Implantate aus dem 3-D-Drucker revolutionieren die Medizintechnik – hier der Blick in einen OP-Saal. Foto: dpa

Die Finanzierung für weiteres Wachstum ist bei dem noch jungen Implantathersteller EIT Emerging Implant Technologies mit Sitz im Medizintechnikcluster Tuttlingen unter Dach und Fach.

Stuttgart - Das Tuttlinger Start-up EIT Emerging Implant Technologies, das Wirbelsäulenimplantate per 3-D-Druck herstellt, will mit weiteren Investorengeldern international durchstarten. Bislang waren der VC Fonds und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaf t (MBG) Baden-Württemberg im Boot. Jetzt ist mit der Tübinger SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement auch ein privater Medizintechnik-Investor bei dem Tuttlinger Start-up mit an Bord. „Mit SHS kommt ein branchenerfahrener Investor zu den Anteilseignern von EIT hinzu. Gemeinsam mit ihm können wir in die nächste Wachstumsphase von EIT eintreten“, freut sich Guy Selbherr, Geschäftsführer der MBG. Zur Erschließung weiterer Länder, insbesondere die USA, und zur weiteren Produktentwicklung haben die drei Investoren nun eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen.

Das Implantat ist knochenähnlich

Der 3-D-Druck revolutioniert nicht nur Design, Architektur und Flugzeugbau, sondern auch die Medizintechnik. EIT stellt als erster Hersteller von medizinischen Produkten im orthopädischen Bereich Implantate ausschließlich mittels 3-D-Druck–Verfahren (das so genannte additive manufacturing) her. Der Vorteil: Im Vergleich zur herkömmlichen Fertigung können so zelluläre und poröse Strukturen aus biokompatiblem Titan produziert werden. Will heißen: Das Implantat ist knochenähnlich und begünstigt das Einwachsen in den Knochen. Außerdem ermögliche das Verfahren eine anatomisch perfekte Anpassung des Implantats, das zudem stabiler sei und kosteneffizient, heißt es bei EIT. Geschäftsführerin Stephanie Eisen freut sich über eine „hohe Patientenzufriedenheit und hervorragende klinische Ergebnisse.“

Beteiligungskapital für 980 Unternehmen

MBG kenne das Unternehmen schon lange und sei vom fachlichen Know-how überzeugt, heißt es bei der Beteiligungsgesellschaft. MBG ist derzeit bei 980 Unternehmen beteiligt mit einem Gesamtvolumen von knapp 280 Millionen Euro. Auch der VC Fonds ist mit von der Partie. Der 2014 aufgelegte Wagniskapitalfonds ist mit Geldern des Landes, der SV Sparkassenversicherung Holding und der Württembergischen Versicherung ausgestattet und wird von der MBG, die selbst darant beteiligt ist, verwaltet. Der VC Fonds unterstützt technologieorientierte Start-ups in der schwierigen Gründungsphase.

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