Der Verkehr ist das größte Problem im Stadtteil Eglosheim. Foto: factum/Simon Granville

Die Ludwigsburger Stadtverwaltung hat eine Stärken-Schwäche-Analyse von Eglosheim entwickelt. Jetzt dürfen die Bürger mitreden.

Ludwigsburg - Bis vor etwa zehn Jahren galt Eglosheim als Stadtteil mit großer sozialer Reibung. Doch dank der Initiative Soziale Stadt hat sich das grundlegend geändert. Seither klagen die Bewohner des Ludwigsburger Stadtteils vor allem wegen der Belastung durch den Verkehr auf der Autobahn und der B 27. Kein Wunder also, dass nun das Thema Mobilität in der Fortschreibung des Stadtteilentwicklungskonzepts (Step) ganz oben steht. Bei dessen Vorstellung im Stadtteilausschuss wurde aber auch klar, dass Eglosheim grüner werden soll.

 

Elf Masterpläne – von Wohnen über Mobilität bis Grün – wurden herangezogen, um viele kleine Maßnahmen bestimmen zu können, die den nördlichen Ludwigsburger Stadtteil lebenswerter machen sollen. „Wir wollen ein Gespür dafür bekommen, wo die Bedarfe sind“, sagt die Stadtteilbeauftragte Joanna Wilke. Darum wurde jetzt ergänzend dazu eine Onlinebefragung gestartet. Die Stadtteilbewohner können anklicken, was ihnen am meisten Sorge bereitet, aber auch, was ihnen am besten gefällt in ihrer Nachbarschaft. Bis zum Sommer sollen diese Informationen ins Konzept eingepflegt sein und dann in einem Bürgerbeteiligungsverfahren und einem Workshop erneut diskutiert werden. Die Stadtverwaltung hätte sich den Workshop auch online vorstellen können, doch der Stadtteilausschuss ist davon überzeugt, dass sich die Menschen für diesen Austausch wirklich begegnen müssten. Also soll nun erst einmal zugewartet werden, bis das wieder möglich ist. Nach Ansicht des Ersten Bürgermeisters Konrad Seigfried kann dies kaum vor dem Juli geschehen.

Stadtteil wünscht Live-Veranstaltung im Sommer

Schon vorab hatte auch Joanna Wilke erklärt, dass der Zusammenhalt im Stadtteil groß und auch die Teilnahme an der Online-Befragung schon vom ersten Tag an rege gewesen sei. Dennoch könne man auf diese Weise kein geschlossenes Bild für Eglosheim erhalten. Denn es gebe noch immer viele Bürger, die sich niemals im Internet äußern würden. Auch deshalb will die Stadt die gesammelten Informationen und Erklärungen zum eingeschlagenen Kurs im Stadtteil auch als Broschüre drucken und verteilen.

Umfrage ist bis Ende Mai geschaltet

Neben Fragen von Verkehr und Mobilität hält Wilke auch die Konzeption von Frei- und Grünflächen sowie die Einbindung der Jugendlichen für entscheidend. „Der Jugendförderung ist es gelungen, sich über Live-Chats auf Instagram regelmäßig mit bis zu 50 Jugendlichen auszutauschen“, sagt die Stadtteilbeauftragte. Die Liste der Wünsche und Anregungen zeige, dass es sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Jugendlichen schon sehr viele konkrete Vorstellungen davon gebe, wo es hingehen könnte in Eglosheim.

Im nächsten Schritt plane die Verwaltung eine Priorisierung der gewünschten oder geplanten Maßnahmen zur Verbesserung des Lebens im Stadtteil, sagt Wilke. „Es soll dann einen Maßnahmenkatalog geben, der den Bürgern zeigt, welche Vorhaben schnell und vielleicht auch mit wenig Aufwand umzusetzen sind und welche unter Vorbehalt stehen.“

Interessierte finden unter www.meinlb.de/eglosheim Karten und Erläuterungen zum Konzept. Dort kann jeder markieren, was ihm wichtig ist, oder mitteilen, was er vermisst. Die Teilnahme an der Abfrage ist bis Ende Mai möglich.