Ein volles Gemeindehaus in Warmbronn Foto: Simon Granville

Baubürgermeister Klaus Brenner informierte die Warmbronner Bürger über den Planungsstand des potenziellen Baugebietes „Hinter den Gärten“ in ihrem Ort.

Die Anzahl der Stühle im Evangelischen Gemeindehaus Warmbronn reichte bei weitem nicht aus – einige Anwesende mussten mit einem Stehplatz Vorlieb nehmen. Sehr groß war das Interesse an der städtischen Informationsveranstaltung am Mittwochabend zum aktuellen Stand des geplanten Warmbronner Quartiers im Ausläufer des ökologisch wertvollen Maisgrabens. Auf einer 2,1 Hektar großen Fläche sollen im Gebiet „Hinter den Gärten“ 130 Wohneinheiten in verschiedenen Preisbereichen entstehen sowie Räume für betreutes Wohnen.

 

Final entscheidet der Gemeinderat

Der Leonberger Baubürgermeister Klaus Brenner informierte die Anwesenden an diesem Mittwochabend über den aktuellen Planungsstand des Projektes, das vor etwa 17 Jahren erstmals vom Ortschaftsrat angestoßen wurde. Im Dezember 2022 gab der Leonberger Gemeinderat mehrheitlich grünes Licht für den Aufstellungsbeschluss, der das Verfahren für den Bebauungsplan in Gang setzte. Brenner ist nun zuversichtlich, dass der Bebauungsplan inklusive des Umweltberichtes, der Änderung im Flächennutzungsplan sowie aller Gutachten im kommenden Jahr 2025 in den Gemeinderat zur Beschlussfassung eingebracht werden kann. „Final entscheidet der Gemeinderat, ob gebaut wird oder nicht“, so Brenner.

Mit dem Projekt sind nicht alle Warmbronner Bürger einverstanden. Vor einiger Zeit wurde eine Petition „Stoppt die Bebauung Hinter den Gärten“ gestartet und zwischenzeitlich etwa 730 Unterschriften gesammelt. Kritiker fürchten mögliche ökologische Auswirkungen und eine Zerstörung des Orts- und Landschaftsbildes. Zudem zweifeln sie die von der Stadt geäußerte Notwendigkeit von weiterem Wohnraum an, da derzeit an anderen Stellen im Ort 130 neue Wohneinheiten entstünden. Für solch ein Wachstum der Bevölkerung sei die Infrastruktur nicht gegeben, argumentieren sie.

Angst vor dem Eingriff in die Natur

Die Grünen-Fraktion im Leonberger Gemeinderat hatte bereits vor den Gefahren von Hochwasser und vor einem Eingriff in die Natur, der weitere Auswirkungen haben könnte, gewarnt. Die Stadt hatte zuletzt ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben. Das Stuttgarter Ingenieurbüro für Geotechnik Henke und Partner nahm anhand von Bohrungen Grundwassermessungen fest und befasste sich mit dem Wasserfluss in diesem geplanten Baugebiet. „Aus hydrogeologischer Sicht sind grundsätzliche wasserrechtliche Ausschlusskriterien für die vorgesehene Erschließungsmaßnahme nicht erkennbar“, sagte der habilitierte Diplom-Geologe Matthias Hiller nach seiner ausführlichen Darstellung der Untersuchungsergebnisse. Es sei keine negative Beeinflussung der Grundwasserverhältnisse durch die Bebauung zu erwarten – auch keine negative Auswirkung auf die Nachbarbebauung. Vorausgesetzt, entsprechende Empfehlungen würden umgesetzt werden. So müsse beispielsweise Sorge getragen werden, dass das Grundwasser mit Hilfe von bautechnischen Maßnahmen die Gebäude problemlos unterirdisch umströmen kann.

Valentin Frece vom Karlsruher Stadtplanungsamt BIT Stadt und Umwelt erläuterte die geplante Erschließung über die Staigwaldstraße in einen Ringverkehr. Das Quartier solle später verkehrsberuhigt sein. Die Erdgeschosse sollten wegen potenzieller Überschwemmungsgefahr um 50 Zentimeter angehoben werden. Ist ein Untergeschoss gewünscht, müsste das durch kostspielige Maßnahmen wasserdicht gemacht werden. „Wie kann man da bezahlbaren Wohnraum erwarten?“ fragten die Kritiker. Auch regten sie an, noch einmal die Möglichkeit der Nachverdichtung im Ort zu prüfen. Klaus Brenner notierte sich alle Vorschläge.