Der Ex-Sternekoch Sascha Wolter hat mit seinen Trüffel-, Falafel- und Röstifritten die Investoren in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ begeistert. Er verrät, wie der Dreh ablief – und, was sich in der Zwischenzeit schon wieder geändert hat.

Backnang - Auf der Leinwand fetzen sich die Löwen, und der Kinosaal jubelt. Gerade hat der dritte Investor angebissen. Der Köder: Fritten aus Oppenweiler. Sascha Wolter, Ex-Sternekoch aus Backnang, präsentiert zusammen mit seiner Frau Ina seine Geschäftsidee in der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“. Dort sind die beiden natürlich bewaffnet mit einer Kostprobe ihrer Produkte – Fritten mit Trüffel-, Falafel- und Röstigeschmack.

Zur Ausstrahlung am Dienstagabend haben die Wolters Freunde, Unterstützer und Mitarbeiter ins Backnanger Kino Universum geladen. Dass es Grund zum Feiern gibt, ist schnell klar: Das Paar strahlt, ein roter Teppich ist ausgerollt und eine oscarverleihungsreife Fotowand aufgebaut. Es gibt Gin und Wein vom Weingut Escher – und natürlich Frittenlove-Pommes, auch in den neuen Geschmacksrichtungen Mediterran, Kürbiskern und Rosmarin.

Darum hat sich Sascha Wolter für den Investor Frank Thelen entschieden:

Als es endlich so weit ist und die Gründer aus dem Rems-Murr-Kreis über die Kinoleinwand flimmern, steigt die Spannung. Nicht allen Löwen schmecken die „Pommes 2.0“: Der Unternehmer Ralf Dümmel mag lieber Pommes-rot-weiß aus Kartoffeln, und Carsten Maschmeyer zeigt sich von der schwarzen Farbe der Trüffelfritten befremdet. „Sehen die immer so ein bisschen wie angekohlt aus?“, will er wissen. Als Frank Thelen nach den genauen Nährwertangaben der Luxuspommes fragt, kommt Wolter merklich ins Schwimmen.

Am Ende haben die Frittenmacher aber die Wahl zwischen drei Geldgebern – und entscheiden sich für Frank Thelen, den Chef der Risikokapital-Firma Freigeist. Und das, obwohl Dagmar Wöhrl, deren Familie eine Hotelgruppe besitzt, ihr Angebot sogar verdoppelt. „Uns kam es aber nicht nur auf das Geld an, sondern darauf, dass der Investor versteht, worum es uns geht“, erzählt Wolter.

Thelen hatte in der Show viel Lob für die Wolters übrig: „Diesen Michelin-Stern zu bekommen und dann nicht abzuheben als Mensch – das ist das, was ich liebe.“ Für Wolter noch ein Pluspunkt: Thelen hat nicht nur Technikfirmen groß gemacht, sondern auch Startups aus der Lebensmittelbranche, die jetzt nach seinen Angaben insgesamt 100 Millionen Euro Umsatz pro Jahr erzielten.

So wurde der Frittenlove-Besuch in der Höhle der Löwen umgeschnitten:

Die Fernsehshow war bereits im Februar aufgezeichnet worden. Wolter verrät, worin sich der echte Auftritt von den im Fernsehen gezeigten Szenen unterschied: „Wir waren bestimmt zwei Stunden da drinnen.“ Auch die Dramaturgie der Ereignisse sei im Schnitt verändert worden. So habe Dagmar Wöhrl ihr Angebot fast sofort unterbreitet – während der Fernsehzuschauer noch eine ganze Weile zappeln musste. Die Wolters mussten mehr als ein halbes Jahr lang über den TV-Auftritt Stillschweigen bewahren. Auch als unsere Zeitung im Mai bei Sascha Wolter zu Gast war, hatte der nichts durchblicken lassen.

Die Menge der produzierten Fritten hat sich in der Zwischenzeit vervielfacht, der Außenauftritt der Firma ist professioneller geworden – und auch sonst hat sich seitdem vieles geändert, verrät Wolter. Zwar bestehe die Zusammenarbeit mit Thelen weiterhin, sie sei aber anders ausgefallen als in der Sendung angedacht. „Wir haben eine unterschiedliche Philosophie. Frank Thelen hätte uns sofort in 10 000 Supermärkten gesehen“, erzählt Wolter. Er aber habe es aber langsamer, dafür exklusiver angehen wollen. Und dennoch: „Ohne Frank Thelen und sein Team wären wir niemals, wo wir jetzt sind. Seine Kontakte und das riesige Netzwerk – das bekommt man nicht so für sich alleine hin“, zeigt sich Wolter dankbar.

Eine wesentliche Neuerung: Bislang hatte Frittenlove nur an Großhändler und Restaurants verkauft. Ab sofort stehen die in Oppenweiler kreierten Edelpommes – auch dem Löwen sei Dank – in ganz Deutschland bei Rewe und Edeka.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: