Das ehemalige Fahrion-Areal spielt in den Überlegungen der Verwaltung eine große Rolle. Es befindet sich allerdings nicht im Besitz der Stadt. Foto: Susanne Müller-Baji

Das Strukturkonzept Nord wurde im Bezirksbeirat in Feuerbach und in Weilimdorf vorgestellt.

Feuerbach/Weilimdorf - Das Amt für Stadtplanung und Wohnen hat ein Strukturkonzept für den Stuttgarter Norden entwickelt. Hermann-Lambert Oediger von der Abteilung Stadtentwicklung sprach jüngst im Feuerbacher Bezirksbeirat von den damit verbundenen Visionen: „Es ist schön, Ihnen auch einmal längerfristige Entwicklungsperspektiven vorstellen zu können.“

Insgesamt wurden von der Stadtverwaltung elf sogenannte Fokusräume in Zuffenhausen, Stammheim, Weilimdorf und Feuerbach benannt, die weiterentwickelt werden sollen. In Feuerbach gibt es zwei Schwerpunkt-Bereiche – das Zentrum und das Gewerbegebiet Ost. Zu Letzterem zählen unter anderem die Automeile an der Heilbronner Straße, die Ditib-Moschee und die Krailenshalde. Ein Arbeitsquartier mit unterschiedlichen Gewerbe- und Dienstleistungsarealen sowie wesentlich besserer Aufenthaltsqualität soll entstehen. Wie? Das konnte Oediger zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. Dafür sei es noch zu früh.

In Feuerbach-Mitte sah er ebenfalls noch Potenziale unter anderem rund um den Bahnhof, auf der Einkaufsmeile Stuttgarter Straße und auf dem ehemaligen Fahrion-Areal. „Sie haben hier den Ist-Zustand in ihrem Konzept gut beschrieben“, sagte Reiner Götz (Grüne). „Aber es bleibt doch sehr allgemein.“ Ratskollege Jochen Heidenwag (Freie Wähler) lobte die Visionen, „aber ich sehe ein massives Umsetzungsproblem“. Das ehemalige Fahrion-Areal sei nicht im Besitz der Stadt – wie viele andere Flächen auch, die entwickelt werden sollen. „Sie können sich sicher sein, dass der Ankauf von Schlüsselgrundstücken zu unserem Handwerkskoffer gehört“, betonte Oediger. „Ich wünsche mir auch, dass der Bagger schnell kommt.“ Am Ende votierte der Bezirksbeirat einstimmig für das Strukturkonzept Nord.

Einen Tag später stellte Frank Gwildis vom Amt für Stadtplanung und Wohnen das Konzept im Weilimdorfer Bezirksbeirat vor. In Stadtbezirk liegen dreieinhalb der elf Fokusräume: der Stadtteil Hausen, das Walz-Areal, das Gebiet vom Löwen-Markt bis ins Gewerbequartier sowie ein Teil der Solitudeallee (der andere Teil liegt auf Stammheimer Gemarkung).

Was Hausen betreffe, so seien als Entwicklungsziele eine gute verkehrliche Anbindung sowie eine ausreichende Versorgung mit sozialer Infrastruktur angedacht. Der geplante Anschluss ans Stadtbahnnetz solle ebenfalls positive Effekte bringen. Allerdings stelle die neue Stadtbahntrasse eine echte Herausforderung dar. Das Walz-Areal soll künftig als Gemeinbedarfs-, Landwirtschafts-, Freizeit- und Sportgelände dienen. Ein entsprechendes Entwicklungskonzept soll unter breiter Bürgerbeteiligung erarbeitet werden. Wohnen ist laut Gwildis hier aber nicht vorgesehen, dagegen spreche unter anderem die Lärmbelastung.

Zum Fokusraum Weilimdorf Mitte- Nord zählt unter anderem der Löwen-Markt. Dieser soll, ebenso wie andere Einkaufsbereiche, wiederbelebt und attraktiver gestaltet werden.

Auch über den bezirksübergreifenden Fokusraum Solitudeallee haben sich die Stadtplaner Gedanken gemacht. „Hier muss eine Freiraumplanung her“, sagte Gwildis. Die Landschaftsachse müsse an vielen Stellen wieder erkennbar gemacht, der Alleencharakter wieder stärker in den Vordergrund gerückt werden.

Grundsätzlich zeigten sich die Weilimdorfer Bezirksbeiräte einverstanden mit den Ausführungen von Gwildis und nahmen zustimmend Kenntnis. Besonders die Pläne für die Landschaftsachse der Solitudeallee fanden viel Anklang. Aus Reihen von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD wurde angemerkt, dass viele Themen, die bereits in der Vergangenheit im Beirat aufgegriffen worden waren, nun wieder hervorgeholt würden. Es sei an der Zeit, zurückgestellte Anträge nun endlich zu bearbeiten.

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