Es muss nicht immer Glühwein sein – auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt gibt es auch alkoholfreie Alternativen. Foto: Ferdinando Iannone/Lichtgut

Ohne Verzicht gesünder essen auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt – eine Ernährungsexpertin gibt Tipps.

Eins vorweg: Ob man auf dem Weihnachtsmarkt nach gesundem Essen Ausschau halten und Kalorien zählen muss, ist natürlich die Frage. „Man kann bei besonderen Gelegenheiten auch einfach genießen, ohne auf den Zucker-, Salz- und Fettgehalt zu achten“, sagt Sabine Holzäpfel von der Verbraucherzentrale in Stuttgart.

 

Beim Bummeln entlang der Stände geht’s schließlich nicht um Verzicht. Oft handle es sich um eine liebgewonnene Tradition, so die Referentin für Lebensmittel und Ernährung: „Viele essen dann das, was sie jedes Jahr dort genießen. Oder das, was sie sich daheim nicht zubereiten.“

Dennoch kann, wer möchte, auf den Weihnachtsmärkten in Stuttgart und der Region bewusster genießen. Es gibt viele leichtere, kalorienärmere und gesündere Alternativen zu Klassikern wie Bratwurst, Kartoffelpuffer und Glühwein – die trotzdem Genuss versprechen.

Guter Snack auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt: heiße Maroni

Wie steht es etwa um Süßes wie gebrannte Mandeln und Schokofrüchte? „Kerne und Nüsse sind generell wertvolle Lebensmittel. Es gibt sie auf den Märkten inzwischen auch mit weniger Zucker im Angebot, etwa als Wiener Mandeln, oder nur mit Gewürzen ummantelt“, erklärt die Ernährungsexpertin.

Schokofrüchte bringen durch die Schokolade zwar Zucker und Fett mit: „Aber immerhin isst man Obst, also besser als pure Süßigkeiten. Ob’s im Winter Erdbeeren sein müssen, sei dahingestellt. Vielleicht eher zur Banane oder noch besser zum Apfel greifen. Wenn der dann noch aus regionaler Erzeugung ist – prima.“ Eine gesunde Alternative sind zudem Bratäpfel. Und heiße Maroni. Die Esskastanien kommen naturbelassen in die Tüte, liefern Vitamine und enthalten wenig Fett.

Ofenkartoffel als Alternative zur Currywurst

Beim Herzhaften sind Ofenkartoffeln sättigend, relativ kalorienarm und leicht verdaulich. „Champignons mit Sauerrahm sind ebenfalls eine gute Alternative zu Pommes oder Currywurst. Auch eine Gemüse-Spätzle-Pfanne oder Schupfnudeln mit Kraut liefern mit dem Gemüse mehr wertvolle Nährstoffe“, empfiehlt Sabine Holzäpfel.

Nährstoffreich und durch das Garen auf dem Grill fettärmer als Frittiertes ist Flammlachs und Steckerlfisch. Fischbrötchen – etwa mit Matjes – sind ebenfalls proteinreich und liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren. „Man kann am Stand fragen, ob es das Brötchen oder auch Waffeln als Vollkorn-Version gibt. Wenn genügend Kunden Entsprechendes wünschen, kann sich der Markt darauf einstellen. So gibt es inzwischen ja auch deutlich mehr vegetarische Angebote“, sagt die Ernährungsfachfrau Holzäpfel.

Bei den Ständen auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt nachhaken

Überhaupt lohnt es sich, an den Ständen nachzuhaken – „etwa nach den Inhaltsstoffen“, so Holzäpfel weiter. Oder woher die angebotene Speise stammt. „So lassen sich regionale Leckereien denen vorziehen, die von weit her kommen.“

Entscheidet man sich für Waffeln, sei Apfelmus eine gute Alternative zur Sahne oder Schokosoße obendrauf. „Und soll es Langos sein, dann zum Beispiel besser mit Tomaten und Rucola bestellen statt mit Schinken und Käse oder in süß mit Apfelmus statt Schokocreme.„

Generell gilt: Die Menge macht‘s. „Mal ein Glühwein, das ist doch in Ordnung. Es müssen ja nicht drei oder vier am Abend sein“, so Holzäpfel. Getränke ohne Alkohol sind dennoch vorteilhaft. „Aber Vorsicht: Im Kinderpunsch ist auch viel Zucker.“

Ingwer-Zitronen-Tee auf dem Stuttgarter Marienplatz

Einige Stände haben inzwischen auf den Trend zu weniger Alkohol reagiert. Am Marienplatz gibt es etwa auf dem Winterdorf Wouahou dampfenden Ingwer-Zitronen-Tee – und der stärkt das Immunsystem. Auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt sind unter anderem Heiße Zitrone und Heißer Holunder zu haben. Sollte es doch mal etwas mehr Alkohol werden: Dazwischen und danach immer mal wieder Wasser trinken, damit der Körper nicht dehydriert.

Der wichtigste Tipp ist jedoch: Beim Besuch der schönen Advents- und Weihnachtsmärkte in Stuttgart und der Region sollte man keinen Verzicht um jeden Preis üben und auch kein schlechtes Gewissen, sondern Weihnachtsgefühl aufkommen lassen.

Denn entscheidend für Gewicht und Gesundheit ist nicht die Zeit um Weihnachten und Silvester, wie Sabine Holzäpfel betont, „sondern die alltägliche Ernährung drum herum“, also das ganze Jahr über.

Weihnachtsmarkt und Winterdorf in Stuttgart

Besucher
Der Stuttgarter Weihnachtsmarkt zählt zu den stimmungsvollsten Adventserlebnissen im Südwesten. Jahr für Jahr zieht er Millionen Besucherinnen und Besucher an.

Innenstadt
Geöffnet ist der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt noch bis zum 23. Dezember. Die Öffnungszeiten: Mo bis Do sowie So von 11 bis 21 Uhr, Fr und Sa von 11 bis 22 Uhr.

Marienplatz
Das Winterdorf Wouahou am Marienplatz im Stuttgarter Süden geht noch bis zum 21. Dezember. Mo bis Fr von 16 bis 22 Uhr, Sa von 11 bis 22 Uhr und So von 11 bis 20 Uhr.

Bad Cannstatt
Bis 24. Dezember ist der Sternenmarkt in Bad Cannstatt beim Erbsenbrunnen und auf dem Rathausplatz geöffnet – täglich von 11.30 bis 21 Uhr.