Stadtumbau Millionengrab bei der Haltestelle Staatsgalerie

Von Josef Schunder 

An der innerstädtischen B 14, die in diesem Abschnitt Willy-Brandt-Straße heißt, wird sich viel ändern Foto: Innenministerium
An der innerstädtischen B 14, die in diesem Abschnitt Willy-Brandt-Straße heißt, wird sich viel ändern Foto: Innenministerium

Die Stadt lässt es sich viel Geld kosten, damit im Zuge des Tiefbahnhofbaus bei der Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie eine Art Platz geschaffen wird. Die Kostenprognose aus dem Jahr 2009 mit 10,8 Millionen Euro ist jetzt auf 26,85 Millionen erhöht worden.

Stuttgart - Auch zusätzliche Vorhaben sind darin enthatlten. Bei allem geht es um Mehrkosten für Baumaßnahmen, die die Bahn AG auf Wunsch der Stadt in ihre Stuttgart-21-Pläne einbezog. So soll das gesamte Umfeld des Gebhard-Müller-Platzes aufgewertet werden. Der Deckel über der B 14 soll in Richtung Neckartor bis zur Sängerstraße verlängert werden. Das ermöglicht, dass Fußgänger und Radfahrer ebenerdig zwischen Kernerviertel und Mittlerem Schlossgarten wechseln können – und dass Häuser im Kernerviertel und der Schlossgarten weniger dem Straßenlärm ausgesetzt sind.

Die Kosten speziell für die Verlängerung der B-14-Unterfahrung am Gebhard-Müller-Platz werden heute nicht mehr mit 10,8 Millionen Euro beziffert, sondern mit 16,1 Millionen. Enthalten sind 2,4 Millionen Euro Mehrwertsteuer. Grund: Die Bahn hatte mit Nettokosten operiert, die Stadt bezahlt auf ihren Anteil aber Mehrwertsteuer. Zu den 16,1 Millionen kommen weitere Kosten von 3,45 Millionen Euro hinzu.

Das rührt von Sonderwünschen der Stadt bei der Oberflächengestaltung auf dem Deckel mit Fuß- und Radwegen sowie Baumpflanzungen her. Damit bei der Gelegenheit auch die heutige B-14-Unterführung saniert wird, wo der Beton bröselt, muss die Stadt noch einmal 2,5 Millionen aufwenden. So erhöhen sich ihre Gesamtkosten auf 22,05 Millionen Euro. Der Betrag stand auch in der Vorlage für die Stadträte.

Am Dienstag im Technik-Ausschuss korrigierte Technik-Bürgermeister Dirk Thürnau (SPD) auf Nachfragen spontan aber auch diese Summe: weil die Preissteigerungen wohl 1,8 Millionen Euro höher ausfallen und ein Risikopuffer von drei Millionen Euro angemessen sei. Am Ende könnten sich 26,85 Millionen Euro ergeben. Die Stadträte waren beeindruckt. Ihr Appell: Die Verwaltung möge versuchen, gut zu verhandeln und sich von der Bahn nicht alles zurechnen zu lassen.

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