Die Drohne mit der Kamera und der speziellen Software sagt der Maschine, wann und wo sie Herbizide spritzen darf. Foto: Universität Hohenheim

Robin Mink und Alexander Linn haben auf der Basis ihrer Forschung eine Firma gegründet. Die promovierten Agrarwissenschaftler helfen Bauern bei der zielgerichteten Bekämpfung von Unkraut.

Hohenheim - Mit Drohnen kann man beeindruckende Aufnahmen aus der Luft machen. Wenn sich Wissenschaftler der Uni Hohenheim dieser Technik annehmen, dann geht es um weit mehr als nur um schöne Fotos: Die promovierten Agrarwissenschaftler Robin Mink und Alexander Linn haben ein Unternehmen gegründet, das es Landwirten ermöglicht, Pflanzenschutzmittel so gezielt einzusetzen, dass damit keine Nutz- und Zierpflanzen vernichtet werden. Außerdem können Bauern Geld sparen, weil sie weit weniger Unkrautvernichter einsetzen müssen als bisher. Auf die Idee gekommen sind die beiden Forscher 2018, dann haben sie an der Uni dafür eine Jury-Preis gewonnen und sind von ihren Professoren ermutigt worden, ein Unternehmen zu gründen. Seit März 2020 ist es als GbR eingetragen, und es heißt Smart Areal Mapping (SAM).

Trainingsdaten bringen der Software die richtigen Manieren bei

Robin Mink hat seinen Bachelor in Agrarbiologie abgelegt und in den Agrarwissenschaften am Institut für Phytomedizin den Master draufgesetzt. An diesem Institut, an dem er auch promoviert hat, lernte er seinen späteren Geschäftspartner Alexander Linn kennen. „Wir haben uns damit beschäftigt, wie man Unkraut, das zwischen Kulturpflanzen wächst, aus der Luft erkennen kann“, erzählt der Wissenschaftler. Bei den Aufnahmen der in etwa 35 Meter Höhe fliegenden Kameradrohne entstünden Farbbilder, die zeigten, was auf einem Quadratmillimeter auf dem Boden wachse. Um zu erkennen, ob es sich um Unkraut handele, bedürfe es aber mehr: „Wir haben künstliche Intelligenz eingebaut. Mit Trainingsdaten bringen wir die Software dazu, Unkraut zu melden.“

Aus den Daten, welche die Wissenschaftler beim Flug der Drohne über die Felder gewinnen, fertigen sie Karten an. „Alle modernen Feldspritzen können Karten einlesen. Deshalb können sie selbstständig mit Spritzen aufhören, wenn sie an den Wegrand kommen oder eine Zone mit Gewässerschutz berühren. Mit unserer Karte können wir der Spritze sagen: ,Hier schaltest du ein, und hier schaltest du aus.’“

Der Bauer kann 50 bis 90 Prozent Kosten sparen

Der Einsatz von Herbiziden, sagt Mink, sei abhängig von der Feldfrucht und vom Unkrautbefall. „Wir haben auf Flächen mit Zuckerrüben angefangen. Die Rüben stehen in Reihen mit einem bestimmtem Abstand.“ Wenn die Pflanze jung und sehr empfindlich sei, müsse der Bauer vier oder fünf Mal mit Herbiziden drüber: „Das ist sehr teuer. Mit unserer Technik ist es möglich, 50 bis 90 Prozent der Kosten zu sparen.“

2019 haben Robin Mink und Alexander Linn Aufnahmen auf Feldern in Neuhausen auf den Fildern gemacht. Dann sind sie zu großen Agrarbetrieben in die Ferne nach Tschechien und in andere Teile Deutschlands geschweift. „Der Süden Deutschlands ist für uns auch interessant. Es gibt aber, speziell auf den Fildern, wegen der Infrastruktur mit dem Flughafen für landwirtschaftliche Drohnenflüge zu viele Beschränkungen“, sagt Mink.

Kunden sollen das System in eigene Drohnen einbauen können

Die Drohne, die Robin Mink und sein Compagnon benutzen, ist von einem Drohnenbauer auf die Bedürfnisse der beiden Forscher zugeschneidert worden, damit die beiden, so wie sie es gerade brauchen, in die Steuerung eingreifen können. Für ihre Kunden wollen sie das System so entwickeln, dass sie dieses in eigenen Drohnen oder in Drohnen von Dienstleistern einbauen können. Bis dahin dauert es noch etwas. „Unsere GmbH ist noch nicht gegründet, denn wir brauchen noch Sponsoren aus der Wirtschaft. Mit einigen sind wir schon im Gespräch“, sagt Robin Mink.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: