Toto Wolff fährt zweigleisig. Foto: dpa

Am 17. März beginnt die neue Formel-1-Saison. Natürlich mit Mercedes. Und das soll auch so bleiben. Mercedes-Sportchef Toto Wolff glaubt trotz des Engagements in der Elektroserie Formel E an die Zukunft der Formel 1 mit Verbrennungsmotoren.

Stuttgart - Vor dem Saisonstart der Formel 1 am 17. März in Melbourne weist der Mercedes-Sportchef Toto Wolff auf die Wichtigkeit E-Mobilität auch im Rennsport hin. „Elektromobilität ist die Zukunft – jetzt geht es darum, dass man die eigenen Strukturen und die Menschen für diesen Weg gewinnt und sich bestmöglich diesen neuen Rahmenbedingungen anpasst“, sagt der Österreicher unserer Redaktion.

Mercedes geht als einziger Autohersteller in der Formel 1 und ab Dezember auch in der Formel E an den Start. Das Ende des herkömmlicher Motoren sieht Wolff allerdings noch nicht kommen. „Der Verbrennungsmotor leistet einen großen Anteil, aber über die verschiedenen Reglementänderungen hinweg haben wir die Effizienz stark verbessert. Der Hybridanteil am Antriebsstrang wird immer stärker, die Batterien werden immer leistungsfähiger und die Energierückgewinnung immer höher“, sagt der Teamchef. Obwohl es mitten im aktuellen Wandel der Automobilindustrie nur schwer absehbar sei, meint Wolff: „Ich würde sagen, dass ein elektrifizierter Verbrennungsmotor in der Formel 1 noch viele Jahre der Standard sein wird.“

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Stefan Reindl, der Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft in Geislingen, begrüßt derweil gegenüber unserer Redaktion das Formel-E-Engagement von Mercedes und gibt der Formel 1 in ihrer jetzigen Form allerdings keine große Zukunft. „Momentan hat die Formel 1 noch ihre Berechtigung, aber langfristig ist sie nicht mehr zeitgemäß. Wenn sie nicht wegkommt vom Verbrennungsmotor, wird ihr irgendwann die soziale Akzeptanz fehlen“, prognostiziert Reindl.

Das Formel-1-Engagement von Mercedes erhält von Seiten der Konzernspitze indes die volle Rückendeckung. „Motorsport ist Teil unserer DNA, schon der allererste Mercedes war bekanntlich ein Rennwagen. Wir sind mit unserem Motorsport-Engagement künftig optimal aufgestellt, denn Formel 1 und Formel E ergänzen sich perfekt“, sagt Vorstandsmitglied Ola Källenius, der der designierte Nachfolger des noch aktuellen Konzernchefs Dieter Zetsche ist. Und weiter: „Die Formel 1 ist eine der größten Marketingplattformen der Welt, mit der wir hunderten Millionen von Menschen erfolgreich den Spirit und die Leistungsfähigkeit von Mercedes-Benz demonstrieren. Gleichzeitig ist die Formel 1 aus technischer Sicht heute so relevant wie kaum zuvor: Wir nutzen unsere Erkenntnisse auf der Rennstrecke, um unsere Produkte auf der Straße zu verbessern“, ergänzt Källenius. Das Motorsportengagement spiegele überdies auf der Rennstrecke die generelle Elektrifizierungsstrategie des Konzerns wieder, „denn auch bei unseren Straßenautos setzen wir auf einen Mix aus Hybridisierung und rein elektrischen Antrieben“, sagt der Schwede.

In unserer Bildergalerie finden Sie die neuen Formel-1-Autos bei den ersten Testfahrten im Februar.

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