Otto Ruppaner hofft, dass sich noch mehr Menschen registrieren lassen. Foto: Ines / Rudel

Otto Ruppaner hat sich vor zehn Jahren bei der DKMS registrieren lassen. Wenn alles klappt, kann der Oberbürgermeister von Leinfelden-Echterdingen nun einem Menschen tatsächlich eine zweite Lebenschance geben.

Am Montag wird Oberbürgermeister Otto Ruppaner nach Dresden in eine Spezialklinik fahren. Es stehen Untersuchungen und ein Aufklärungsgespräch an. Der Rathauschef hat aller Wahrscheinlichkeit nach die Möglichkeit, mit einer Stammzellenspende einem schwerkranken Menschen zu helfen. Er kann diesem womöglich eine zweite Lebenschance bieten.

 

Bereits 2014 hat sich Otto Ruppaner gemeinsam mit seiner Frau Nadine bei der DKMS registrieren lassen. Die Abkürzung steht für Deutsche Knochenmarkspenderdatei, und so heißt auch die gemeinnützige Organisation, die dahinter steht. Ruppaner war damals gerade Rathauschef von Köngen geworden. Ein Kind in der Umgebung war an Leukämie erkrankt. Vielleicht hilft das ja, hatte sich das Ehepaar gedacht.

Nach der Registrierung passiert zehn Jahre erstmal nichts

Nach der Registrierung ist aber erst mal nichts passiert. „Zehn Jahre lang war Ruhe“, sagt Otto Ruppaner. Vor 15 Wochen dann kam ein Anruf von der DKMS. Man wollte wissen, ob er noch immer bereit sei, Stammzellen zu spenden, denn es könnte sein, dass er als Spender in Frage komme.

„Offenbar gibt es also einen Menschen auf dieser Welt, dem ich genetisch sehr ähnlich bin“, sagt der 41-Jährige dazu. Wer dieser Mensch ist, weiß Otto Ruppaner nicht. Auch an welcher Art des Blutkrebs er genau leidet, weiß er bisher nicht. Denn: „Die Spende ist grundsätzlich anonym“, sagt er.

Otto Ruppaner ist der ideale Spender für diesen Patienten

Er könne allerdings nach der Entnahme erfahren, in welchem Land die Empfängerin oder der Empfänger lebt, welches Geschlecht dieser Mensch hat und wie alt er ist. Sollte die Patientin oder der Patient überleben und die Bereitschaft haben, sich zu offenbaren, bestehe theoretisch auch die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen. „Das würde ich mir wünschen“, sagt der Oberbürgermeister. Für ihn stehe aber im Vordergrund diesem Menschen zu helfen, gesund zu werden.

Dass er helfe wolle, stand für ihn auch zehn Jahre nach der Registrierung außer Frage. Das DKMS-Team hat ihm dann ein Blutentnahme-Kit zugeschickt – mit dem ist er zu seinem Hausarzt gegangen. Anhand der Probe wurde geprüft, ob er gesund ist und ob er tatsächlich ein passender Spender ist. Vor zwei Wochen kam dann die Rückmeldung, dass er der ideale Spender für diesen einen Patienten sei. Wenn die Ärzte in Dresden am Montag grünes Licht geben, wird sich Ruppaner einer peripheren Stammzellentnahme unterziehen. Dieses Verfahren habe die Klinik des Empfängers angefragt, erklärt er.

DKMS hat mehr als 115 000 Stammzellspenden vermittelt

Er muss sich dafür zunächst fünf Tage lang ein Medikament spritzen, das die Produktion seiner Stammzellen im Körper angeregt. Es werden mehr Zellen produziert, als er benötigt. Diese können dann mit einem Verfahren, das einer Dialyse ähnelt, aus dem Blut gefiltert werden.

Die Zellen werden von der Klinik in Dresden zur Klinik des Empfängers gebracht. Theoretisch kann dieses Krankenhaus auch in Indien, Nordamerika, oder einem anderen Ort liegen. Die DKMS ist in vielen Ländern aktiv. Die Organisation wurde 1991 von Peter Harf ins Leben gerufen und sorgt seither dafür, dass Patientinnen und Patienten eine lebensrettende Stammzellspende erhalten. In der DKMS sind mehr als zwölf Millionen potenzielle Spenderinnen und Spender registriert, ist auf deren Homepage nachzulesen. Bis heute habe die Organisation mehr als 115 000 Stammzellspenden vermittelt. „Ich mache das jetzt sehr gerne und hoffe, dass sich noch mehr Menschen registrieren lassen“, sagt der Oberbürgermeister.