Die Kinder sind als digitale Detektive in der Stadtteilbibliothek auf Spurensuche. Sebastian lässt sich vor dem Green Screen ablichten. Foto: Alessa Becker

In der Stadtteilbibliothek haben Studenten der Hochschule der Medien (HdM) Kinder spielerisch in die Welt der neuen Technologien eingeführt. Bei einer Detektiv-Rallye kamen VR-Brillen, QR-Codes und Computer zum Einsatz.

Vaihingen - Wo ist die verschwundene DVD? Mit Detektivausweis und VR-Brillen – mit denen man virtuelle Realität sehen kann – sind am Samstag 21 Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren in der Stadtteilbibliothek am Vaihinger Markt auf Spurensuche gegangen. Das Rätsel um die kleinen Detektive dachten sich acht Studenten der Vaihinger Hochschule der Medien (HdM) aus.

„Wir wollten die Kinder spielerisch in unseren Studiengang und die Technik, mit der wir arbeiten, einführen“, erklärte Laura Klotz. Die 23-Jährige studiert im siebten Bachelor-Semester Online-Medien-Management. Auch Studierende des Studiengangs Bibliotheksmanagement waren an dem Projekt beteiligt. „So konnten wir uns die Arbeit gut aufteilen und jeder hat sein Wissen eingebracht“, sagte Klotz. Ein halbes Jahr lang, insgesamt ein Semester, sind sie und ihre Kommilitonen mit der Konzeption der Detektiv-Rallye beschäftigt gewesen. „Da ist man dann schon aufgeregt, ob auch alles wie geplant funktioniert“, sagte sie. Schwierigkeiten, Kinder für das Projekt zu begeistern, hatten sie nicht. „Von über 40 Anmeldungen konnten wir nur die Hälfte zulassen, sonst hätten wir uns nicht angemessen um die Kinder kümmern können“, sagte die 23-Jährige.

Die Kinder sind begeistert von der vorgestellten Technik

An einer der Stationen mussten die kleinen Detektive mit der VR-Brille und mit einem Controller, also einem Bediengerät für Spielekonsolen, Seifenblasen auf Monster schießen. An einer anderen machten sie Fotos von sich vor einer grünen Wand, um dann einen anderen Hintergrund ins Bild zu schneiden. Für Jakub war das nichts Neues. „Ich habe selbst eine VR-Brille zu Hause, weil mein Papa und ich sehr begeistert von Technik sind“, sagte der Zehnjährige. Katharina hingegen hat die Bücherei noch nie aus diesen Augen gesehen. „Ich komme immer her, um Bücher auszuleihen, da habe ich den Flyer für das Projekt gesehen und wollte unbedingt mitmachen“, so die Elfjährige. Ganz allein habe sie sich für den Tag angemeldet. „Die anderen Kinder sind aber so nett, dass ich mich gar nicht einsam fühle.“

Sebastian war ganz fasziniert vom kleinen Fotodrucker, der direkt vor Ort die frisch geschossenen Bilder ausdrucken konnte. „Ich habe hier viel Neues gelernt“, sagte er. Kinder mit Neuem vertraut zu machen, sei das Ziel des Projektes gewesen, erzählte Stephan Wilczek, Professor des Studiengangs Online-Medien-Management. „Das Projekt ist sehr praxisorientiert angelegt, denn Studenten sollen hier ihre Studieninhalte für Kinder aufbereiten, in einem Team arbeiten und selbstständig Sponsoren für ihr Konzept finden“, erklärte er. All das seien Aufgaben, die ihnen auch im Berufsleben bevorstehen könnten. „Das Konzept hat sich bewährt und ich würde das Seminar gerne im nächsten Semester wieder anbieten“, sagte Richard Stang, Professor des Bibliotheks- und Informationsmanagements. „Es ist uns wichtig, dass die Kinder auch lernen, verantwortungsvoll mit den neuen Medien und Technologien umzugehen“, erklärte Studentin Lisa Heizmann.

Studenten üben fürs Berufsleben

Am Ende des Tages zählten die Kinder fleißig die Stempel auf ihrem Detektivausweis, die sie für gelöste Rätsel erhalten hatten. Und an der letzten Station brauchten sie dann doch keine Technik mehr: Zum Ausgleich nach getaner Detektivarbeit bemalten sie Stofftaschen.

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