Uwe Scholz (links) schickt die Starter der Klasse U16 auf die Strecke. Foto:  

Obwohl es beim ersten Fellbacher Stadtlauf regnet, ist die Begeisterung bei den Athleten groß. Die Strecke führte unter anderem durch die Tiefgarage des Rathauses.

Fellbach - Reger Andrang hat am Samstagmorgen vor der Geschäftsstelle desSV Fellbach geherrscht, denn mehrere Dutzend Läufer wollten sich für den am Nachmittag stattfindenden Fellbacher Stadtlauf nachmelden. 454 Teilnehmer standen schließlich auf der Startliste der erstmals ausgetragenen Laufveranstaltung. Nicht nur nach Ansicht des Geschäftsführers des SV Fellbach, Udo Wente, eine überaus erfreuliche Anzahl.

Die Steigung aus der Tiefgarage kostet Kraft. Foto: Michael Käfer
Mit großem Aufwand hatten Michele Vulcano, der Fellbacher Multisportler und Leiter des Sportmarketings beim Laufsponsor Wohninvest, sowie der nebenbei als Moderator aktive Uwe Scholz das sportliche Fest im Herzen Fellbachs vorbereitet. Indes profitierten nur die zunächst startenden Altersklassen U10 und U16 noch vom anfänglich guten Wetter. Kurz vor dem Beginn des Hauptlaufs über 7,5 Kilometer setzte strömender Regen ein. „Wir starten trotzdem pünktlich um 16 Uhr“, sagte Uwe Scholz angesichts gleichbleibend schlechter Wetteraussichten. Somit fiel die zuvor zweimal dicht umlagerte Warmmach-Gymnastik von Mirella Patzelt buchstäblich ins Wasser. Angesichts der allzu widrigen Bedingungen verzichteten einige Laufbewerber auf einen Start. Diejenigen aber, die sich je nach Altersklasse an eine, zwei oder fünf der jeweils 1,5 Kilometer langen Runden wagten, hatten zumeist viel Spaß. Immer wieder rannten lachende Läufer durchs Ziel, so mancher beendete die Anstrengung gar mit einem Luftsprung, bevor er seine Finisher-Medaille um den frisch gewaschenen Hals gehängt bekam.

Die Athleten teilen sich beim Stadtlauf ihre Kräfte gut ein

Die Strecke führte zwischen Parkrestaurant und Rathaus an den Sehenswürdigkeiten der Innenstadt vorbei. Dabei wurde der Sitz der Stadtverwaltung nicht nur umlaufen, sondern auch unterquert, denn das Geläuf führte durch die Tiefgarage. Der kurze Anstieg an der Ausfahrt zur Tainer Straße zwang einige Athleten sogar zu einer kurzen Gehpause. Weil sich fast alle Läufer ihre Kräfte gut eingeteilt hatten, gab es für die an der Strecke verteilten 19 Helfer des DRK-Ortsvereins Fellbach wenig zu tun. „Es war nichts außergewöhnliches“, sagte Einsatzleiter Alexander Schäfer. Nur einen größeren Einsatz gab es, weil ein junger Mann mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte und sicherheitshalber ins Krankenhaus gefahren wurde. „Es war gleich Hilfe vor Ort, weil alles gut durchorganisiert ist“, sagte der ehrenamtlich mithelfende Fellbacher Unfallchirurg Rocco Frascaria.

Flexibilität bewiesen die Organisatoren beim Auftritt einer Handvoll Volleyballer, die zu spät am Start erschienen war. „Sie werden ganz normal gewertet“, sagte Michele Vulcano angesichts des eingesetzten elektronischen Zeitmess-Systems. Auf dicht umlagerten Monitoren konnten schon unmittelbar nach dem jeweiligen Zieleinlauf die Zeiten und Platzierungen der Ausdauersportler abgelesen werden.

Für den sportlichen Höhepunkt sorgte der dreifache deutsche Meister Lukas Eisele mit seinem eindeutigen Sieg nach 25:35 Minuten. „Bei so einem Wetter habe ich auch meine Zehn-Kilometer-Bestleistung aufgestellt“, sagte der 20-jährige Uhlbacher. Die Siegerehrung wurde von Schirmherr Markus Baur, der Fellbacher SPD-Bundestagskandidatin Sybille Mack sowie von Uwe Scholz vorgenommenen. Ganz oben auf dem Treppchen standen neben Lukas Eisele: Maria Dröghoff, Lukas Grabenhof, Enrica Käfer, Levin Barke und Anna Pantchev.

Der karitative Aspekt des Charity-Laufs ist bedeutend

Bedeutsam war auch der karitative und gesellige Aspekt des Charity-Laufs. So erhielt der SV Fellbach die gesamten Startgelder, und ein Charity-Beitrag der Firmenteams kommt in Not geratenen Fellbachern zugute. Die Fanmeile mit Festzelt hätte bei besserem Wetter deutlich mehr Feierfreunde zum Verweilen veranlasst. So aber mussten sich Maximilian Wernick, Mario Simic, Thomas Brandt, Daniel Pflumm und Timo Frey von der Fellbacher Band Matu mit einem spärlichen Publikum zufriedengeben. Nächstes Jahr wird sich das hoffentlich ändern, denn „es gibt auf jeden Fall eine zweite Auflage“, sagte Michele Vulcano nach der nassen Premiere.

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