Zu enger Radius? Über die erneuerte Ausfahrt am Ehniweg wurde diskutiert. Foto: Chris Lederer

Um alle Straßen und Wege in Schuss zu halten, bräuchte das Tiefbauamt mehr Geld. Baubezirksleiter Wolfram Bott berichtete den Stammheimer Bezirksbeiräten, was dennoch verbessert wurde.

Stammheim - Wir reparieren lieber eine große Fläche am Stück als ständig nur kleine Reparaturen durchzuführen und am Ende hat man nur einen Flickenteppich“, sagte Baubezirksleiter Wolfram Bott als er dieser Tage den Stammheimer Bezirksbeiräten die „Maßnahmen zur Straßenunterhaltung“ präsentierte. Wobei man unter Straßenunterhaltung zweierlei verstehen darf. „Zum einen geht es um die Erhaltung des Zustandes, zum anderen geht es um die Erhaltung der Verkehrssicherheit.“ Kontrolliert werde der Zustand der Straßen ständig, nicht immer könne man reparieren, wo man wolle. „Manche Stellen müssen wir reparieren, wegen eventueller Regressforderungen.“

7,8 Millionen Euro für ganz Stuttgart

Für die Straßenunterhaltung stehen in der Gesamtstadt jährlich 7,8 Millionen Euro zur Verfügung. „Wir bräuchten aber zehn Millionen, um die Straßen langfristig in einem guten Zustand zu erhalten“, erklärte Bott. In Stammheim muss er mit einem Jahresbudget von 100 000 Euro auskommen. Im Jahr 2012 wurde unter anderem die Fahrbahndecke im Pintoweg erneuert und für 21 000 Euro ein neuer Belag aufgebracht. Im Bereich Amundsenstraße, Ecke Schweinfurthstraße, wurden für 18 000 Euro die Bordsteine erneuert. Einer kleine Fläche, die allerdings viel Aufwand bedeutet, mussten sich Botts Fachleute in der Herbertstraße widmen. „Dort war unter der Oberfläche ein Einbruch, ein eingefallener Hohlraum“, schilderte Bott. Dieses „Rattenloch“ zu stopfen, hätte 14 000 Euro gekostet. Auch Treppen mussten erneuert werden. 12 000 Euro hat es gekostet, die alten, brüchigen Stufen am Sven-Hedin-Weg gegen neue auszutauschen. Nicht nur Treppen, sondern auch Pflastersteine gerieten in den Fokus der Bauarbeiter. „Es fängt mit einem leichten Klappern an, dann lösen sich am Ende die ganzen Steine aus dem Belag heraus.“ Am Scottweg musste das Pflaster für 15 000 Euro wieder in Schuss gebracht worden. Ein weiteres Thema, mit dem sich Bott befassen muss, ist die Entwässerung. „An der Tuchbleiche hatten wir Probleme bei Starkregen.“ Um das Wasser schneller von der Oberfläche zu bekommen und Pfützenbildung entgegenzuwirken, wurde dort ein neuer Ablauf gesetzt. Kostenpunkt der Maßnahme insgesamt: 8000 Euro.

Radius am Ehniweg ist nicht enger als früher

Für Diskussion im Gremium sorgte der Umbau am Ehniweg. Dort hatte während des U-15-Ersatzbusverkehrs der Abbiegebereich gelitten. „Wir haben den Radius wieder so hergestellt, wie er war, bevor der Busersatzverkehr dort gefahren ist“,sagte Bott. Das sorgte für Kritik bei CDU-Bezirksbeirat Rolf Maurer: „Ich finde, der Kurvenradius am Ehniweg ist zu eng, man kann mit dem Auto kaum ausfahren, ohne auf die Gegenfahrbahn zu kommen.“ Bott versprach, sich die Sache noch einmal anzuschauen, er versicherte aber: „Wir haben ihn nicht enger gebaut als er vorher war.“ Die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) hätten sich an den Kosten beteiligt, und sehr genau darauf geachtet, dass nicht mehr und nicht weniger als der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt worden sei.

90 000 Euro für den Belag in der Korntaler Straße

Wohlwollend zur Kenntnis nahmen die Kommunalpolitiker die Maßnahmen, die bereits in diesem Jahr im Bezirk umgesetzt worden sind und noch umgesetzt werden: 90 000 Euro für die Erneuerung eines Abschnittes an der Korntaler Straße. 10 000 Euro für Belagarbeiten am Fliegenweg, 25 000 Euro für Fahrbahn-, Gehweg- und Bordsteinerneuerung an der Straße In den Weinbergen, um ein „Wasserproblem“ zu lösen. Im Oktober sollen an der Poppenweilerstraße die Deckenbeläge vollends aufgebracht werden. An der B27A seien demnächst ebenfalls Belagarbeiten vorgesehen.

Einige offene Punkte gebe es in Stammheim dennoch: etwa an der Straße Im Gütle sowie am Feldweg Im Pfädle, der nach Regen über Wochen verschlammt sein könne. Bott kennt die Stammheimer Problemzonen: wenn es das Budget hergebe, werde auch dort Abhilfe geschaffen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: