Status Quo kommen in die Schleyerhalle. Foto: Promo

Status Quo treten an diesem Freitag in Stuttgart in der Schleyerhalle auf. Wir haben die Bandgründer Rick Parfitt (65) und Francis Rossi (64) getrennt voneinander befragt, was von der Wiedervereinigung in der Status-Quo-Urbesetzung zu halten ist.

Status Quo treten an diesem Freitag in Stuttgart in der Schleyerhalle auf. Wir haben die Bandgründer Rick Parfitt (65) und Francis Rossi (64) getrennt voneinander befragt, was von der Wiedervereinigung in der Status-Quo-Urbesetzung zu halten ist.

Stuttgart - Mr. Parfitt, was ist das Beste an Status Quo?
Status Quo sind mein Leben. Als ich die Band mit Francis und Alan startete, waren wir eigentlich noch Kinder, die niemals gedacht hätten, so lange durchzuhalten. Francis und ich schlossen anfangs den Pakt, fünf Jahre durchzuhalten und in diesen fünf Jahren 50 000 Pfund mit der Band zu verdienen. Dann wären wir gemachte Leute, dachten wir uns. Doch irgendwie ging es immer weiter, und noch heute sind wir mit Freude dabei.
Was konnten Sie in Ihren über 50 Jahren von Ihrem Kollegen Francis lernen?
Francis war mein erster richtiger Freund. Ich habe mehr von ihm gelernt, als ich ermessen kann. Wir zwei, das war immer wie eine Ehe, in der es auch mal krachen muss, die aber von Respekt und Verständnis geprägt ist. Was wir beide voneinander gelernt haben, ist, dass wir einen Streit niemals mit auf die Bühne nehmen. Das ist Gift. Für dich, für die Band, für das Publikum.
Sie beide spielen ja immer noch Ihre alten Gitarren – Francis seit 45 Jahren eine 1957 Fender Telecaster, Sie ein Modell aus dem Jahr 1965 . . .
. . . und ich kann Ihnen auch sagen, warum: Gehen Sie in einen Laden, und kaufen Sie eine Telecaster. Sie ist gut, absolut ausreichend, Sie können gut mit ihr spielen. Aber sie ist eben nicht perfekt. Meine ­Gitarre ist perfekt, meine Gitarre ist wichtiger für diese Band, als sich das irgendjemand vorstellen kann. Gott, ich weiß nicht, was ich tun würde, wenn diese Gitarre verschwinden oder kaputt gehen würde. Deshalb lagere ich sie auch in einem Safe.
Diese Telecaster ist immerhin auch auf den 100 Singles zu hören, die Sie mit Status Quo veröffentlicht haben. Feiern Sie solche Anlässe überhaupt noch?
Nein. Wie viele Millionen Platten wir jetzt also verkauft haben, wie ­viele goldene Schallplatten wir dafür bekommen haben oder wie viele Leute uns insgesamt live gesehen haben, ist sowieso nicht zu glauben. Wir haben immer alles Schritt für Schritt genommen. Ich weiß nicht mal, was ich damals erwidert hätte, wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich das nach 50 Jahren immer noch machen würde. Ich weiß nur, dass ich immer noch Bock habe zu rocken und das ohne jeden Zweifel tun werde, bis ich ­umfalle.
Hat man Sie damals deswegen den „Wild Old Man Of Rock’n’Roll“ – den wilden alten Mann des Rock’n’Roll – genannt?
Quo war früher eine einzige Party für mich. Nach dem Konzert ging es in einen Club, wir ließen uns volllaufen, nahmen Drogen und genossen das Leben in vollen Zügen. Heute geht das nicht mehr. Wir wollen den Leuten eine perfekte Show bieten, und wenn man bei unserer Lautstärke mit einem Kater auf die Bühne muss, leidet man mehr, als man sich vorstellen kann. Heute trinke ich nur, wenn wir am darauffolgenden Tag keine Show haben – dann können gerne mal zwei Flaschen Wein dran glauben. Das sind wir dem Publikum schuldig. Und nur deswegen gibt es uns noch. Weil wir eine gute Show bieten wollen, weil wir es in unserem Blut haben und eigentlich nie etwas anderes gemacht haben. Deshalb touren die Stones noch, deshalb touren Pink Floyd noch. Wir können alle nicht anders. Ums Geld geht es uns doch schon lange nicht mehr.
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