Für Abokunden der Deutschen Bahn führt meistens der Weg zum Deutschlandticket am Ende an den Automaten. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Am 1. Mai geht es mit dem Deutschlandticket los – doch auf der Ziellinie gibt es für einige Nutzer noch einiges zu beachten. Wir helfen weiter.

Das Deutschlandticket ist am Start. Vom Montag, 1. Mai an, kann man mit einem Ticket deutschlandweit in Busse und Bahnen einsteigen. Wir fassen zusammen, was jetzt für Nutzer im Bereich des Verkehrsverbundes Stuttgart (VVS) zu beachten ist.  

 

Kann ich jetzt noch für den Mai ein Deutschlandticket bekommen?

Wer das Ticket als Chipkarte online bestellen möchte, der schafft es jetzt wegen des Vorlaufs für den Versand nicht mehr zum Start des Tickets. Am schnellsten und einfachsten kann das Deutschland-Ticket über die VVS-App als Handyticket gekauft werden – das geht auch noch einen Tag vor dem 1. Mai. Wer lieber eine Chipkarte haben möchte, kann das Deutschlandticket noch bis Ende April vor Ort persönlich in einem der Kundenzentren kaufen.

Ich habe eine Chipkarte bestellt, aber sie ist bisher noch nicht eingetroffen. Was passiert, wenn ich in eine Fahrkartenkontrolle komme?

Im Zeitraum vom 1. Mai bis inklusive 15. Mai 2023 gilt: Wer sein zum 1. Mai 2023 bestelltes Deutschlandticket noch nicht erhalten hat, kann bei Fahrten innerhalb Baden-Württembergs bei Fahrkartenkontrollen den Bestellnachweis beispielsweise die per Mail erhaltene Auftragsbestätigung vorzeigen. Dies wird im genannten Zeitraum in Kombination mit einem gültigen Lichtbildausweis auf Kulanzbasis als Fahrkarte anerkannt.

Was muss ich wissen, wenn ich das Ticket nicht zum Monatsbeginn kaufe?

Im Jahr 2023 kann das Ticket nur für den Kalendermonat erworben werden. Erst von Januar 2024 ist eine taggenaue Gültigkeit möglich. Allerdings bietet der VVS ab dem 1. Mai auch den Einstieg während des Monats an. Mit dem sogenannten Abo-Sofort kann man anteilig für den Rest des Monates ein Abo zum Deutschlandticket-Preis bekommen. Dieses Abo gibt es in den SSB-Kundenzentren, in den DB-Reisezentren, im Abocenter des VVS in Göppingen und beim Onlineeinstieg. Nach dem ersten Monat läuft dann das Abo monatsweise.

Wie bekomme ich als Neukunde ein Ticket?

Das Ticket gibt es nur digital, also nicht am Automaten. Man braucht eine Chipkarte als Fahrausweis oder die entsprechende App für das Handyticket. Dafür muss man registriert werden, und im Falle einer neuen Chipkarte muss diese erst erstellt und versandt werden. Beim VVS haben bisher rund 35 000 Menschen das Ticket neu bestellt – angesichts eines bisherigen Abostandes von 180 000.

Wie kann ich das Deutschlandticket kündigen?

Die Kündigung ist bis zum 10. eines Monats möglich. Dann kann man zum 1. des Folgemonats aussteigen. Das geht auch online. Alternativ kann man das schriftlich per E-Mail oder Brief mitteilen. Wer also etwa während der Urlaubszeit pausieren will, kann das jederzeit tun und dann neu einsteigen.

Was passiert mit Kunden, die ihr Jahresticket im Voraus bezahlt haben?

Zu viel im Voraus gezahlte Jahresbeträge werden automatisch auf das Konto zurückerstattet. Auch wer in einer Verkaufsstelle ein Jahresticket bar gekauft hat, kann gleich ins Deutschlandticket einsteigen – und bekommt zu viel im Voraus bezahlte Beträge ausbezahlt. Die Jahreswertmarke geben Kunden an den Verkaufsstellen zurück, wo sie die Wertmarke ursprünglich gekauft haben, also bei den SSB, der DB oder einem Verkehrsunternehmen in der VVS-Region.

Welche Fußangeln gibt es noch für VVS-Abokunden bei der Deutschen Bahn?

Während bei den SSB die Umstellung automatisch vollzogen wurde und man praktisch Vollzug meldet, müssen Bahn-Kunden etwas tun. Wer also schon zum 1. Mai profitieren will, muss aktiv werden. Zum Beispiel online über www.bahn.de/aboportal oder in einem der DB-Reisezentren im VVS-Gebiet die Umstellung auf das Deutschlandticket beantragen. Die Bahn versucht, die Kunden vom Umstieg auf das Handyticket zu überzeugen.

Für wen lohnt sich das Ticket?

Wer bisher ein VVS-Abo hatte, für den ist praktisch ausnahmslos das Deutschlandticket die beste Wahl. Nicht nur wegen des größeren Radius, sondern auch wegen des günstigeren Preises. Das gilt für jedes Ticket – egal wie viele Zonen, egal ob 9-Uhr-Ticket oder Firmenticket. Das Deutschlandticket lohnt sich auch für viele, für die bisher Monats- und Jahreskarten zu teuer waren.

Ich habe bislang kein Abo. Kommt das Deutschlandticket für mich infrage?

Bis jetzt gilt im VVS die Faustregel, dass man mindestens drei Wochen im Monat von Montag bis Freitag auf einer Strecke pendeln muss, damit sich ein Monats- oder Jahresticket lohnt. Doch beim Deutschlandticket genügen selbst in einer Zone schon neun Fahrten hin und zurück im Monat, etwa im Stuttgarter Stadtbereich. Wer also mehr als zwei Tage die Woche pendelt, ist im Plus. Je weiter man fährt, umso schneller amortisiert sich das Ganze. Bei drei Zonen, also etwa der Verbindung von Plochingen oder Winnenden nach Stuttgart, genügen monatlich sieben Hin- und Rückfahrten.

Wie profitieren bisherige Abo-Kunden?

Satte finanzielle Gewinner sind die bisherigen Nutzer einer VVS-Netzkarte: Sie sparen, je nachdem ob sie ein normales Jahresabo oder ein rabattiertes Firmenticket nutzen, künftig 1887 beziehungsweise 1787,40 Euro im Jahr. Bei einer Zone sind es immerhin jährlich 169 beziehungsweise 160,40 Euro. Selbst beim preiswerten 9-Uhr-Ticket für eine Zone geht die Rechnung zumindest auf null auf. Auch beim bisher sehr günstigen Seniorenticket für das ganze VVS-Netz spart man noch 34,80 Euro im Jahr.

Was ist mit Nutzern bisheriger Firmentickets?

Bei einem vom Arbeitgeber bezuschussten Firmenticket wird es künftig nur noch einen Rabatt von fünf Prozent geben. Damit wird das 49-Euro-Ticket zu einer 46,55-Euro-Monatskarte. Wenn man den künftigen Mindestzuschuss des Arbeitgebers von 12,25 Euro im Monat mit einberechnet, gibt es das Deutschlandticket schon ab 34,30 Euro.