Fabian Rieder gelingen beim 5:1 gegen seinen alten Club Young Boys Bern drei Torvorlagen. Die Schweizer Leihgabe von Stade Rennes möchte gerne langfristig beim VfB bleiben.
Als der erste Heimsieg in der laufenden Champions-League-Saison mit dem 5:1 über die Young Boys Bern eingetütet war, da hat Fabian Rieder auch einen Abstecher zum Gästeblock gemacht. Emotional sichtlich angefasst winkte der Schweizer in die Kurve mit den rund 3000 Anhängern der Young Boys, jenes Clubs, zu dessen Spielen der Mittelfeldakteur des VfB bereits als Fünfjähriger an der Hand des Vaters gegangen ist.
„Es war für mich ein unglaubliches Gefühl, gegen meinen alten Verein zu spielen“, sagte Rieder, der in der Jugend der Berner spielte – und später 89 Ligapartien für die Profis absolvierte: „Ich habe viele Freunde dort, kenne zahlreiche Anhänger in der Fankurve persönlich. Für mich ist das wie eine Familie. Daher war dieses Spiel sehr speziell für mich, ein Highlight, und es hat wirklich Spaß gemacht.“
Sportlich allerdings hatte Rieder zuvor die Freundschaft ruhen lassen. Bei drei der fünf Stuttgarter Tore kam die Vorlage von dem 22-Jährigen. Das lobte hinterher auch Sebastian Hoeneß: „ Drei Scorer sind natürlich überragend. Das ist genau das, was bei ihm noch ein bisschen fehlt“, sagte der VfB-Cheftrainer, der bei der Leihgabe von Stade Rennes zuletzt mehr Effektivität angemahnt hatte: „Da hat er jetzt genau die richtige Antwort gefunden. Möglicherweise ist dies ein Startschuss für mehr spielentscheidende Situationen.“
Auch der Spieler sieht sich im Aufwind. „Ich habe probiert, das umzusetzen. Ich hoffe, dass ich das jetzt konstant auf den Platz bringen kann“, erklärte Rieder, der bei der EM mit der Schweiz erst im Viertelfinale im Elfmeterschießen an England gescheitert war: „Ich weiß aber auch, dass es immer wieder Phasen geben wird, die weniger gut sind. Doch am Ende des Tages muss die gesamte Formkurve nach oben zeigen.“
Freunde und Familie sind angereist
35 Tickets hatte Rieder besorgt, damit sein engeres Umfeld live im Stadion mit dabei sein konnte. Da am Tag nach dem Spiel trainingsfrei ist, blieb für den Nationalspieler noch Zeit für die angereiste Familie sowie für die Freunde.
Vor dem Treffer zum 2:1 für den VfB nach 53 Spielminuten durch Enzo Millot dribbelte sich Rieder unfreiwillig in den Mittelpunkt. „Es war für mich auch unübersichtlich. Ich konnte während der Aktion nicht beurteilen, ob der Ball drin oder draußen war“, erklärte der Mittelfeldspieler: „ Aber solange der Schiedsrichter nicht pfeift, spiele ich natürlich weiter.“ Weil der Linienrichter zuvor aber die Fahne gehoben hatte, hörten dagegen einige Young Boys auf zu spielen. Doch der Schiedsrichter überstimmte letztlich seinen Assistenten – und das Tor zählte.
„Der Sieg ist sehr befreiend für uns. In den ersten zehn Minuten lief es nicht gut, es hat ein wenig die Präzision gefehlt – aber danach wurden wir griffiger. In der zweiten Halbzeit waren wir voll da“, resümierte Rieder die Partie. An seiner Rolle in Stuttgart hat er Spaß gefunden. „ Ich sehe mich langfristig beim VfB“, sagte der 22-Jährige, der vorerst allerdings nur bis Saisonende ausgeliehen ist: „Ich will weiter wie heute performen – dann werden wir sehen, wie die Verantwortlichen entscheiden.“
Dass es am Ende mit der K.-o.-Zwischenrunde in der Champions League klappt, da ist Fabian Rieder vor den letzten beiden Partien bei Slovan Bratislava sowie gegen Paris Saint-Germain ebenfalls optimistisch: „Sicherlich müssen wir noch Punkte holen. Wenn wir aber mit dem Selbstbewusstsein von heute auftreten, können wir gegen jeden Gegner etwas holen.“