Lucifer (Tom Ellis) bekommt es in der neuen Staffel mit der Ursünderin Eva (Inbar Lavi) zu tun Foto: John P. Fleenor/Netflix

Nachdem FOX nach Staffel drei den Stecker zog, sprang Netflix in die Bresche und beschert Fans nun eine vierte Staffel "Lucifer". Der Fürst der Finsternis darf weiterhin Los Angeles unsicher machen. Fans dürfen sich aber noch auf viel mehr freuen, als höllischen Schabernack.

"Er ist auferstanden." Mit diesen Worten kündigte sich Mitte April die neue Staffel "Lucifer" in einem kurzen Teaser an. Zu sehen gab es - natürlich - Lucifer, den Prinzen der Dunkelheit, in seiner ganzen männlichen Pracht. Ab 9. Mai dürfen Fans der Serie nun erneut des Teufels höllischem Charme erliegen. Dann startet Staffel vier bei Amazon Prime Video - und wird so manch spannenden Erzählstrang mitbringen.

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Da wäre zunächst mal die brennendste aller Fragen: wie reagiert Detective Chloe Decker (Lauren German) darauf, dass sie es die ganze Zeit über tatsächlich mit dem Leibhaftigen zu tun hatte? Immerhin bahnte sich über die vergangenen drei Staffeln hinweg eine zarte Romanze zwischen ihr und Lucifer (Tom Ellis) an. Die Erkenntnis, dass alles, was Lucifer ihr erzählt hat, wahr ist, wird sie erst einmal verarbeiten müssen. Was wird am Ende überwiegen - ihre Gefühle für den Teufel, oder eine, durchaus verständliche, Abneigung gegenüber dem personifizierten Bösen?

Höllische Identitätskrise

Lucifer wiederrum hat endlich sein Teufels-Gesicht wieder - Fluch und Segen zugleich für den Fürst der Finsternis. Denn mit seinem Gesicht bekommt Lucifer zwar eine seiner stärksten Kräfte zurück. Gleichzeitig zeigte er aber erstmals, wer er wirklich ist. Wird Lucifer nun akzeptieren, dass er der Teufel ist? Oder muss der gefallene Engel eine weitere Identitätskrise durchstehen? Letzteres wird stark davon abhängen, wie Chloe reagiert. Akzeptiert sie die Wahrheit über Lucifer, dürfte das auch dem Teufel helfen. Ist das Gegenteil der Fall, dann wird der dunkle Prinz wohl weiter mit sich hadern.

Ein Ende April veröffentlichter Trailer zur vierten Staffel ließ beide Möglichkeiten offen. Der Film gewährte erstmals auch einen längeren Blick auf Serien-Neuzugang Eva (Inbar Lavi), Frau des biblischen Adam. Showrunner Ildy Modrovich ("Californication") beschrieb die Figur in einem Interview mit dem Onlineportal "Deadline" als eine, die "hereinkommt und alles aufmischt". Aus dem Trailer wird ersichtlich, was damit wohl gemeint ist: die Ursünderin Eva bestärkt Lucifer in seinem hedonistischen Verhalten und dürfte damit dessen teuflische Identitätskrise befeuern.

Wenn Lucifer aber den Teufel heraushängen lässt, dann wird er damit Chloe Decker eher verschrecken, als ihr dabei helfen, ihren Frieden damit zu machen, dass sie sich in den Fürsten der Finsternis verliebt hat. Was Eva wiederrum gefallen dürfte, denn laut offizieller Mini-Synopsis zur Staffel vier könnte Adams Frau, gelangweilt von einer ewigen Ehe mit Adam, auf die Erde zurückgekehrt sein, um sich den Teufel zurückzuholen. Ob aus Rache für die Verführung im Garten Eden oder aus Liebe bleibt dabei vorerst offen. Fest steht: im Mittelpunkt der neuen Staffel wird eine klassische Dreiecks-Beziehung stehen.

