Rund um den Bahnhofsvorplatz in Zuffenhausen gibt es viel Entwicklungspotenzial. Ein städtebaulicher Wettbewerb könnte konkrete Maßnahmen hervorbringen. Foto: Bernd Zeyer (Archiv)

Im Rahmen der Konzeption „Stadtteilzentren konkret“ stehen für Weilimdorf, Feuerbach und Zuffenhausen insgesamt 1,8 Millionen Euro bereit.

Stuttgarter Norden - Ein attraktives Ortszentrum, in dem man sich wohlfühlt, und eine lebendige Einkaufsstraße, auf der man alles findet, was man braucht: Das wünschen sich sicherlich alle Bürger von ihrem Stadtbezirk. Doch die Realität sieht meistens anders aus: Leer stehende Geschäfte, Billiganbieter, Spielhallen oder Gebäude, die schon einmal bessere Tage gesehen haben, sind keine Seltenheit. Das wissen auch die Stadtverwaltung und die Mitglieder des Gemeinderates.

Um die Stadtteilzentren lebendiger zu gestalten, wurde eine Konzeption erstellt, die unter anderem auch in Weilimdorf, Zuffenhausen und Feuerbach greifen soll (unsere Zeitung berichtete). Und das sogar noch schneller, als zunächst vermutet. Baubürgermeister Peter Pätzold hat den Stadträten in der ersten Lesung im Rahmen der vergangenen Haushaltsberatungen nämlich noch einmal vorgeschlagen, nur insgesamt 250 000 Euro in den kommenden zwei Jahren bereitzustellen. Diese Summe würde ausreichen, um mit der Umsetzung einzelner Konzepte in den Stadtbezirken beginnen zu können. „Die Verwaltung schlägt daher vor, die Entscheidung über die Einrichtung eines eigenen Investitionsfonds zur Realisierung von Schlüsselmaßnahmen zurückzustellen, bis Erfahrungen aus der Starterphase in 2018/2019 vorliegen. Danach kann auch eine Aussage zu einem etwaigen Stellenbedarf getroffen werden“, sagte Pätzold.

Doch die Stadträte sahen das in den Haushaltsberatungen anders. Feuerbach, Zuffenhausen und Weilimdorf stehen nun in den kommenden zwei Jahren jeweils 600 000 Euro zur Verfügung. „Wie das Geld eingesetzt wird, passiert in Abstimmung mit den Bezirken und dem Gemeinderat“, sagt Hermann-Lambert Oediger von der Abteilung Stadtentwicklung beim Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung. „Wir freuen uns, dass der Gemeinderat das Thema als so wichtig eingestuft hat. Wir können mit dem Geld auf jeden Fall jetzt schon einige Schlüsselmaßnahmen in den Stadtbezirken in Angriff nehmen“, betont Oediger. Zudem sei eine Stelle geschaffen worden, die für die Umsetzung der Konzeption enorm wichtig sei.

Ergebnisse aus den Workshops sollen umgesetzt werden

Auch Weilimdorfs Bezirksvorsteherin Ulrike Zich freut sich über den Beschluss der Stadträte: „Wenn man die Bürger an so einem Stadtentwicklungsprozess beteiligt und sie nach ihren Ideen und nach ihrer Meinung fragt, aber dann die Ergebnisse nicht umgesetzt werden, führt das zu einer gewissen Frustration. Deshalb bin ich sehr froh, dass der Gemeinderat Mittel zur Verfügung gestellt hat, um auch in Weilimdorf einige Maßnahmen umsetzen zu können.“ Man halte auf jeden Fall an den Ergebnissen aus dem Workshop mit dem Büro Dr. Donato Acocella Stadt- und Regionalentwicklung fest. Die Fläche rund um den Löwen-Markt steht dabei auf der Prioritätenliste weit oben. Unter anderem soll das dortige Einkaufszentrum samt Tiefgarage revitalisiert werden. Auch eine größere Aufenthaltsqualität auf einigen Plätzen rund um das Ortszentrum ist ein Thema.

Letzteres gilt auch für Feuerbach und Bezirksvorsteherin Andrea Klöber. Persönlich spricht sie sich für mehr Aufenthaltsqualität auf den Flächen an den Kreuzungen Grazer/Stuttgarter Straße und Klagenfurter/Stuttgarter Straße aus. „Für mich ist das auf jeden Fall eine Option.“ Die Mehrheit des Bezirksbeirats hat dazu bislang allerdings andere Beschlüsse gefasst. „Es ist aber noch zu früh, um sagen zu können, was mit dem Geld genau passiert. Aber es gibt Vorschläge“, sagt Andrea Klöber.

Auch Zuffenhausens Bezirksvorsteher Gerhard Hanus freut sich über die finanziellen Mittel: „Es gibt für den Bezirk schon viele Vorschläge, die wir konkret angehen wollen. Was genau, müssen wir mit dem Stadtplanungsamt und der Wirtschaftsförderung noch abstimmen.“ Auf jeden Fall wolle man gemeinsam mit den Eigentümern versuchen, das Optimum für Zuffenhausen zu erreichen. Hermann-Lambert Oediger sieht den Fokus auf der Einkaufsmeile Unterländer Straße und dem Bahnhofsumfeld: „Rund um den Bahnhof könnte ich mir auch vorstellen, dass wir für diesen Bereich einen städtebaulichen Wettbewerb ausloben.“

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