Die 30-jährige Sozialpädagogin Anna Stano leitet gemeinsam mit dem 60-jährigen Sozialarbeiter Jürgen Kull das Stadtteilhaus an der Christophstraße. Foto:  

Die 30-jährige Sozialpädagogin Anna Stano bildet seit Mitte November mit Sozialarbeiter Jürgen Kull das neue Leitungstandem des Stadtteilhauses in Stuttgart-Mitte. Die Coronakrise erschwert die Arbeit der Einrichtung.

S-Mitte - Einfach mal die Beine in die Hand nehmen gehöre zu ihren ersten Aufgaben im Stadtteilhaus Mitte, erzählt die Sozialpädagogin Anna Stano. Die 30-Jährige bildet seit Mitte November gemeinsam mit Jürgen Kull das Leitungstandem des Stadtteilhauses an der Christophstraße. Sie nutzte die vergangenen Wochen, um sich ein Bild vom Bezirk Mitte zu machen und sich bei anderen Einrichtungen vorzustellen. „Mir ist dabei aufgefallen, wie viele Familien in der Stadtmitte wohnen und wie lebendig die Quartiere sind“, sagt sie.

In der Coronakrise ist das Stadtteilhaus nun wieder wie während der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr geschlossen. Im November und Anfang Dezember war der Betrieb noch eingeschränkt möglich. Viele Veranstaltungen fielen aber aus.

Stano macht Erhebungen

Für die neue Mitarbeiterin bedeutet der erzwungene Leerlauf Zeit, sich zunächst in Zahlen mit ihrem Aufgabengebiet zu beschäftigen. Sie mache Erhebungen, erzählt sie.

Außerdem bleibt Raum, um Neues zu planen. Stano will mehr Angebote für junge Erwachsene anbieten. Sie beschreibt ihren neuen Arbeitsplatz als „Jugendhaus für alle Generationen“. Aus ihrer Sicht müssten aber junge Erwachsene, die noch keine Familie gegründet haben, stärker eingebunden werden.

Angebote sollen zu Finanzen beraten

Mal eine Weinprobe oder ein Pubquiz könnte junge Erwachsene aus dem Bezirk in das Stadtteilhaus locken, glaubt Stano. Sie will ihnen außerdem mit Veranstaltungen Tipps zu Finanzen geben. „Ich habe vor meinem Studium eine Ausbildung zur Finanzassistentin gemacht. Ich kenne mich also aus“, sagt sie.

Ihr Partner Jürgen Kull setzt seine Schwerpunkte auf Angebote für Erwachsene und materiell Benachteiligte. Viele Menschen in Stuttgart wüssten nicht, welche Kurse zur Weiterbildung ihnen offen stünden, meint der 60-Jährige.

Es gibt weiter Hausaufgabenhilfe

Das Stadtteilhaus bot auch in der zweiten Pandemiewelle zunächst eine coronakonforme Hausaufgabenhilfe und musikalische Früherziehung sowie zusätzliche Nachhilfeangebote an. Aufgrund der Verschärfung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens muss die Einrichtung aber wieder schließen. Solange es möglich war, versuchte das Stadtteilhaus angesichts schwieriger Lernbedingen in vielen Haushalten Alternativen zu bieten, erklärt Kull. Die sozialen Folgen der Pandemie seien bisher in seiner Arbeit noch nicht deutlich spürbar gewesen, meint der Sozialarbeiter.

Im November seien die Herausforderungen für die Arbeit größer gewesen als in den ersten Monaten der Pandemie, sagt der Sozialarbeiter. „Jede Woche kam eine neue Coronaverordnung hinzu. Dann mussten wir Ehrenamtlichen manchmal kurzfristig mitteilen, dass sie einen Kurs nicht geben können. Das war eine Belastung für sie“, sagt Kull. Er und seine neue Kollegin Anna Stano setzen ihre Hoffnungen auf das Frühjahr und bessere Bedingungen, um wieder Veranstaltungen möglich zu machen.

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