Bei den Buben tauchten auch viele biblische Namen auf. Foto: dpa

Im vergangenen Jahr sind in Bad Cannstatt insgesamt 2444 Namensanmeldungen eingegangen. Dabei gab es zwei Favoriten.

Bad Cannstatt - Vor der Geburt eines Kindes gibt es für werdende Eltern einige Entscheidungen zu treffen. Die Einrichtung für das Kinderzimmer muss ausgesucht werden, ein passender Kinderwagen gekauft und Babykleidung angeschafft werden. Die wohl wichtigste und auch für das Kind prägende Entscheidung: der Name.

In Bad Cannstatt wurden im Jahr 2018 2444 Kindernamen angemeldet. 2017 waren es noch 2898. Dabei hat bei den Mädchennamen Emma die Nase in den Top Ten vorne. 19 Eltern gaben ihrem Kind diesen Namen. Bei den Jungs führt Leon die Spitzenplätze an. 20 Knaben erhielten diesen Namen. Auf den restlichten Plätzen folgen viele Namen mit Anlehnung an die Bibel – wie David, Samuel oder Paul.

Bei den Mädchennamen orientieren sich Cannstatter Eltern dabei offenbar am gesamtdeutschen Geschmack – denn Emma ist auch in der gesamten Bundesrepublik der beliebteste Name für Mädchen. Bei den Jungennamen zeigen sich die Cannstatter hingegen nicht so trendbewusst. Deutschlandweit rangiert der Dauerbrenner Ben an der Spitze der Rangliste – schon das achte Jahr in Folge. In der Sauerwasserstadt belegt dagegen Leon den ersten Platz. 20 Jungen erhielten diesen Namen. Ben fällt hier auf Platz 13 sogar aus den Top Ten.

Konservative Namen beliebt

Generell scheinen Cannstatter Eltern wieder konservativer zu werden. „Wir hatten letztes Jahr keinen einzigen Namen, den wir ablehnen mussten“, sagt Roswitha Schmitt vom Standesamt Bad Cannstatt. Das liege aber auch an einer Direktive des Innenministeriums, die es vor ein paar Jahren gab – die Anweisung lautete damals auch nicht eindeutig männlich oder weiblich klingende Vornamen anzunehmen. Auch die vermehrte Anmeldung von arabischen und afrikanischen Namen trage zu diesem Trend bei. „Diese Namen können wir nur sehr schwer überprüfen und nehmen sie eigentlich immer an.“

Durch den Hang zum Konservativen, gibt es auch keine Fälle mehr, die gerichtlich zu prüfen sind. Jedes Elternpaar, dessen Namensanmeldung beim Standesamt durchfällt, hat die Möglichkeit auf eine richterliche Prüfung. Beim Cannstatter Standesamt so geschehen vor ein paar Jahren. „Eltern wollten ihr Kind damals Pumuckl nennen. Wir haben das abgelehnt – aber das Gericht hat dem Namen dann letztendlich doch zugestimmt“, erzählt Schmitt aus der Vergangenheit. Dieser Name werde auch heute noch bei Schulungen besprochen. Ein anderer Fall aber mit negativem Ausgang war der Name Pepsi Cola: „Weder wir noch das Gericht konnten diesem Namen zustimmen.“

Die Top Ten der Mädchennamen umfasst: 1. Emma, 2. Mia, 3. Ella, 4. Emilia, 5. Nora, 6. Mila, 7. Lina, 8. Anna, 9. Charlotte, 10. Leo. Bei den Jungennamen sieht es folgendermaßen aus: 1. Leon, 2. Maximilian, 3. David, 4. Samuel, 5. Lukas, 6. Noah, 7. Benjamin, 8. Emil, 9. Paul, 10. Theo

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