Der Busbahnhof in Echterdingen ist in die Jahre gekommen. Foto: Philipp Braitinger

Der Bahnhof in Echterdingen soll aufgehübscht werden. Stadträte unterschiedlicher Fraktionen pochen darauf, dass den Planern einige Vorgaben gemacht werden.

Er ist das Tor zur Stadt. Der Busbahnhof in Echterdingen ist T eil des Sanierungsgebiets „Historische Mitte“ und nach Ansicht vieler Einwohner in die Jahre kommen. Kurzum: Der Zentrale Busbahnhof (ZOB) benötigt dringend eine Erfrischungskur. Der Beschluss zur Beauftragung eines Planers für den Busbahnhof und die Filderbahnstraße für rund 55 000 Euro geriet während der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses dennoch zur Zitterpartie. Stadträte unterschiedlicher Fraktionen bestanden auf einer Änderung.

 

Den Planungsbüros (Bietergemeinschaft faktorgrün Landschaftsarchitekten bdla Beratende Ingenieure / IGV Ingenieurgesellschaft Verkehr GmbH & Co. KG) soll ein noch zu erarbeitendes Lastenheft an die Hand gegeben werden. Darin werden Anforderungen, Ziele und Spezifikationen eines Projekts beschrieben. Und zwar unter Einbeziehung des Ratsgremiums. Nicht verwunderlich, dass es in der Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend bei diesem Punkt dann auch ganz schnell ging und die Fraktionen am Ende doch einhellig grünes Licht gaben.

Vom Tisch scheint die komplette Streichung der Sanierung aufgrund der klammen Stadtkasse zu sein, wie es im vergangenen Sommer noch diskutiert wurde. Vorgabe könnte vielmehr ein „ZOB light“ sein, wie der FDP-Stadtrat Wolfgang Haug vorschlug. Für Trampoline und Wasserspiele sei aber angesichts der angespannten Haushaltslage kein Geld vorhanden, betonte der Fraktionsvorsitzende Eberhard Wächter (Freien Wähler/FDP). „Wir haben etwas gegen goldene Knöpfe“, sagte er. Hintergrund ist, dass es wohl bereits Vorstellungen zur zukünftigen Gestaltung des Busbahnhofareals gibt, die den Stadträten von den Planern während eines Vor-Ort-Termins erläutert wurden.

Im November erfolgte eine gemeinsame Begehung des ZOB. Vieles, was dort besprochen wurde, findet nicht nur bei den Freien Wählern keine Zustimmung. Unter anderem sollen mit der bisherigen Neuplanung Parkplätze wegfallen. Damit können sich die Freien Wähler nicht anfreunden. „Für uns steht die Funktionalität im Vordergrund“, sagte Wächter.

Auch der SPD-Stadtrat Erich Klauser haderte mit den bisherigen Ideen für die Zukunft des Busbahnhofes. Unter anderem sorgt bei ihm für Unverständnis, dass die Bushaltestellen an der Hauptstraße entfallen sollen. Hinzu kommt, dass auch aus Klausers Sicht die Parkplatzfrage geklärt werden muss. Die Grünen-Stadträtin Ingrid Grischtschenko betonte, dass über die Details der Planung nach der Beauftragung eines Planers gesprochen werden könne. „Wir verlieren uns in Kleinigkeiten“, warnte sie. Am Busbahnhof sollte schnell etwas passieren. „Wir sollten wegkommen von Pizzakartons und Taubenkot.“ Hinzu kämen die ausgefahrenen Pflastersteine, die zu Stolperfallen werden.

Ein weiterer Wunsch der Freien/Wähler ist eine neue Zufahrt ins Parkhaus Q1 über die Filderbahnstraße. Derzeit kann das Parkhaus nur über die Straße In den Gärtlesäckern angefahren werden. Bürgermeister Benjamin Dihm riet davon ab. Er befürchtet, dass eine Zufahrt ins Parkhaus über die kleine Filderbahnstraße für zusätzlichen Verkehr auf der Hauptstraße sorgen könnte. Hinter der Zufahrt zum Parkhaus über die Gärtlesäcker stecke ja die Idee, die Autofahrer weg von der Hauptstraße zu leiten. Eine neue Zufahrt über die Filderbahnstraße würde die Lenkungsfunktion der jetzigen Zufahrt einschränken, so die Befürchtung.

Dass über die kleine Filderbahnstraße möglichst wenig Autos fahren sollten, hängt auch mit der gedachten Führung von Radfahrern und Fußgängern zusammen, die vom Bahnhof Richtung Marktplatz und umgekehrt wollen. Ihnen wird die bereits sanierte und beruhigte nördliche und südliche Burgstraße angeboten. Das Angebot ist attraktiv und wird gerne genutzt. Der Weg ist für Radler und Fußgänger allemal besser als die viel befahrene Hauptstraße beziehungsweise der Gehweg daneben. Würde das Parkhaus Q1 nun eine neue Zufahrt über die Filderbahnstraße erhalten, könnte sich der Autoverkehr zumindest auf der nördlichen Burgstraße deutlich erhöhen.

Sanierungsgebiet Historische Mitte

Dringlichkeit
Bei einer Nichtbeauftragung wäre ein erneutes Verfahren zur Beauftragung eines Planers erforderlich. Bis zum Abschluss könnten keinerlei Planungsleistungen abgerufen werden, was den Projektfortschritt insgesamt deutlich verzögern würde, befürchtet die Stadt. Die Sanierung der Historischen Mitte ist in aufeinander abgestimmte Teilprojekte gegliedert, die funktional und zeitlich ineinandergreifen. Bei Verzögerungen an einer Stelle verschieben automatisch mehrere nachgelagerte Teilprojekte.

Projekte
Nach dem ZOB und der Filderbahnstraße warten weitere Straßen des Sanierungsgebiets auf eine Planung. Nach und nach sollen die Hauptstraße Nord, Mitte und Süd, die Gartenstraße, die Plieninger Straße, die Straße Im Gässle sowie die Maier- und die Bäckergasse angegangen werden. Allein für die Planungen der beschriebenen Straßen sollen insgesamt 1,2 Millionen Euro ausgegeben werden. Was die Ausführung der Planungen kosten wird, ist derzeit noch ungewiss. pib