Julian Börner, Mizanur Rahman und Julian Kofler (v. li.) stellen Jute-Tee her. Foto: Jacqueline Fritsch

Drei Jungunternehmer von der Filderebene feilen an einem Trank, der besonders gesund sein soll: Tee aus Jute-Blättern. Und das nächste Projekt der drei Erfinder steht bereits in den Startlöchern.

Filder - Julian Börner, Julian Kofler und Mizanur Rahman sind voller Elan: „Jetzt geht es erst richtig los“, sagt Kofler und erzählt, wie viel Arbeit die drei jungen Männer in den vergangenen Jahren in ihr Startup „Intertrop“ gesteckt haben. Das Ergebnis: fünf Sorten Jute-Tee aus den Blättern der eigens dafür angebauten Jute-Pflanze.

Ganz neu auf dem Markt ist der Jute-Tee nicht. Die Unternehmer aus Filderstadt, Vaihingen und dem Stuttgarter Süden haben bereits mehrere Hundert Kilogramm verkauft. Aber: „In den letzten zwei Jahren haben wir an unseren Freunden und Familien bestimmt zehn Jute-Sorten und 15 Mischungen getestet, bis wir zu dem gelangt sind, was wir heute trinken“, sagt Julian Börner. Den perfekten Jute-Geschmack gibt es also erst jetzt. Julian Kofler findet, dass der Jute-Tee einem Brennnessel- oder Grüntee ähnelt, aber im Vergleich zu anderen Sorten relativ mild schmeckt.

Zwei Tonnen Juteblätter im Lager

Kofler, Börner und Rahman haben sich während ihres Studiums an der Uni Hohenheim kennengelernt. Vor gut drei Jahren sind sie auf die Idee gekommen, eine Verwendung für Juteblätter zu finden. Normalerweise werden nur die Fasern zu Garn und danach unter anderem zu den bekannten Jutebeuteln verarbeitet. „Als Agrarwissenschaftler stellt man sich natürlich die Frage, wie man die verschiedenen Pflanzenbestandteile verwenden kann“, sagt Börner. Da lag es nahe, die Blätter zu trocknen und Tee daraus zu machen.

Immer wieder haben sie sich ein paar Dutzend Kilogramm Jute-Blätter von einem Bekannten aus Bangladesch in ihr Lager nach Degerloch schicken lassen. Heute arbeiten sie mit ganz anderen Mengen: „Unser Lager ist jetzt bis unter die Decke gefüllt“, sagt Julian Kofler. Zwei Tonnen geschnittene, getrocknete Blätter warten darauf, verpackt zu werden – von Hand. „Wir machen das alles selbst“, sagt Mizanur Rahman.

Wie gesund ist der Jute-Tee?

Die Masse an Juteblättern ist das Ergebnis ihrer ersten eigenen Ernte. Vor einiger Zeit haben die Unternehmer ein Pilotprojekt mit Kleinbauern in Bangladesch gestartet, bei dem sie den Anbau der Jute-Pflanze und das Trocknungsverfahren der Blätter optimiert haben. „Wir hatten nur eine Anbausaison als Testlauf, danach musste alles passen“, sagt Julian Börner. Die Jutepflanze kann nämlich nur einmal im Jahr angebaut werden, und das Pilotprojekt war zeitlich begrenzt. Aber es hat funktioniert – die Ernte des zweiten Anbaus ist nun im Lager des Startups angekommen. „Jetzt geht es darum, den Tee an die Leute zu bringen“, sagt Julian Kofler.

Gleichzeitig kümmern er und seine Kollegen sich um ihr nächstes Projekt, das sie gemeinsam mit der Uni Hohenheim angehen wollen: „Wir planen eine Studie, bei der wir den gesundheitlichen Effekt des Tees auf den Menschen untersuchen“, sagt Kofler. In den Jute-Blättern steckten nämlich ungewöhnlich viele Mineralstoffe und Antioxidantien. Außerdem ist Jute-Tee koffeinfrei. Bei sich selbst haben die drei jungen Unternehmer noch keine spürbaren Veränderungen festgestellt – obwohl sie jeden Tag fleißig Jute-Tee trinken. „Ich habe seitdem keinen anderen Tee mehr gekauft“, sagt Julian Börner und lacht.

Verkostung am 31. März

Das Startup „Intertrop“ lädt am Sonntag, 31. März, zum Tag der offenen Tür ein. An der Hoffeldstraße 6 in Degerloch können die Besucher den Jute-Tee probieren und kaufen.

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