Karin Franz an ihrer neuen Wirkungsstätte Foto: Gall

Sie hat das Amt von Tom Ahlers übernommen. Erst einmal will sie richtig ankommen, um dann auch einige konzeptionelle Änderungen vorzunehmen.

Münster - Karin Franz leitet seit dem 1. März die Stadtteilbibliothek Münster. Damit ist sie Nachfolgerin von Tom Ahlers, der 16 Jahre die Leitung innehatte. „Große Fußstapfen“, sagt sie lachend. Die neue Büchereileiterin stammt aus der Pfalz – genauer: Neustadt an der Weinstraße. Dort wurde sie 1969 geboren. Sie ist sehr musikalisch und hat unter anderem Akkordeon, Geige – „das hat mir nicht so viel Spaß gemacht, aber wir hatten ein Erbstück, das bearbeitet werden musste“ – gelernt, außerdem hat sie sich selbst das Gitarre Spielen beigebracht. 15 Jahre lang war sie im Kinderchor „Pfälzer Weinkelchen“ aktiv.

In den Stuttgarter Westen verschlug es sie 1989 wegen des Studiums. Wollte sie zuerst Musik, Englisch und Deutsch studieren – landete sie an der damaligen Fachhochschule für Bibliothekswesen (FHB) in Feuerbach. „Ich wollte nach Stuttgart, da es meiner Meinung nach damals dort die beste bibliothekarische Ausbildung in Deutschland gab.“ Ihren ersten Job begann sie in der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken. Dort gibt man kleinen, privaten Büchereien Starthilfe. Da ihr Interesse aber nicht nur dem Medium Buch gilt, sondern viel mehr umfasst, entschloss sie sich zu einem zweiten Studium: Medienwissenschaft. Von 1993 bis 1995 studierte sie in Tübingen.

„Hebamme“ für Drehbuchautoren

Von Tübingen ging es wieder zurück nach Stuttgart – zum Klett Verlag, wo sie beim Grundschulverlag als Redaktionsassistentin tätig war. Eine andere Art von Autoren begleitete sie auf ihrer nächsten Station. Bei der MFG Filmförderung betreute sie zuerst die Branchenzeitschrift „FilmFacts Südwest“, bevor sie Referentin bei der Drehbuchförderung wurde. Dort kümmerte sie sich um junge Drehbuchautoren – von der ersten Idee bis zum fertigen Film. „Im Grunde war ich eine Hebamme, die sich um die ersten Schritte der Autoren kümmerte.“

Doch irgendwann kam die Überlegung ins Spiel, was sie die nächsten 20 Jahre machen wolle. So kam die Idee eines Wiedereinstiegs in das Bibliothekswesen auf. „Bibliothekarin ist ein Beruf und eine Berufung.“ Für die ersten Monate hat sie sich vor allem vorgenommen „anzukommen, sich einzugrooven und die Nutzer und deren Bücherei-Nutzung kennenzulernen.“ Danach soll natürlich auch an der weiteren Konzeption gearbeitet werden. „Die Nutzung von Bibliotheken ändert sich. Von einem Ort des Ausleihens zu einem Ort der Präsenz, wo man sich trifft und Zeit verbringt.“ So wird ihr Schwerpunkt auf der Veranstaltungs- und Öffentlichkeitsarbeit liegen, zwischen Wissensvermittlung und Unterhaltung. Auch auf die Arbeit mit Jugendlichen und Kindern freue sie sich. In mittel- bis langfristiger Planung soll der Bestand für Kinder vergrößert werden. „Das Schöne ist, dass ich Sachen ausprobieren darf.“ Auch die Online-Leihe wolle sie präsenter machen. Einen großen Wunsch hat sie: „Es wäre super, wenn wir noch eine Vollzeitstelle bekämen.“ Der Bezirksbeirat hat diesen Wunsch aufgenommen. „So kommt man vielleicht von der Ära Ahlers, zur Ära Franz.“

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