Die Mauern stehen schon und zeigen die terrassenförmige Gestaltung der grünen Oase. Foto: Simon Granville/Simon Granville

Eine Besichtigung der Baustelle zeigt die Fortschritte der Arbeiten. Die Mauern für die terrassenförmige Gestaltung des Geländes sind fertig. Es soll für alle Altersgruppen ein Treffpunkt werden.

Es ist definitiv sein Herzensprojekt. Bei der Besichtigung der Baustelle des neuen Stadtgartens kommt Leonbergs Baubürgermeister Klaus Brenner nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. „Das wird eine ganz tolle Sache hier.“ Das lang diskutierte Projekt sei nun endlich in der Entstehungsphase und soll eine grüne Verbindung zwischen der historischen Altstadt und dem Neuköllner Platz werden. Mit dieser Parkanlage und dem Postareal – hier sind rund um einen zentralen Platz an die hundert Wohnungen, Geschäfte, Gastronomie, Praxen und Büros geplant – soll die zweigeteilte Stadt zusammenwachsen.

 

Momentan herrscht geschäftiges Baustellentreiben auf dem nach Westen spitz zulaufenden und etwas abschüssigen Gelände, das im Süden von der Linden- und im Norden von der Bahnhofstraße begrenzt wird und im Osten in das künftige Postareal mündet. Die Zisterne, hier wird das Regenwasser aus dem künftigen Postareal gesammelt, ist bereits betoniert. Für eine intelligente Bewässerung inklusive einer automatischen Wetterdatenkoppelung können 300 Kubikmeter Wasser gespeichert werden. Bei starkem Regen oder Unwettern besteht die Möglichkeit, das Wasser abzuleiten. Eine Senke dient zudem als Überflutungsfläche.

An die noch trist wirkende graue Mauer der Zisterne sollen später bunte Klettergriffe montiert werden – und für die Rutsche ist auch schon das große Loch in der Mauer sichtbar, durch das die Kinder steigen werden. Der Höhenunterschied des etwa 6000 Quadratmeter großen Geländes wird durch eine terrassenartige Gestaltung überwunden. Damit ist in weiten Bereichen eine Barrierefreiheit garantiert.

Das Projekt wird mit 60 Prozent bezuschusst

Die Stützmauern sind errichtet. Sie werden mit Sandsteinen verkleidet und fügen sich optisch in das Bild der dem Stadtpark gegenüberliegenden Stadtmauer ein. Auch die Erdarbeiten als Vorbereitung für den Spielplatz und den Landschaftsbau sind schon abgeschlossen. Das Spielareal für die jüngeren Kinder ist im Bereich geplant, der an das Postareal angrenzt und bis Ende März fertiggestellt sein soll. Die Lieferung der Betonsitzelemente mit den passenden Holzauflagen wird demnächst erwartet. Und nach den Erdarbeiten starten die Pflasterarbeiten sowie die Pflanzungen. „Bis April sollen die förderungswürdigen Arbeiten abgeschlossen sein“, sagt der Baubürgermeister. Denn für das etwa 2,8 Millionen teure Vorhaben gibt es Zuschüsse in Höhe von 60 Prozent – und um diese zu bekommen, müssen zeitliche Fristen eingehalten werden. Das Grundstück hatte die Stadt für etwa 145 000 Euro vom Wohnbauunternehmen Layher erworben. „Ein Preis, den man in der Regel für Gartenbauland zahlt“, meint Klaus Brenner.

„Mit dem Stadtgarten schaffen wir Grünland mitten in der Stadt“, so Klaus Brenner. Nach intensiven Diskussionen und Verzögerungen war der Baubeginn im Herbst des vergangenen Jahres. „Endlich geht es voran mit dem Umbau der Leonberger Mitte – und dort wird man die neue Brücke sehen können“, sagt der Baubürgermeister und zeigt in die Richtung, wo früher das alte Postgebäude stand und wo zwischen den bestehenden Häusern der Blick zur Burghalde frei ist. „Im Postareal wird man später einmal im Café sitzen können und auf den Park schauen können“, sagt Brenner.

Fitnessgeräte und Boulebahn

Valentin Hock, Landschaftsarchitekt und Bauleiter der beauftragten Planungsgesellschaft BHMP mit Standorten in Nürtingen, Bruchsal und Freiburg, führt über das Gelände und erklärt die vielfältige Nutzung. Nicht nur für kleinere Kinder wird Raum geschaffen. Im westlichen, tiefer gelegenen Bereich wird eine Fläche für Erholungssuchende geschaffen. Hier können sich aber auch Sportbegeisterte an Outdoor-Fitnessgeräten in Form bringen. Eine Boulebahn – mit Wettkampfmaßen – könnten ebenso Treffpunkt für eine gesellige Spielrunde werden.

Auch der Hitzeaktionsplan findet im neuen Stadtpark Beachtung. Ein Trinkbrunnen und verschiedene Wasserspiele sorgen für Abkühlung an sehr warmen Tagen. Valentin Hock erklärt zudem die künftige trockenverträgliche Bepflanzung, die nicht nur für eine schöne Optik sorgen wird, sondern auch Lebensraum für Vögel und Insekten bieten soll. „Wir haben bei den Planungen zudem für genügend Abstand zur bestehenden Bebauung gesorgt.“