Das Postgebäude soll abgerissen werden. Es gibt aber Hürden zu überwinden. Foto: M. Kuhn

Nach dem Architektenwettbewerb für das Postareal hofften die Untertürkheimer auf den Baustart. Ein Telekomknoten im Postgebäude verhindert aber dessen Abriss.

Vor wenigen Tagen hat das Untertürkheimer Postamt geschlossen. Zwar bedauern dies viele Kundinnen und Kunden. Die Untertürkheimer hegen jedoch die Hoffnung, dass jetzt der Weg frei für die Umgestaltung des Postareals wird.

 

Vor drei Jahren hatte der Stuttgarter Baubürgermeister Peter Pätzold stolz den Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs präsentiert. Das Büro Harris+Kurrle hatte gewonnen. Kurrles Vorschlag überzeugte die Juroren und Bürger. Es soll eine Aneinanderreihung von drei Baukörpern mit unterschiedlicher Gebäudehöhe entstehen. In den Gebäuden sollen eine Aldi-Filiale, Fachgeschäfte, Arztpraxen, eine Kita, die AOK, eine Pflegeeinrichtung und Stadthäuser untergebracht werden. Der Bereich zwischen dem Postvorplatz und dem Leonhard-Schmidt-Platz wird aufgewertet. Untertürkheim erhält eine neue Ortsmitte. Schöne Visionen.

Doch was ist seitdem geschehen? Die Bezirksbeiräte hakten nach. „Denn mit der Gestaltung des Areals werden vom Amt für Stadtplanung und Wohnen dringend erforderliche städtebauliche Aufwertungen in der Arlbergstraße und ein Verkehrskonzept im Ortskern verknüpft. Die Entwicklung des Stadtbezirks steht still, oder es sind negative Tendenzen unübersehbar“, heißt es im gemeinsamen Antrag der Fraktionen. Die bürokratischen Mühlen mahlen langsam, zumal mehrere Eigentümer unter einen Hut gebracht werden müssen.

Kein Ausweichplatz für Telekomknoten

Haupthindernis, das bestätigte auch Stuttgarts OB Frank Nopper während eines Besuches, sei ein Telekomknoten, der sich im Postgebäude befindet. „Für ihn existiert ein Vertrag bis 2030“, so Nopper. Alternativstandorte wurden zwar untersucht, aber kein geeigneter zur Verlegung des Telekommunikationsknotens gefunden. Parallel zur Standortsuche wird dennoch der Bebauungsplan weiterentwickelt. „Als nächster Schritt wird die im Baugesetzbuch vorgeschriebene Beteiligung der Träger öffentlicher Belange vorbereitet“, sagt Marie Kraft, Pressesprecherin der Stadt. Danach erfolge die öffentliche Auslage. Die Ergebnisse des Wettbewerbs würden in den Bebauungsplan einfließen. Zudem gäbe es Gespräche zwischen der SWSG, die das Gesamtprojekt verwirklichen sollen, Aldi, dem Eigentümer des Postgebäudes, der AOK und der Stadt. Es geht um den Erwerb der für das Konzept benötigten Grundstücke.

Nopper ist verhalten optimistisch. „Wir müssen für das Postareal einige dicke Bretter bohren. Beim Bahnhof bin ich hoffnungsfroher.“ Auch das Verkehrskonzept ist beauftragt. „Wir können erst etwas konkret über die Zeitschiene sagen, wenn bekannt ist, wann der Telekomknoten verlegt wird“, sagt Kraft. „Vielleicht können wir wenigstens den Leonhard-Schmidt-Platz attraktiver gestalten“, hofft Stefanie Schwarz, die Vorsitzende des Industrie-, Handels- und Gewerbevereins nach einem Gespräch mit der Stadt.