Die Gesamtzahl der Unfälle hat im Kreis Göppingen abgenommen. Foto: SDMG

Die Göppinger Polizei stellt den Bericht zur Kriminalstatistik und zur aktuellen Sicherheitslage sowie die Unfallstatistik im Gemeinderat vor.

„Das Sicherheitsgefühl und die faktische Lage sind nicht immer identisch“, sagte der Revierleiter der Göppinger Polizei, Wolfram Bosch, beim Bericht zur polizeilichen Kriminalstatistik in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Schere zwischen Gefühl und objektiver Lage gehe eher weiter auf als zu. Man setze mit Information, repressiven Maßnahmen und Prävention dagegen. Beispielsweise sei der „Bürgerdialog Sicherheit“ in der vergangenen Woche, der regelmäßig fortgesetzt werden soll, gut besucht und ein Erfolg gewesen.​

 

So habe beispielsweise bei einem Ereignis im Mai – ein 18-Jähriger hatte mit einer Schreckschusspistole in die Luft geschossen – der schnelle Einsatz der Polizei dazu beigetragen, das Sicherheitsgefühl zu erhöhen. Andererseits werde ein solcher Einsatz von Leuten auch als martialisch und als negativ aufgenommen.

Facebook-Kommentare sind nicht der Gradmesser für das Sicherheitsgefühl

Ein Sicherheitsgefühl hänge nicht nur von der objektiven Lage, sondern auch von anderen Faktoren und von subjektiver Einschätzung ab, erläuterte Bosch. Oberbürgermeister Alex Maier ergänzte, dass Facebook-Kommentare nicht der Gradmesser für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung seien. Wenn man mit Menschen spreche, ergebe sich ein anderes Bild.​

Revierleiter Bosch ging danach auf Kriminalitätsphänomene und die allgemeine Verkehrssicherheitslage ein. Während es beim Verkehr sowohl im Landkreis als auch in der Stadt einen Rückgang der Unfälle insgesamt mit einem Tiefstwert an Getöteten und Schwerverletzten im Zeitraum zwischen 2020 und 2024 gab, stieg der Anteil an Leichtverletzten, wobei die Beteiligung von motorisierten Zweirädern und Radfahrern und Pedelecs zunahm.

Von 2023 bis 2024 nahm in der Stadt die Gesamtzahl der Unfälle von 908 auf 805 (minus 5 Prozent) ab, die Zahl der Leichtverletzten stieg von 197 auf 237 (plus 20 Prozent) und die Zahl der Schwerverletzten blieb mit 13 gleich. Verkehrstote hatte es 2023 noch drei gegeben, 2024 in der Stadt keinen, jedoch im Landkreis sechs Tote, während es 2023 elf Getötete gewesen waren.​

Bei der Jahresstatistik 2024 ergab sich insgesamt ein Rückgang an Straftaten, aber eine Zunahme bei Partnerschaftsgewalt auf 179 (plus 34) und eine Zunahme bei Rohheitsdelikten. Es waren insgesamt 1092 Straftaten (minus 160) im öffentlichen Raum mit 1629 Tatverdächtigen (minus 49). Davon 600 (minus 96) gegen ältere Menschen und 24 (minus 10) Messerangriffe.

Eine neue Rauschmittelgruppe in Ulm eingerichtet​​

Zur Prostitution in der Stadt sagte Bosch, dass es drei registrierte Gewerbe gebe, die unauffällig seien. Man mache zu unregelmäßigen Zeiten unangemeldete Kontrollen. Bei Cannabis gebe es eine Zunahme im Oberhofenpark. Bei E-Zigaretten im Zusammenhang mit dem Jugendschutz gebe es ebenfalls eine Zunahme auf 110 Fälle. Dazu habe man eine neue Rauschmittelgruppe in Ulm eingerichtet.​

In 2024 habe man 111 Veranstaltungen polizeilich betreut. Bei Fußball, bei den Wahlen 2024 und bei Bauernprotesten sei die Einsatzbelastung intensiv gewesen. Bei den aktuellen Herausforderungen wie am Bahnhof, am Apostelhof und am Aasrücken habe man die Präsenz zur Prävention samt repressiven Maßnahmen verstärkt. Außerdem setze die Polizei auf die im Masterplan der Stadt genannten Maßnahmen zusammen mit Partnern und auf die Dialogveranstaltungen, erklärte der Göppinger Revierleiter.​