Im neuen Entwurf fehlt das Hochhaus, der Platz hat nun mehr Freifläche. Foto: Visualisierung: Hähnig/

Schlechte Rückmeldungen, schwierige Investorensuche: Im Sindelfinger Gemeinderat wurden überarbeitete Entwürfe für das Sindelfinger Post-Voba-Areal präsentiert.

Mut zu Veränderungen und Neuplanungen beweist der neue Sindelfinger Oberbürgermeister Markus Kleemann. Ein Großprojekt nach dem anderen nimmt er unter die Lupe und regt zu neuen Ideen an.

 

So auch beim Post-Voba-Areal, das nach dem Abbruch der alten Volksbank im Jahr 2019 seit mehr als fünf Jahren als sogenannter „ Grüner Platz“ in der Stadtmitte zum Treffpunkt vieler Bürger geworden ist. Immer wieder organisiert eine Arbeitsgruppe dort Ausstellungen und Veranstaltungen wie Konzerte und Open-Air-Kino. Aktuell hat sich der Platz wieder ins Winterwunderland mit Eisbahn und Eisenbahn verwandelt.

Schwierige Suche nach einem Investor

Die bereits vorliegenden Pläne zur Bebauung des Areals, die der Gemeinderat für gut befunden hatte, passen aber nicht so recht zu den Vorstellungen vieler Bürger, die den Grünen Platz als Ort der Begegnung behalten möchten. Neben dem Bau des viel gewünschten Kultur- und Bürgerzentrums hatten die bisherigen Pläne auch ein Stadthaus mit öffentlichen Einrichtungen sowie ein 13-stöckiges Hochhaus mit Wohnungen vorgesehen.

Ursprünglich sahen die Planungen dieses Hochhaus am Platz vor – das wird wohl nicht weiterverfolgt. Foto: Stefanie Schlecht

„An uns ist der Wunsch nach mehr Freifläche herangetragen worden“, sagte Kleemann in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag. „Der Grüne Platz hat sich etabliert und weckt bei den Bürgern Begehrlichkeiten“, sagte Michael Paak, der Leiter des Amts für Stadtentwicklung. Außerdem habe es viele negative Stimmen zum Hochpunkt gegeben. Viele Bürger fürchten eine Verschattung der Umgebung. Andere meinten, dass ein Hochhaus nicht so recht in die Innenstadt passe. Schwierig ist offenbar auch die Suche nach einem Investor für dieses Projekt gewesen.

Also beauftragte die Stadtverwaltung den Tübinger Architekten Mathias Hähnig, der bereits den ersten Entwurf erarbeitet hatte, mit einer Änderung der Pläne. Diese präsentierte der Architekt am Dienstag dem Gemeinderat.

Aktuell ist auf dem Grünen Platz eine Eisbahn aufgebaut. Foto: Stefanie Schlecht

Danach ist das ungeliebte Hochhaus verschwunden. Dafür wird das Stadthaus etwas größer ausfallen. In diesem siebenstöckigen Gebäude sollen Büroflächen entstehen und Arztpraxen unterkommen. Auch eine Tiefgarage mit Stellplätzen könnte unter dem Gebäude entstehen. Zudem soll es einen Balkon erhalten, von dem aus man auf die Stadt blicken kann. Wohnungen wie noch im vorigen Entwurf sind nun nicht mehr vorgesehen. „Auch aus Gründen des Schallschutzes“, sagte Michael Paak.

Grüner Platz soll einem Namen endlich gerecht werden

Durch den Verzicht auf das Hochhaus ist die nun vorgesehene Freifläche auf dem Areal mit 1200 Quadratmetern doppelt so groß wie in der ursprünglichen Planung. Diese Fläche soll begrünt und bepflanzt werden - und somit ihrem Namen endlich gerecht werden: „Grüner Schwippeplatz“ verzeichnete der Architekt dafür in den Plänen. „Mehr nutzbares Grün - das ist der Wunsch vieler Bürger“, sagte die Baubürgermeisterin Corinna Clemens.

Nach der ersten Präsentation im Gemeinderat sollen die Pläne konkretisiert und dann voraussichtlich im Februar beraten und beschlossen werden. „Dann werden wir auf Partnersuche gehen“, sagte die Baubürgermeisterin Clemens, sprich: Die Investorensuche beginnt. Zunächst aber sollen, so Clemens, die Bagger anrücken und das alte Postgebäude abreißen. „Damit kommen wir einen großen Schritt voran.“

Bereits beim Thema Hallenbadsanierung hatte Markus Kleemann zuletzt einen neuen Weg beschritten. Die bisherigen Pläne mit einem Ausbau für rund 120 Millionen Euro verschwinden in der Schublade, der Sindelfinger OB hat neue Planungen beauftragt.

Diese sehen zwei Varianten vor: Einmal würde das bestehende Gebäude zu einem Familienbad mit Variobecken und Rutschen umgebaut. Dem würde aber das 50-Meter-Becken zum Opfer fallen. Die zweite Variante sieht einen Neubau vor mit einem großen Schwimmerbecken, das sich aber bei Bedarf umbauen lässt. Beide Varianten kämen um einiges günstiger als die bisherigen Spaßbad-Überlegungen.