Ursula Maurer bringt Kindern das Trennen von Müll näher. Foto: Sascha Maier

Das Coop-Viertel-Fest Nord zelebriert die gute Nachbarschaft unterschiedlicher Institutionen. Bei der Veranstaltung hatten die Bürger die Möglichkeit, die Einrichtungen besser kennenzulernen.

Stuttgart - Bevor jemand was falsch verstehe: „Das ist nicht einfach ein Schulfest, sondern ein Stadtteilfest.“ Peter Burkhardt, der Leiter der Pragschule an der Friedhofstraße, hat zum vierten Mal federführend das Coop-Viertel-Fest Nord mitorganisiert, das alle zwei Jahre stattfindet und bei seiner ersten Ausgabe noch Lernfest hieß. Ganz unterschiedliche Einrichtungen rund um die Pragschule präsentierten am Samstag ihr Angebot und feierten unter dem Motto „Miteinanderer“ ihre Nachbarschaft. Teils in der Schule selbst, teils in ihren eigenen Einrichtungen. Das Wortspiel des Mottos soll betonen, wie vielfältig der Stadtbezirk ist.

Zu den teilnehmenden Institutionen zählen vor allem Mitglieder des sogenannten runden Tischs in Stuttgart Nord – eine Runde, die sich immer wieder beratschlagt, wenn im Stadtbezirk irgendwo der Schuh drückt. Dazu zählen soziale Einrichtungen wie die Kita St. Georg, das Familienzentrum, die Second-Hand-Boutique PragA von der Caritas, die evangelische Kirchengemeinde Stuttgart Nord, aber auch die Stadtbibliothek, die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) oder die Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg. Auch die Flüchtlingsunterkunft Tunzhofer Straße war dabei und die Moschee des Landesverbands der islamischen Kulturzentren Baden-Württemberg gegenüber der Pragschule hat sich an dem Fest beteiligt.

Der interreligiöse Dialog kommt bei den Eltern gut an

Yilmaz Sen, Vorstand des Moscheen-Vereins, lobte die Verzahnung unterschiedlichen Einrichtungen im Stuttgarter Norden: „Wir haben gute Kontakte zueinander aufgebaut.“ Zum Beispiel mit der Pragschule, was auch der Schulleiter Peter Burkhardt bestätigte: „Im Reli-Unterricht können sich unsere Schüler dann auch mal eine Moschee angucken.“ Dieser interreligiöse Dialog komme auch bei den Eltern gut an.

Für Eltern und Kinder war auf dem Coop-Viertel-Fest Nord auch einiges geboten. Mit Laufkarten konnten die Kinder unterschiedliche Stationen besuchen. Bei der Stadtbibliothek, die in den Räumen der Schule gastierte, war zum Beispiel basteln angesagt. Und auch vorgelesen wurde natürlich. „Aus dem Buch ,Und außerdem sind Borsten schön’ von Nadia Budde“, sagt Melanie Padilla, Leiterin der Kinderbuchabteilung bei der Stadtbibliothek. Das Buch werbe für Toleranz – und füge sich damit prima ins Veranstaltungskonzept ein.

Einen Klassenraum weiter ging es um Mülltrennung, deren Sinnhaftigkeit spielerisch erlernt werden sollte. Von flotter Musik beschwingt, sollten Eltern und Kinder Abfallprodukte auseinander lesen. Angefeuert wurden sie von Ursula Maurer, einer Lehrerin an der Pragschule. Den meisten Eltern-Kind-Gespannen schien es jede Menge Spaß gemacht zu haben. Die Veranstalter schätzten, dass über den Tag hinweg 200 Besucher gekommen sind.

Die Schule hat auch die Ergebnisse ihrer jüngsten Projekttage vorgestellt. „Wir freuen uns, dass auch Eltern Kurse gegeben haben“, sagt Schulleiter Burkhardt. Besonders beliebt waren dabei übrigens die Kochgruppen.

Zumindest einige der jungen unter ihnen werden in Stuttgart-Nord die Erwachsenen von morgen sein. „Wir sind bunt – das wurde durch das Fest gut ausgedrückt“, fasste Schulleiter Burkhardt zusammen.

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