Wer sein Fahrrad schmutzig ins Winterquartier gestellt und gehofft hat, die Heinzelmännchen werden das schon richten, wird nun feststellen, dass er doch selbst ran muss. Foto: Shutterstock/Simon Kadula

Endlich ist er da, der Frühling – doch viele Fahrräder stehen noch winterstarr im Keller: die Kette rostig, die Reifen platt - da heißt es jetzt ran an den Drahtesel. Damit gleich das nächste laue Lüftchen als Rückenwind genutzt werden kann.

Frühjahrsputz

Wer sein Fahrrad schmutzig ins Winterquartier gestellt und gehofft hat, die Heinzelmännchen werden das schon richten, wird nun feststellen, dass er doch selbst ran muss. Schonend geht's mit Fahrradreiniger. Rahmen und alle Anbauteile damit einsprühen, kurz einwirken lassen und mit einem Schwamm den Schmutz entfernen. Dann mit einer alten Zahnbürste die verwinkelten Teile wie Gangschaltung und Bremsen von ihren Belägen befreien. Schließlich das ganze Rad trocknen lassen, Wasserränder mit einem sauberen Lappen wegpolieren – fertig!

Übrigens: Konservierungssprays sind ihr Geld nicht wert. Sie können das Anhaften neuen Drecks kaum verhindern.

Druck machen

Während das Fahrrad im Winter Pause macht, lässt es Dampf ab. Dem Schlauch entweicht Luft. Auch ohne Loch oder undichtes Ventil. Die Daumenprobe bringt hier Erleuchtung. Lässt sich der Reifen mehr als einen Zentimeter eindrücken, braucht er Frischluft. Auf den Reifenflanken ist der empfohlene Luftdruck verzeichnet (zum Beispiel "Min 2.0 Bar – Max 4.0 Bar"). Eine Fahrradpumpe mit Druckmesser erledigt den Rest.

Übrigens: Hoher Luftdruck reduziert den Rollwiderstand, allerdings auch die Reifenhaftung. Heißt, wer viel auf unbefestigten Wegen unterwegs ist, bleibt besser am unteren Rand der Luftdruckempfehlung.

Kettenreaktion

Die Kette bedarf besonderer Fürsorge. Aber: eine gründliche Wäsche mit Fettlöser ist nur bei extrem verschmutzten Ketten nötig. Die Kette durch einen Lumpen laufen zu lassen, um den groben Schmutz abzustreifen, reicht meist völlig aus. Anschließend je einen Tropfen Kettenöl auf jedes Glied auftragen, einige Male den Antrieb im Leerlauf drehen und schließlich das überflüssige Öl mit einem Lappen abwischen.

Übrigens: Dünnflüssiges Kettenöl verwenden. Es muss zwar öfters aufgefrischt werden, zieht jedoch den Schmutz nicht so stark an, wie zähes Öl.

Gut geschmiert

Damit es läuft wie geschmiert, auf die Drehpunkte der Schaltung, der Pedale sowie auf die Schalt- und Bremszüge einen Spritzer kriechfähiges Schmiermittel geben. Auch Federgabel und Heckdämpfer freuen sich ab und an über eine kleine Fettpackung an ihren Gleitbuchsen.

Übrigens: An Federelementen ist Teflonspray keine gute Wahl. Besser Federungsfett verwenden.

Bremsencheck

Bevor es voller Vorfreude auf zur ersten Tour geht, unbedingt zuerst prüfen, ob die Bremsen funktionieren. Ein häufiges Verschleißteil bei Felgenbremsen sind die Beläge. Ist das Gummi soweit abgerubbelt, dass die Rillen nicht mehr zu sehen sind, unbedingt durch neue Beläge ersetzen. Häufig leidet die Bremsleistung auch unter verschmutzten oder korrodierten Bremszügen. Ein Spritzer Teflonspray in die Enden der Außenhüllen und das Bremskabel gleitet wieder leichter durch die Hülle.

Übrigens: Funktionstüchtige Bremsen sind lebenswichtig. Daher Reparaturen im Zweifel lieber einem Fachmann überlassen.

In die Gänge kommen

Wie von Zauberhand können sich Kettenschaltungen während einer Winterpause verstellen. Kettenrattern oder ungewollte Gangwechsel zeugen davon. Meist genügt es, mithilfe der kleinen Zugspannschraube (befindet sich dort, wo das Kabel in die Schaltung mündet) nachzujustieren. Dreht man diese gegen den Uhrzeigersinn, wandert das Schaltwerk zum größeren Ritzel und umgekehrt.

Übrigens: Das Justieren der Gangschaltung immer nur in kleinen Schritten vornehmen.

Es werde Licht

Scheinwerfer und das Rücklicht weisen strahlend den Weg? Falls nicht, Kabel und Steckverbindungen überprüfen. Eventuell muss ein Birnchen ausgetauscht werden. Bliebt die Erleuchtung dennoch aus, lieber einen Fachmann mit Spannungsmessgerät ranlassen.

Übrigens: Lichttest unbedingt vor der ersten Nachtfahrt machen.

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