Über die Zukunft des Flugradars wird erst im Herbst entschieden. Foto: Norbert J. Leven

Eine Bürgerinitiative in Stetten wehrt sich gegen die Verlegung des Radarturms. Die Verwaltungsspitze der Stadt L.-E. rechnet nicht vor Herbst mit einer Entscheidung.

Leinfelden-Echterdingen - Die Bürgerinitiative, die eine dauerhafte Verlegung des Radarturms der Flugsicherung an den westlichen Ortsrand von Stetten verhindern will, lässt nicht locker. Zwei Sprecherinnen nutzten am Dienstag die Bürgersprechstunde des Gemeinderats, um Fragen an die Verwaltungsspitze zu richten. Wie bereits mehrfach berichtet, plant die Deutsche Flugsicherung in den nächsten Jahren bundesweit eine Modernisierung ihrer Anlagen. Für Stetten wird seit Herbst vergangenen Jahres öffentlich über eine dauerhafte Verlagerung der bestehenden Anlage diskutiert. Der Entscheidungsprozess dauert noch an.

Annette Arnold von der Initiative wollte wissen, wer entschieden habe, das Gebiet Solwiesen nicht als Interims-, sondern als Dauerstandort für die Luftverkehrsüberwachung zu betrachten. Anwohner im Westen des Stadtteils kritisieren, wie Arnold im Gemeinderat sagte, dass ihnen nun „ein Turm vor die Nase gesetzt wird“. An seiner bisherigen Stelle werde das Radar „von den Anwohnern akzeptiert“, führte die Sprecherin der Initiative aus. Schließlich habe die Kommune vor Jahren auch die Neubauaktivitäten im Umfeld der Anlage genehmigt. Wissen wollte die Initiative auch, ob über die Standortfrage noch im Gemeinderat abgestimmt wird.

Es geht nicht um Bevorzugung

Die Erste Bürgermeisterin Eva Noller und auch Oberbürgermeister Roland Klenk versicherten, dass in Sachen Radarturm noch nichts entschieden sei. „Wir prüfen noch“, sagte Noller. Die Idee, den Radarturm dauerhaft so weit wie möglich von der Bebauung weg zu platzieren, sei in der Arbeitsgruppe Stetten, der neben Stadträten auch Vertreter von Vereinen und örtlichen Institutionen angehören, entstanden. Gemeinsam sei man zu dem Schluss gekommen, „den Standort im Wald zu prüfen“, erläuterte die Bürgermeisterin. Dabei gehe es aber nicht um die Bevorzugung oder Benachteiligung von Bürgern.

Nach Darstellung von Noller benötigt die Deutsche Flugsicherung (DFS) noch Zeit für ihre Planungen. Sie rechnet damit, dass das Thema „erst in der zweiten Jahreshälfte“ wieder aktuell wird. Der DFS käme es, so war es bisher zu hören, aus wirtschaftlichen Gründen gelegen, wenn sie den Turm dauerhaft verlegen und auf eine Sanierung und Modernisierung im Riedenberg verzichten könnte. Die Stadt könne sich auf dem frei werdenden Areal weitere Wohnhäuser vorstellen, hatte es im Herbst 2015 geheißen. OB Klenk versicherte der Initiative „Nein zum neuen Radarturm“, dass es eine Gesamtabwägung darüber geben werde, was technisch und finanziell das kleinere Übel sei. Er sicherte einen offenen Prozess zu: „Das wird hier im Gemeinderat öffentlich beraten und entschieden.“

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