So soll es sein: schöne Kulisse, viele Menschen – Stadtfest in Herrenberg Foto: Eibner-Pressefoto/Florian Wiegand

Musik, Party, Essen und eine Premiere beim Fassanstich: Herrenberg feiert drei Tage lang ausgelassen und entspannt das Stadtfest. Zum Auftakt gab es allerdings einen kurzen Dämpfer.

Musik und Unterhaltung auf mehreren Bühnen in der ganzen Altstadt verteilt, zahlreiche beteiligte Vereine und ein vielfältiges Speisen- und Getränkeangebot – diese Mischung ist seit Jahren Garant dafür, dass die Menschen aus Herrenberg und Umgebung zahlreich auf das Stadtfest strömten. In Kombination mit ihren Fachwerkhäusern als malerischer Kulisse ergibt sich ein besonderes Flair.

 

Eine Premiere inmitten der vielen lieb gewonnenen Traditionen gab es in diesem Jahr – und zwar gleich zu Beginn der Stadtfest-Sause: Nico Reith, der noch fast neue Herrenberger Oberbürgermeister, hatte mit dem Fassanstich am Freitagabend auf der großen Marktplatzbühne den Startschuss für die dreitägige Altstadtparty zu geben.

Der Vorgänger hat die Latte hoch gelegt

Herrenbergs „gute Stube“ war gegen 19 Uhr schon gut besucht und alle blickten gespannt auf die Bühne. Nach dem musikalischen Auftakt durch die Herrenberger Stadtkapelle wurde es ernst für Nico Reith. Ein „bissle Respekt“ habe er schon vor dem ersten Fassanstich, bekannte er gegenüber Moderator Michael Däuble. Zumal sein Amtsvorgänger Thomas Sprißler mit zwei Schlägen letztes Jahr die Latte hoch gelegt hatte. Mit rhythmischem Klatschen unterstützten die Marktplatzbesucher den jungen Rathauschef, der angekündigt hatte, dass er mit drei Schlägen zufrieden wäre.

Es kam besser: Nach zwei kräftigten Schlägen floss der Gerstensaft, und Nico Reith konnte unter anderem mit Philipp Jakob, dem Vorsitzenden der Stadtkapelle, bei dem auch die Fäden für die Gesamtorganisation des Stadtfestes zusammenlaufen, noch anstoßen.

Dann aber war es erst mal vorbei mit der ausgelassenen Stimmung. Wegen eines heraufziehenden Gewitters wurde das Stadtfest unterbrochen. Rund eine Stunde lang waren Programm und Verkauf gestoppt.

Am Samstag blieb Herrenberg von derlei Wetterkapriolen verschont, abgesehen von den hochsommerlichen Temperaturen, die tagsüber herrschten. Wie in den Vorjahren war es auch dieses Mal so, dass sich die Altstadtgassen am Abend immer mehr mit Gästen füllten, je später er wurde: Als die größte Hitze des Tages gewichen war, wurden auch dieses Jahr die Schlangen an den Ständen länger, und an den bekannten Engstellen brauchten die Besucher, die sich durch die Festmeile zwischen den verschiedenen Standorten treiben ließen, etwas Geduld.

Rücksichtsvolle Besucher

Etliche Heliumballons – Autos, Flugzeuge, Schmetterlinge, Pferde und weitere Motive – ragten dabei aus der Menge in den Himmel. Eingefleischte Stadtfestfreunde wissen, dass ein riesiger Luftballonstrauß die Besucher von der Bronngasse kommend am Eingang zum Marktplatz empfängt. Mitgebracht hat diese Robert Peters. Der Luftballonverkäufer kommt immer wieder gerne nach Herrenberg, weil es hier „angenehm zu verkaufen sei“, denn die Menschen würden Rücksicht nehmen.

Nicht nur auf dem Marktplatz war musikalisch viel geboten, sondern auch auf den Bühnen am Bronntor, im Klosterhof, auf dem Graben und auf dem Place de Tarare: Party Souldiers, Diet Dope, Yahoo, Strings Unplugged und 4 more friends hießen die Bands, die am Freitag- und Samstagabend mit einem Repertoire von Rock über Pop bis Soul für gute Stimmung sorgten. Ein Teil des Grabens hatte sich sogar in eine Outdoor-Tanzfläche – stilecht mit Disco-Kugel und Nebelmaschine – verwandelt.

Auch kulinarisch war für jeden was dabei: Neben den Klassikern wie Rote Curry-Wurst und Steaks reichte das Gastroangebot von Wurstsalat über Kartoffellocken bis hin zu Burger- und Grillkäse-Variationen.

Der Freitag wirkt nach

Zwischenfazit am Sonntagmorgen, als der finale Tag, der sich auf Marktplatz und Klosterhof konzentriert, bereits gut angelaufen war: „Die Vereine waren mit dem Samstagabend zufrieden, am Freitagabend fehlt natürlich was“, weil es schon eine Weile gedauert habe, bis sich die Altstadt nach der Unterbrechung wieder gefüllt habe, berichtete Philipp Jakobs von positiven Rückmeldungen der beteiligten Vereine.

Neben der Stadtkapelle waren auch der Liederkranz Herrenberg, der SV Affstätt, die Skiabteilung des VfL Herrenberg sowie der Tennisclub, die DPSG Pfadfinder, die Base- und Softballer der Wanderers, der SV Oberjesingen und die Handballer der SG H2Ku mit von der Partie.