Für die Staatsoper wird ein Ausweichquartier gesucht. OB Fritz Kuhn hat nur drei Vorschläge zur Debatte gestellt. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Bisher sollen drei Vorschläge für die zeitweise Unterbringung der Oper während deren Sanierung untersucht werden. Das ist zu wenig, die Vorauswahl zu eingeschränkt, findet Redakteur Konstantin Schwarz.

Stuttagrt - Es ist erstaunlich, wie sich die Debatte um den Interimsbau für die Sanierung der Staatsoper entwickelt: OB Fritz Kuhn nennt drei mögliche Grundstücke, und sowohl der Verwaltungsrat der Staatstheater als auch der Gemeinderat nehmen diese deutlich verengte Quartiersuche hin. Wo bleiben die Alternativvorschläge?

Die vermeintliche Auswahl des grünen Stadtoberhauptes läuft erkennbar auf einen Standort zu, nämlich ein teures Interim am Mercedes-Museum. Wenn hinter dem von Kuhn präsentierten ­Tableau ein Deal mit Daimler steht, zum Beispiel die Genehmigung der Interimsparkplätze für den Konzern auf früheren Sportplätzen im Neckarpark, dann sollte Kuhn dies offenbaren. Nachhaltig ist ein für wenige Jahre aufgeschlagener Zweckbau, der dennoch einen zweistelligen Millionenbetrag kosten wird, nicht. Die Alternative mit einem dauerhaften Haus, das erst der Oper dient und dann als Ergänzung für die Liederhalle genutzt werden kann, hat Charme, der Bauplatz Schlossgarten verbietet sich aber nach dem Eingriff durch den Tiefbahnhof. Ein Haus mit großer Bühne und Zuschauerrängen würde tief in den Park reichen. Dieser Vorschlag eines Grünen-OB ist nicht nachvollziehbar.

Der Gemeinderat ist gefordert

Der Suchlauf muss neu gestartet werden, und ein teures Interim sollte dabei vermieden werden. Es gibt selbst in der Innenstadt mehr als die genannten freien Grundstücke: Neben der Industrie- und Handelskammer gibt es eine Freifläche, sobald die Bahn ihre Tunnelbaustelle dort schließt, und zwischen alter Bahndirektion und der Jägerstraße könnte ebenfalls in größerer Kubatur gebaut werden. Das sind nur zwei Beispiele. Der Gemeinderat könnte mehr finden.

konstantin.schwarz@stzn.de