Coworking in Waldenbuchs Altstadt: Das und mehr schwebt denen vor, die ihre Ideen jetzt bei einem Pitch mit anderen messen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Künftig soll die Start-up-Szene Waldenbuch auf dem Schirm haben. Um das zu erreichen, gibt es eine Liste an Vorschlägen. Bei einem Pitch am 14. Oktober müssen sich die Waldenbucher beweisen.

Waldenbuch - Die Stadt Waldenbuch will zum Geheimtipp für Unternehmensgründer werden. Gemeinsam mit dem Konstanzer Start-up-Profi Moritz Meidert wurde ein Konzept entwickelt, mit dem die Kommune die Jury beim Landeswettbewerb „Gründungsfreundliche Kommune“ am 14. Oktober überzeugen will. Warum das Thema Genuss dabei eine wichtige Rolle spielt und mit welcher Strategie man um junge Unternehmen werben will, erzählt die Marketingbeauftragte der Stadt, Petra Eisele.

Frau Eisele, die Stadt Waldenbuch hat knapp 9000 Einwohner und wegen ihrer Topografie eine überschaubare Reserve an Gewerbeflächen. Was kann eine Kommune mit dieser Struktur Unternehmensgründern bieten?

Das Waldenbucher Konzept steht unter dem Motto „Genuss trifft Innovation“ und setzt dabei auf bodenständige, aber vor allem auch „a bissle verrückte“ Konzepte. Wir wollen eingetretene Pfade verlassen und gemeinsam neue Ideen entwickeln. Untergliedert ist unser Konzept in drei Bereiche. In einer ersten Stufe geht es um die Vermittlung von verfügbaren Flächen. Parallel dazu werden Veranstaltungsangebote entwickelt. Das neu eröffnete „Friedrich“ soll Gründungscafé werden. Damit erhält das Start-up-Thema einen sichtbaren und lebendigen Ort im Herzen der historischen Altstadt.

Welche Branchen möchten Sie ansprechen?

Wir sind davon überzeugt, dass die Stadt ausreichend Substanz für eine familiäre, innovative und aktive Gründungsszene hat. Waldenbuch möchte als sympathischer Touristenmagnet mit Genussfaktor wahrgenommen werden. In den letzten Jahren haben wir gesehen, dass im Ernährungs- und Genussbereich überzeugende und zukunftsfähige Potenziale liegen. Ritter Sport hat ein Start-up für gesunde Snacks gegründet, wir haben den Schönbuch Gin, die Mühlenläden, und während der Genuss-Wochen haben unsere Gastronomen mehr als 200 Picknickkörbe verkauft. Hier wollen wir ansetzen und mit dem Preisgeld aus dem Landeswettbewerb neue Ideen umsetzen.

Gibt es konkrete Pläne?

Ja, natürlich. Starten möchten wir mit einer Gründer Lounge im Friedrich. Dort werden auch Erstgespräche mit den Senioren der Wirtschaft stattfinden. Wir locken niemanden hinterm Ofen hervor, wenn wir uns im Sitzungssaal treffen. Deshalb müssen wir präsenter werden. Wir brauchen eine Landingpage, gedacht ist an ein Ideen-Picknick und an eine Stadtführung, in die die Start-ups eingebunden werden. In einer zweiten Stufe soll ein Coworking-Bereich, eventuell kombiniert mit Tiny-Living-Angeboten entstehen. Damit wir all diese Dinge umsetzen können, müssen wir aber erst einmal beim Pitch der Kommunen am 14. Oktober überzeugen. Wir wollen im nächsten Jahr mit einem Wumms durchstarten und haben uns darauf gut vorbereitet.

Noch einmal zurück zu den verrückten Ideen. Was ist damit gemeint?

Keine Idee ist so verrückt, dass wir nicht zumindest einmal darüber sprechen sollten. Unser Konzept ist langfristig und nachhaltig angelegt. Dabei haben wir einige Gedanken schon einmal weitergesponnen. Als Leuchtturmprojekt bietet sich mittelfristig zum Beispiel die alte Zehntscheuer an, die seit einigen Wochen wieder im Besitz der Stadt ist. Wenn sich ein Investor und Kooperationspartner finden, könnte das Gebäude als zwei- oder dreigeschossige Lebensmittelmanufaktur mit Verkauf und kleiner Gastronomie entwickelt werden. Alternativ wäre dort aber auch ein reines Coworking-Büroangebot vorstellbar.

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