Am Rande der Berliner Straße ist ein Quartier mit 138 Wohnungen geplant. Foto: Simon Granville

Der Leonberger Gemeinderat soll im ersten Quartal 2025 den Bebauungsplan „Berliner Straße“ als Satzung beschließen. Hier soll ein Wohnquartier entstehen.

Wie geht es mit der Entwicklung des geplanten Leonberger Baugebiets „Berliner Straße“ voran? Über den aktuellen Stand wurden jetzt die Stadträte im Planungsausschuss in Kenntnis gesetzt.

 

Mittlerweile liegt eine Verkehrsuntersuchung vor. Damit kann nun die Planung der Erschließung folgen. Ebenfalls in Arbeit: die Entwässerungsplanung, und auch der Flächennutzungsplan muss angepasst werden.

Nächster Schritt wäre die Fortsetzung der Verhandlungen zum städtebaulichen Vertrag und der Verkauf der Flächen an den Investor Conceptaplan GmbH. Ebenfalls müssen Bebauungsplan und Umweltbericht vorbereitet werden, damit sie öffentlich ausgelegt werden können. Im ersten Halbjahr 2025 soll der Gemeinderat dann den Bebauungsplan als Satzung beschließen.

Regelmäßige Abstimmungsgespräche

Ein Rückblick: Im März 2022 hatte der Leonberger Gemeinderat nach einem Investorenauswahlverfahren dem Ergebnis des Preisgerichts zugestimmt und die Stadtverwaltung zu weiteren Vertragsverhandlungen mit dem Investor Conceptaplan GmbH beauftragt. Im Oktober 2023 nahm das städtische Gremium die aktuellen Planungen zur Kenntnis und beschloss noch einige Veränderungen. Seitdem fanden regelmäßige Abstimmungsgespräche mit dem Investor, den beteiligten Fachbüros, dem Landratsamt Böblingen und der Stadtverwaltung statt. Erforderliche Grundlagen für die Erstellung des Bebauungsplans wurden erarbeitet.

Ziel war es unter anderem, die Anforderungen der Landeswohnraumförderung bei mietpreisgebundenen Wohnungen umzusetzen und gleichzeitig die Wohnqualität zu sichern sowie die Planung an aktuelle Marktbedingungen anzupassen. Durch die Überarbeitung der Wohnungsgrundrisse wurde die Anzahl der Wohneinheiten von ursprünglich 123 auf 138 erhöht, ohne das Bauvolumen zu verändern. Von diesen Wohnungen werden 53 als Sozialmietwohnungen angeboten, die für 30 Jahre an eine um 33 Prozent – gegenüber der ortsüblichen Vergleichsmiete – reduzierte Kaltmiete gebunden sind. Weitere 25 Wohnungen werden als Mietwohnungen ohne Preisbindung und 60 als Eigentumswohnungen – bevorzugt an Eigennutzer – vorgesehen. Auch die Tiefgaragenpläne wurden überarbeitet und erweitert, wodurch sich die Stellplatzanzahl von 164 auf 180 erhöhte. Stephan Schwarz (Freie Wähler) bezweifelte im Ausschuss, „dass der geplante Stellplatzschlüssel ausreicht“. Zumal in der Umgebung der Berliner Straße der Parkraum begrenzt sei. Schwarz regte zudem an, mehr Carsharing-Plätze zu schaffen.

Bäume sollen, nur wenn notwendig, gefällt werden

Die Planungen berücksichtigen zudem die Erweiterung der ursprünglich viergruppigen Kita auf sechs Gruppen. Dies machte eine neue Verkehrsuntersuchung erforderlich.

Die Ergebnisse zeigten, dass die südliche Zufahrt des Gebiets ausreichend leistungsfähig sei, um sowohl den Verkehr aus dem Wohngebiet als auch den Kita-Verkehr zu bewältigen. Eine Ampelregelung sei nicht notwendig, die nördliche Zufahrt bleibt optional für Rettungsdienste vorgesehen. Eingriffe in Baum- und Gehölzbestände sollen auf ein Minimum reduziert und notwendige Fällungen durch Neupflanzungen ausgeglichen werden.

Verschiedene Gutachten wurden erstellt oder aktualisiert, darunter Untersuchungen zu Artenschutz, Lärmschutz und klimaökologischen Aspekten. Christa Weiß (SPD) begrüßte die Planungsfortschritte: „Für unseren engen Haushalt ist der Erlös aus dem Verkauf der Grundstücke in der Berliner Straße wichtig, ich bin froh, dass der Wille da ist, im nächsten Jahr weiterzumachen.“