Jürgen Seeberger soll’s richten, den Klassenverbleib mit den Kickers. Foto: Pressefoto Baumann

Am Montagmittag um 12.30 stand er in Degerloch auf dem Platz – der neue Kickers-Trainer Jürgen Seeberger. Das Ziel des 53-Jährigen: Klassenverbleib. Dafür braucht er keinen Vertrag.

Stuttgart - Man trifft sich immer zweimal im Leben. Auch Jürgen Seeberger und die Stuttgarter Kickers. Im Frühjahr 2007 hat der inzwischen 53-Jährige in der Endauswahl noch den Kürzeren gezogen gegen Peter Zeidler, der schließlich den Trainerposten bei den Blauen bekam. Nach mehr als einem Jahrzehnt hat es nun also geklappt, auch wenn der Sportdirektor Martin Braun sagt: „Wir hatten sicher noch mindestens fünf andere gute Kandidaten.“ Seeberger hat das Rennen gemacht, nicht nur weil Braun dessen Weg schon lange verfolgt. Als er noch Profi beim SC Freiburg war, hospitierte der gebürtige Konstanzer (später Schaffhausen und Aachen) unter Volker Finke. Zuletzt im Dezember hatte Seeberger zwei Spiele der Kickers gegen Walldorf und Stadtallendorf verfolgt, „das hat mir sein Interesse an den Kickers gezeigt“, sagt Braun. Und jetzt? „Hat auf jeden Fall seine Erfahrung für ihn gesprochen“, betont Braun. „Und dass er in einem Alter ist, in dem er noch Lust auf eine neue Arbeit hat.“

Seeberger kennt Stuttgart

Seeberger, der zuletzt in Zürich gelebt und dort beim Viertligisten FC Kosova gearbeitet hat und von seiner Zeit beim VfB Stuttgart II 2010/11 die Stadt bestens kennt, sagt: „Die Mannschaft hat ja schon gezeigt, dass sie gewisse Dinge kann.“ In der kurzen verbleibenden Zeit will er sich „auf die ganz einfachen Dinge im Fußball besinnen. Am Ende ist die Mannschaftsdynamik entscheidend“, sagt Seeberger, der als kommunikativer Mensch gilt, der die Situation bildlich umschreibt: „Wir befinden uns jetzt auf 6000 Meter, da wird die Luft etwas dünner, deshalb müssen wir Schritt für Schritt vorangehen, um den Gipfelsturm erfolgreich zu Ende zu bringen.“ Als erfolgreich gilt schon der sechstletzte Tabellenplatz, der zum Klassenverbleib reichen würde. Sollte der geschafft sein, spräche auch viel für eine Verlängerung des (leistungsbezogenen) Vertrags, wobei Seeberger ganz nebenbei bemerkt: „Ich habe keinen Vertrag, sondern eine Abmachung.“

Abruscia geht – zu 1860?

Sei’s drum: Der Vertrag von Sandro Abruscia läuft zum Saisonende aus – und wird nicht verlängert. „Ich werde den Verein verlassen“, sagt der Kapitän, was ein herber Verlust ist. „Wir haben alles versucht, ihn zu halten“, betont Braun, „aber man muss auch realistisch sehen, dass andere mehr Mittel haben als wir.“ Zum Beispiel 1860 München, das wohl der neue Club wird – zumindest muss sich Abruscia dann an keine neue Vereinsfarbe gewöhnen.

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