Start nach Maß für die Blauen Drei Plus-Punkte der Kickers

Von Joachim Klumpp 

Mijo Tunjic kann bei seinem Comeback gleich wieder jubeln. Foto: Baumann
Mijo Tunjic kann bei seinem Comeback gleich wieder jubeln. Foto: Baumann

So kann’s weitergehen: Die Stuttgarter Kickers haben im Abstiegskampf der Regionalliga beim Mitkonkurrenten Koblenz einen 3:0-Sieg eingefahren. Dabei war auf Abwehr und Angriff und Ersatzbank Verlass.

Koblenz - Der Zug ist abgefahren – ohne die Stuttgarter Kickers. Nachdem die Mannschaft zum Nachholspiel der Regionalliga mit der Bahn nach Koblenz gereist war, ging es im Mannschaftsbus zurück. Das dauerte länger, auch weil unter Trainer Paco Vaz gleich nach Spielende ­Regeneration angesagt war und sich die Abfahrt somit auf 19 Uhr verzögerte. Die Spätschicht gab es aber nicht zur Strafe, schließlich hatte die Mannschaft 3:0 (0:0) gewonnen, und die drei Punkte beruhten auch auf drei Plus-Punkten bei den Kickers:

Defensive Wie schon in der Vorbereitung und in den letzten Spielen vor Weihnachten zeigte sich das einstige Sorgenkind der Kickers, die Abwehr, gefestigt. „Koblenz hatte keine wirklich richtige Torchance“, gab Sportdirektor Martin Braun zu Protokoll, auch wenn die Gastgeber vor der Pause zumindest etwas mehr vom Spiel hatten. „In der ersten Hälfte haben wir nicht so gut umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Vaz, so dass der Gegner immer wieder die zweiten Bälle bekam. Wobei Koblenz durchaus eine gewisse Qualität besitzt, was sich auch daran zeigt, dass die Mannschaft diese Saison noch nie höher als mit einem Tor Differenz verloren hatte.

Die Stürmer treffen

Offensive Nach nur zwei Toren in der Vorbereitung waren schon leise Zweifel an der Effektivität im Angriff aufgekommen. „Bei mir nicht“, betonte am Samstag Martin Braun nochmals – und hatte gut reden. ­Zumindest nach dem Auftritt im zweiten Durchgang. In der Pause hatte Vaz reagiert und in Winterneuzugang Daniel Hammel einen zweiten Stürmer neben Mijo Tunjic gebracht, das zahlte sich aus. Und erinnerte etwas daran, dass es auch beim großen Nachbarn VfB mit der Doppelspitze Gomez/Ginczek in Wolfsburg besser lief. „Wir hatten diese Variante zunächst nicht auf dem Plan, aber am Ende alles richtig gemacht“, sagte Vaz. Weil die Kickers gegen die körperlich robusten Koblenzer mehr Durchschlagskraft, aber auch mehr Tempo im Spiel hatten. Den Dosenöffner zum Sieg lieferte dann allerdings – wieder einmal – Sandro Abruscia als Zehner hinter den Spitzen mit seinem Führungstor in der 65. Minute. Danach trafen noch Tunjic und eben Hammel, so dass alle drei „Stürmer“ erfolgreich waren. „Wir wussten, dass ­Daniel mit seiner Körpergröße für Gefahr sorgen kann“, sagte Vaz.

Kader Die Breite im Kader ist mit 28 Mann (zuletzt bekam ja noch Jonas Meiser einen Profivertrag) zwar relativ groß, aber er könnte im Abstiegskampf auch entscheidend sein. Bereits nach 15 Minuten musste Kapitän Josip Landeka mit Knieproblemen vom Platz. „Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist“, sagt Vaz, „doch Daniel ­Döringer hat seine Sache gut gemacht.“ Genau wie Mario Suver, der gegen Marvin Jäger in der Innenverteidigung den Kürzeren zog, aber später im defensiven Mittelfeld zum Zug kam. Und im Tor hatte Christian Ortag zwar wie vermutet die Nasenspitze vorne, „doch das heißt nicht, dass wir Miro Varvodic links liegen lassen“, so Vaz. Trotzdem dürfte er wohl auch am Mittwoch auf der Bank sitzen. Dann steht die nächste Spätschicht an: um 19 Uhr bei Waldhof.

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