Die Stadtwerke beseitigen die Störungen bei der Straßenbeleuchtung. Foto: factum

Die Straßenlampen leuchten nicht zuverlässig. Die Stadtwerke reparieren ein Jahrzehnte altes Netz. Dabei ist ihr selbst gestecktes Ziel, die Energiewende auf lokaler Ebene voranzutreiben.

Ditzingen - Mal brennen sie, mal brennen sie nicht, die Lampen links und rechts der Ditzinger Straßen: Ob Marktstraße oder Bauernstraße, hinter dem Schloss, an der Lehmgrube. Die Ditzinger sind darob genervt, sparen auch nicht mit Spott. Derweil sind die Stadtwerke damit beschäftigt, die Ursache zu finden, um die Straßen wieder ins rechte Licht zu rücken.

Die Ursachen für die Schäden in dem rund 40 Jahre alten Leitungsnetz sind vielfältig. Häufig handelt es sich laut dem Geschäftsführer der Stadtwerke, Frank Feil, um beschädigte Muffen. Damit werden Kabel verbunden. Die Häufigkeit der Ausfälle ist auffallend. „Bisher war es eine kontinuierliche Schadensentwicklung. Das hat sich geändert“, sagt Feil.

Das Netz gehört der Stadt, sie hatte es vor rund fünf Jahren von der EnBW übernommen. Sie hatte ihrer Ansicht nach damals „nicht zu viel bezahlt“, teilt der Rathaussprecher Jens Schmukal mit. Sondern einen Durchschnittspreis wie andere Kommunen auch. Sein Fazit dieses Deals: „Wir haben ein gebrauchtes Gut gekauft, wir wussten Bescheid, dass es nach und nach Probleme geben wird.“

Unternehmen besteht seit sieben Jahren

Auch wenn bisweilen im Ort schon gelegentlich der Ruf nach Schadensersatz laut wird, sieht die Stadt das anders. „Eine Grundlage für Schadensersatzansprüche ist nicht gegeben“, sagt Schmukal.

Derweil sind die Stadtwerke darauf angewiesen, dass die Bürger zügig mitteilen, wo es dunkel bleibt; nur so bestehe die Möglichkeit, die Fehler zu beheben. Denn wenn die Störung dadurch entsteht, dass sich der Boden – und damit das Kabel – hebt oder senkt, kann die Situation zum Beispiel nach einem Regen schon wieder eine andere sein.

Die Stadtwerke sind zwar dafür verantwortlich, die Störungen zu beseitigen. Gleichwohl verfolgt das erst sieben Jahre alte Unternehmen ein grundsätzlicheres Ziel, nämlich die Energiewende auf lokaler Ebene zu gestalten. Das geschieht etwa durch die Förderung der Umrüstung von Öl auf Gasheizungen. Im geplanten Baugebiet „Ob dem Korntaler Weg“ wollen die Stadtwerke ein Nahwärmenetz aufbauen, auch um den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid zu reduzieren.

Auf dem Dach der Tennishalle hat das Unternehmen in diesem Jahr die größte Solarkraftwerk der Stadt in Betrieb genommen. So deutlich sich der Geschäftsführer zur Unterstützung der Energiewende bekennt, sagt er aber auch: „Es muss sich für die Stadtwerke und die Ditzinger Bürger rechnen.“ Die Stadtwerke haben nach eigenen Angaben das Geschäftsjahr 2018 als das beste seit der Gründung abgeschlossen.

Mit einem Jahresergebnis von mehr als 600 000 Euro – das ist ein Plus von einer halben Million Euro gegenüber dem Vorjahr – erzielten das Unternehmen das vierte Mal in Folge ein positives Ergebnis. Die Unternehmensführung hatte vorsichtiger gerechnet. „Es entwickelt sich positiver als gedacht“, sagt Feil über die wirtschaftliche Entwicklung des städtischen Unternehmens. Der Kundenstamm hat sich damit innerhalb der letzten vier Jahre mit mehr als 4000 Kunden mehr als verdoppelt. Die Kunden sind überwiegend aus dem Ort, wo das Unternehmen seinen Sitz hat: „Der Schwerpunkt liegt in Ditzingen und nicht außerhalb“, sagt Feil.

Kunden vor allem aus Ditzingen

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