Der Schreibtisch ist voll, es ist viel zu tun: Ein Arbeitsplatz, an dem man ungestört arbeiten kann, ist da besonders wichtig. Foto: picture alliance / dpa

Die Stadtverwaltung von Filderstadt wächst, ihre Räume indessen nicht. Die Folge: Stellen können nicht besetzt werden, weil Platz fehlt. Zumindest für die ferne Zukunft gibt es einen Plan.

Bernhausen - Dass die Verwaltung einer Stadt effektiv arbeiten kann, liegt im Interesse aller Bürger. Was gehört dazu? Sicher auch ein angenehmes Arbeitsumfeld, in dem man seine Arbeit in Ruhe erledigen kann.

Genau daran hapert es gerade bei der städtischen Verwaltung in Filderstadt. „Im Verwaltungsgebäude Aicher Straße 9 platzen wir aus allen Nähten“, sagt Oberbürgermeister Christoph Traub. Auf drei Etagen des Gebäudes sind Räume für die Stadtverwaltung verteilt, hier sitzen Haupt- und Personalamt, die Pressestelle, sowie ein Teil des Dezernats des Oberbürgermeisters, etwa Traubs persönliche Referentin Lena Gillmeister. Insgesamt arbeiten 43 Mitarbeiter der Stadtverwaltung hier.

Stellen können nicht besetzt werden

Um alle unterzubringen, ist bereits einiges getan worden: Frühere Einzelbüros werden nun von mehreren Mitarbeitern belegt, Schränke oder Besprechungstische sind weggeräumt worden, um Platz für zusätzliche Schreibtische und Arbeitsplätze zu schaffen. Einstige Besprechungsräume sind nun Büros.

Wo aber nun die Besprechungen abhalten? Traub hat das OB-Besprechungszimmer zur Verfügung gestellt, wenn es gerade frei ist. Allerdings befindet sich hier der Durchgang zur Mitarbeiterküche, „und der Schallschutz ist ein Problem“, sagt Traub. Ein ruhiges, ungestörtes Eckchen zu finden, etwa für Vorstellungs- oder Mitarbeitergespräche, ist derzeit schwierig.

Der Kopierer steht im Erste-Hilfe-Raum, der Computerserver im Raum mit archivierten Unterlagen, und wenn Auszubildende da sind, müssen sie sich an die Stirnseiten der bereits besetzten Schreibtische setzen. „Wir haben eine Stelle im Haupt- und Personalamt zu besetzen“, erklärt Traub, „aber wir können nicht einmal ausschreiben, weil wir nicht wissen, wo wir die Person hinsetzen sollen“.

Ein wenig Erleichterung sollen die Praxisräume im zweiten Obergeschoss des Gebäudes bringen. Der Zahnarzt zieht aus, dann wird renoviert, und die Verwaltung zieht ein. Renoviert wird aber nur gerade so viel, wie sein muss, große Investitionen will die Stadt nicht tätigen. Ähnlich wie bei den Räumen im obersten Stock: Hier sitzt die Wirtschaftsförderung in ehemaligen Wohnräumen. „Schon damals haben wir an der Aufteilung nichts verändert, keine Wände versetzt“, erklärt Christoph Traub, „sondern nur tapeziert und möbliert, mit minimalstem Aufwand“. In der Zahnarztpraxis soll es ebenso geschehen. Noch vor der Sommerpause soll der Umbau beginnen, damit im Herbst die zusätzlichen Räume bezogen werden können.

Stadt will attraktiver Arbeitgeber bleiben

Möglichst wenig Geld in die Hand zu nehmen, ist ein Anliegen der Verwaltung, da derzeit eine Machbarkeitsstudie angefertigt wird. Die soll feststellen, was besser funktioniert: dass die Verwaltung sich weiterhin auf Bernhausen und Plattenhardt verteilt, oder ein zentrales Verwaltungsgebäude für Filderstadt entsteht. In diesem Zusammenhang wird es auch um den Neubau des Verwaltungsgebäudes an der Aicher Straße 9 gehen. Die Stadt hat dafür auch das daneben liegende Gebäude der Kreissparkasse gekauft. Der Neubau wird endlich den erforderlichen Platz für die städtischen Mitarbeiter bereitstellen. Die Machbarkeitsstudie soll im zweiten Halbjahr 2019 dem Gemeinderat vorgestellt werden.

Der Ausbau der Verwaltung und die Neugestaltung des Arbeitsumfelds spielt auch eine Rolle, wenn es um Mitarbeitergewinnung geht. „Wenn wir ein attraktiver Arbeitgeber bleiben wollen, müssen wir hier etwas tun“, sagt Traub.

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