Lucifer muss ich aber nicht nur Eva und Chloe stellen, sondern auch mit einem weiteren Neuzugang fertig werden, der vor allem "Preacher"-Fans freuen dürfte: Graham McTavish (58) wird als wandernder Priester Father Kinley nach Los Angeles kommen. Der hat geschworen, seine Schafe vor dem Bösen zu beschützen und dürfte es damit auf niemand anderen als den dunklen Prinzen abgesehen haben.

Entwicklung in der zweiten Reihe

Auch für einige Figuren aus der zweiten Reihe hält Staffel vier spannende Entwicklungsmöglichkeiten bereit. Da wäre etwa Lucifers Dämonen-Leutnant Maze, gespielt von Lesley Ann Brandt (37, "Gotham"). Der höllische Sidekick verbrachte die letzte Staffel damit, zu lernen, was Beziehungen sind und wie sich Freundschaft anfühlt. Jetzt schaltet Mazikeen eine Stufe hoch. Brandt verriet dem Onlinemagazin "TV-Line" vorab: "Maze wird sich diese Staffel verlieben."

Lucifers himmlischer Bruder Amenadiel (D.B. Woodside) hat in der letzten Staffel seinen Frieden mit sich selbst gemacht und bekommt jetzt Besuch von seiner Schwester, dem Engel Remiel (Vinessa Vidotto). Die blickt zum großen Bruder auf, hat aber Schwierigkeiten damit, dessen ebenso großen Ansprüchen gerecht zu werden. Lernt der Erzengel in Staffel vier nun, auch mit anderen Nachsichtig zu sein?

Das könnte spannende Auswirkungen auf sein Verhältnis zu Lucifer haben und schließlich auch auf das zum göttlichen Vater. Wenn Amenadiel Fehlbarkeit zu akzeptieren lernt, dann könnte er auch Lucifers Fehler akzeptieren und seine Mission, den Teufel wieder in die Hölle zu schicken, ganz aufgeben.

Netflix entschlackt Serie drastisch

Ob sich auch die anderen Figuren wie Detective Dan Espinoza (Kevin Alejandro), Ella Lopez (Aimee Garcia) oder Dr. Linda Martin (Rachael Harris) nennenswert weiterentwickeln können, bleibt abzuwarten. Denn mit nun zehn statt bisher 26 Folgen bietet Staffel vier weitaus weniger Platz als bisher. Der Serie als Ganzes dürfte diese drastische Entschlackung aber gut tun, denn weniger Folgen bedeuten weniger Lückenfüller.

Hauptdarsteller Tom Ellis sieht jedenfalls Vorteile in der Verknappung. "TV-Line" sagte Ellis unlängst: "Ehrlich gesagt glaube ich, dass dieses Format besser für die Serie ist." Die Geschichte werde destilliert, jede Folge sei nun reichhaltiger. "Es fühlt sich dichter an und in jeder Folge steht wesentlich mehr auf dem Spiel."

"Es wird definitiv düsterer"

Fans der Serie dürfen sich außerdem auf ein paar sprichwörtlich heiße Änderungen freuen. Da die Show nun in den USA bei Netflix läuft, statt wie bisher beim familienfreundlichen Sender FOX, wird Lucifer wohl mit (noch) mehr nackten Tatsachen aufwarten: "Es wird mehr Haut zu sehen sein, aber nicht nur, weil die Show jetzt bei Netflix liegt, sondern auch der Story wegen", verriet Ellis "TV-Line".

Ebenfalls werden die Figuren wohl mehr Fluchen dürfen und sich generell etwas mehr danebenbenehmen können, was zum Charakter der Serie gut passen würde. Ellis bestätigte zumindest eine teuflischere Ausdrucksweise der Serien-Charaktere: "Es gibt Momente, in denen bestimmte Figuren sagen können, was sie sagen wollen." Dr. Linda-Schauspielerin Rachael Harris (51) versprach denn auch: "Es wird definitiv düsterer."

Freunde des gepflegten Binge-Watchings können sich zudem freuen. Auch in Deutschland, via Amazon Prime Video, wird die gesamte Staffel vier auf einem Schlag veröffentlicht.

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