In der Halbhöhe lebt man oft im großen Stil. Die zehn Top-Wohnlagen zeigen wir in der Bildergalerie sowie in der Tabelle unten im Text. Foto: imago//Wolfgang Diederich

In manchen Stuttgarter Stadtteilen leben die Bewohner im großen Stil: viel Wohnraum, eigene Immobilien und Autos. Die Top Ten überraschen nicht alle – sie haben aber etwas gemeinsam.

Im Nordwesten des Stuttgarter Kessels findet man zwischen Killesberg und Kräherwald den Stadtteil Am Bismarckturm. Dort sind die Grundstücke großzügig bebaut, die Häuser sind freistehend, haben fast alle einen großen Garten (gerne mit Pool) und an den Klingelschildern finden sich häufig nur die Initialen der Bewohner. Die Website der Stadt bezeichnet den nach dem 1904 errichteten Bismarckturm als eines der begehrtesten Wohngebiete Stuttgarts.

 

Man lebt hier auch auf großem Fuß. Der Stadtteil führt unser Ranking mit großem Abstand an. In keinem anderen Stadtteil haben die Bewohner pro Kopf so viel Wohnfläche (95 Quadratmeter), nirgends ist der Anteil an Pkw je 100 Einwohner höher und es gibt hier auch mehr Ein- und Zweifamilienhäuser als im Stuttgartschnitt. Dazu leben mehr als 80 Prozent aller Haushalte in der eigenen Immobilie. Man hat hier viel Platz und wenig Sorgen.

Hier lebt man im großen Stil

Für unser Stadtteilranking analysieren wir amtliche Daten zu allen 152 Stuttgarter Stadtteilen. Aus drei Kategorien bilden wir einen Index: die Wohnfläche pro Person, der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser sowie die Pkw je 1000 Bewohner. Wir betrachten jeweils die Abweichung zum Mittelwert der Gesamtstadt. Die Wohnfläche gewichten wir doppelt und addieren die drei Faktoren zu einem Gesamtwert – je höher er ist, desto weiter oben landet ein Stadtteil im Ranking.

Der Frauenkopf landet auf Platz zwei. Der Stadtteil im Osten der Stadt liegt direkt an der Waldebene, in den Häusern und Villen leben auch Prominente. Der Stadtteil An der Burg grenzt an den Killesberg an. In diesen beiden Stadtteilen hat der durchschnittliche Bewohner nicht ganz so viel Wohnfläche zur Verfügung wie Am Bismarckturm, allerdings sollten 68 Quadratmeter für die meisten ausreichen. Zum Vergleich: In Hohenheim, das bei dieser Kennziffer ganz am Ende steht, sind es nur 16 Quadratmeter pro Person.

Halbhöhe, Natur und Aussicht – der Gewinner

Die Top-Ten-Stadtteile haben einiges gemeinsam: Es handelt sich durchweg um naturnahe Wohngebiete in der Halbhöhe mit aufgelockerter Bebauung, guter Aussicht und vielen Autos – sowie sehr hohen Miet- und Kaufpreisen. Das Leben auf großem Fuß können sich nur wenige leisten.

Die weiteren Stadtteile im Ranking haben meist einen hohen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern. Sie liegen vielfach im Grünen, weshalb hier deutlich mehr private Pkw pro Kopf gezählt werden als im Stuttgartschnitt – mehr als jeder Zweite hat hier statistisch ein eigenes Auto. Das ist auch im Stadtteil Lenzhalde unterhalb des Bismarckturms so. Allerdings wohnt man hier eher in Etagenwohnungen – dafür sehr großzügig mit 63 Quadratmetern pro Kopf.

Warum der Killesberg „nur“ Zehnter ist

Möglicherweise überraschend landet der Killesberg im Ranking „nur“ auf Platz zehn. Zwar liegen dann immer noch 140 Stadtteile dahinter, aber vielen ist der Killesberg als absolute Nobeladresse bekannt. Man wohnt dort mit 53 Quadratmetern pro Kopf nur eben nicht ganz so großzügig wie in den absoluten Toplagen. Würden wir allerdings die durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung berücksichtigen, läge der Killesberg weiter vorn. 119 Quadratmeter hat hier die typische Einheit – das ist der dritthöchste Wert nach den Stadtteilen Am Bismarckturm (140) und Frauenkopf (124).

Interessanterweise sind die Stadtteile mit den besonders wohlhabenden Bewohnern zum Großteil nicht diejenigen, in denen die Menschen besonders lange wohnen bleiben. Welche das sind, zeigen wir in diesem Ranking.