problem ist, dass der Kreisverkehr „am Rande der Leistungsfähigkeit“ ist. Mit der Ampel habe man den Verkehr zu den nachmittäglichen Stoßzeiten entzerren wollen. Ein Versuch, denn eine Ampel an einem Kreisel gibt es bislang nirgends in der Stadt. „Für einen derart überlasteten Kreisverkehr gibt es keine vergleichbaren Erfahrungen“, sagt Unkhoff. Aus diesem Grund müssten er und seine Mitarbeiter einfach ausprobieren, was am besten funktioniert, um die Lage zu verbessern. „Die Situation ist ärgerlich, aber zaubern kann ich auch nicht“, sagt der Mann vom Tiefbauamt.

Autofahrer merken es nicht, wenn es weiter geht

Auch die Autofahrer selbst tragen dazu bei, dass der Verkehr nicht abfließt. „Die Leute sind es gewohnt, dass Stau ist, und schauen dann auf ihre Handys. Und sie merken es nicht, wenn es dann wieder weitergeht“, sagt Unkhoff.

Noch in dieser Woche soll eine Verkehrszählung am Schelmenwasenring stattfinden, mit der ermittelt werden soll, wie viele Fahrzeuge den Kreisel passieren möchten und wie viel Zeit sie dafür benötigen. Das könnte dazu beitragen, die Ampelphasen zu optimieren. Klar ist: Von heute auf morgen gibt es keine Verbesserungen im Gewerbegebiet. „Das wird sich noch eine Weile hinziehen“, sagt Unkhoff.

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