Wo und wie sich Leonberg in den kommenden 15 Jahren entwickeln wird, darüber wird dieses Jahr ausführlich diskutiert. Foto: Simon Granville

Wie soll sich die Stadt am Engelberg bis zum Jahr 2040 entwickeln? Die Rahmenbedingungen dafür sollen dieses Jahr festgezurrt werden. Dafür setzt Leonberg auf eine vielschichtige Bürgerbeteiligung.

Wo ist noch Platz für ein neues Wohngebiet? Welches Gewerbegebiet lässt sich erweitern, ohne dass wertvolle Ackerböden verloren gehen? Und wo ist Verdichtung möglich, ohne die Innenstadt zu überlasten? All das sind Dinge, die Kommunen in ihrem Flächennutzungsplan festlegen. Ihren will die Stadt Leonberg nun fortschreiben bis 2040 und setzt dabei auf eine breit angelegte Bürgerbeteiligung. Auftakt dafür ist am Montag, 24. März, um 18.30 Uhr in der Steinturnhalle.

 

Es ist eine Mammutaufgabe, die sich die Stadt Leonberg da vorgenommen hat. Unter dem Schlagwort #Leonberg2040 soll nicht nur das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) fortgeführt, sondern auch der Flächennutzungsplan fortgeschrieben werden. „Unser Zeitplan ist ambitioniert. Ich hoffe, dass wir in drei Jahren damit fertig sind“, sagt Baubürgermeister Klaus Brenner. „Dann kann der jetzige Gemeinderat das begleiten und noch in seiner laufenden Legislaturperiode beschließen“, erklärt er. Üblicherweise planen Städte für solche Vorhaben etwa fünf Jahre ein. Doch nicht nur Vertreter im Gemeinderat sind gefragt. Denn die Entwicklung der Stadt sollen die Bürger aktiv mitbestimmen – ob sie nun hier wohnen, arbeiten, einkaufen, die Schule besuchen oder eine der vielen Freizeitmöglichkeiten nutzen. Die entsprechende Bürgerbeteiligung soll auf mehreren Ebenen stattfinden bis zum Ende des Jahres.

Auftakt des Bürgerdialogs am Montag

Beim Auftakt am Montag in der Steinturnhalle werden zum einen die verschiedenen Beteiligungsmöglichkeiten vorgestellt, zum anderen erläutert, um was es genau geht. „Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger im Hinblick auf ihre Bedürfnisse mitnehmen“, sagt Stadt- und Landschaftsplaner Thomas Sippel vom Planungsnetzwerk Sippel und Buff, die auch schon den noch gültigen Flächennutzungsplan von 2005 erstellt haben.

Es gehe nicht um quantitative Fragen, wo wie viele Wohnungen oder Quadratmeter Gewerbefläche geschaffen werden sollen. „Wir müssen das mit Blick auf Qualität diskutieren. Wie soll das Lebensumfeld aussehen, wie die Ortsmitten?“, sagt Sippel. Wofür gebe man Flächen im Inneren her? „Was gebe ich dafür auf und was bekomme ich dafür?“

Online-Beteiligung bis Anfang Mai

All das sind Fragen, die im Zuge der Bürgerbeteiligung mit den Menschen besprochen werden sollen. Und dies geht nicht nur persönlich bei Veranstaltungen wie am Montag, sondern auch digital. „Wir bieten etwa eine Online-Plattform an, die an dem Abend freigeschaltet wird“, erklärt Timo Buff. Die Plattform namens „PinMit“ wird dann bis 4. Mai zugänglich sein, um Ideen und Anregungen zu sammeln.

„Der Fokus der Auswertung liegt vor den Sommerferien dann zunächst bei den Teilorten Höfingen, Gebersheim und Warmbronn, weil wir dort jeweils an einem Samstag einen Ortsspaziergang anbieten wollen“, erläutert Buff. Dort und bei zusätzlichen Perspektivenwerkstätten sollen die Themen mit den Bürgern vertieft werden.

„Wir wollen wissen, was die Bewohner denken über ihre Teilorte, aber auch über die Kernstadt“, sagt Timo Buff. Je nach Rücklauf der Bürgerbeteiligung können er und Baubürgermeister Brenner sich auch weitere Spaziergänge vorstellen in anderen Stadtteilen wie Silberberg, Ramtel oder Gartenstadt, die keinen Teilort-Status und damit keinen Ortschaftsrat haben.

Im Oktober dann werde der Ball zurückgespielt in die Kernstadt, die in den vergangenen Jahren stärker im Fokus der Stadtentwicklung stand, etwa beim Projekt „Stadt von morgen“. Auch hier sind mehrere Begehungen geplant. Bis Ende des Jahres soll die Bürgerbeteiligung laufen. Danach beginnt die Ausarbeitung des eigentlichen Flächennutzungsplan, der trotz des Namens #Leonberg2040 wohl noch einige Jahre darüber hinaus gelten wird.

Gemeinderat hat das letzte Wort

„Die Arbeit im Gemeinderat läuft parallel, schließlich hat dieser die Entscheidungshoheit“, erklärt der Baubürgermeister. So gibt es auch eine interfraktionelle Arbeitsgruppe zum Flächennutzungsplan, die sich regelmäßig trifft, außerdem sind zwei Sondersitzungen des gesamten Rates geplant. Angesichts des sehr breiten politischen Spektrums dürften auch hier spannende Diskussionen programmiert sein.

Bürgerdialog

Auftakt
Am Montag, 23. März, ab 18.30 Uhr in der Steinturnhalle Leonberg (Steinstraße). Es ist keine Anmeldung nötig. Die Online-Plattform wird im Laufe des Abends freigeschaltet.

Handlungsfelder
Konkret geht es um die sechs Bereiche Wohnen und Siedlungsstruktur; Arbeiten, Wirtschaft und Einzelhandel; Soziale Infrastruktur, Miteinander und Begegnung; Freizeit, Kultur, Sport und Naherholung; Umwelt und Klima; Mobilität und Vernetzung.