Gut zu erkennen sind in der Bildmitte die Gewächshäuser, die neben anderen Flächen zum Walz-Areal gehören. Foto:  

Die Verwaltung hat Flächen der ehemaligen Gärtnerei an der Solitudestraße gekauft, um das Gebiet neu zu gestalten. Der Gemeinderat hat im Haushalt Geld für eine Machbarkeitsstudie bewilligt. Die Nutzungen auf dem Gelände bleiben erhalten, bis die Pläne ausgearbeitet sind und umgesetzt werden.

Weilimdorf - Die Stadt hat einen wichtigen Schritt zur Entwicklung des Walz-Areals zwischen Solitudestraße und Engelbergstraße getan: Kurz vor dem Jahreswechsel hat das Amt für Liegenschaften gut 7000 Quadratmeter der ehemaligen Gärtnerei Walz gekauft. Verhandelt worden war hinter verschlossenen Türen. Bürgermeister Peter Pätzold, zuständig für das Referat Städtebau, Wohnen und Umwelt, machte die Neuigkeit vom Kauf während der Haushaltsberatungen publik.

Stadt will fehlende Teilflächen 2020 erwerben

Seit längerem nutzt der Verein Chloroplast die ehemalige Gärtnerei für seine Urban-Gardening-Projekte. Als die Stadträte über die mögliche Bezuschussung des Weilimdorfer Vereins berieten, meldete sich Bürgermeister Pätzold zu Wort. Er erklärte zum einen, dass die Förderfähigkeit des Vereins gegeben sei und Geld hierfür auch in naher Zukunft zur Verfügung stehe. Außerdem sagte er, dass die Stadt die Gärtnerei mittlerweile gekauft hat.

„Die Kernfläche Walz beträgt 88 mal 53 Meter; hinzu kommen noch mal weitere landwirtschaftliche Flächen mit 50 mal 51 Meter“, sagt Thomas Zügel, der Leiter des Amtes für Liegenschaften auf Nachfrage unserer Zeitung. Zur Höhe des Kaufpreises äußert er sich nicht. Das Walz-Areal ist das Schlüsselgrundstück eines insgesamt 21 Hektar großen Gebiets, das städtebaulich neu entwickelt werden soll. Teile davon befinden sich bereits in städtischem Besitz. „Fehlende Teilflächen von Dritten versuchen wir 2020 zu erwerben“, so Thomas Zügel.

Bezirksbeirat hat Eckpunkte beschlossen

Die städtebauliche Entwicklung des Gebiets westlich der Solitudestraße wird die politischen Gremien auch in Zukunft weiter beschäftigen. Im April hat der Bezirksbeirat die Eckpunkte beschlossen, die vom Unterausschuss Wohnen sowie vom Umwelt- und Technikausschuss bestätigt wurden. „Das favorisierte Szenario sieht unter anderem vor, das Teilstück Jugendhaus bis Zufahrt als Gemeinbedarfsfläche auszuweisen und hier ein Bürgerhaus, das sogenannte Forum Weilimdorf, zu bauen“, erläutert Bezirksvorsteherin Ulrike Zich. Gedacht sei an „eine Campuslösung im Sinne eines Stadtteilhauses mit Kita, Begegnungseinrichtung und einem Saal für 250 Personen“. Auf den sich anschließenden Flächen soll der Schwerpunkt auf einer Nutzung durch Sport liegen. „Hier wünscht sich der Bezirksbeirat ein Schwimmbad mit wettkampffähigem Becken in Kombination mit einer darüber liegenden Sporthalle.“ Hinter der heutigen Tennishalle bis zur Engelbergstraße soll auf Wohnbebauung verzichtet werden. Der Grund ist ein negatives Lärmgutachten. „Die Fläche soll der Erweiterung der Sportanlagen und der Verbesserung der Naherholungsfunktion dienen“, sagt Zich. Im Gegenzug soll Wohnbebauung, inklusive einer Pflegeeinrichtung westlich der Bergheimer Straße geprüft werden.

Planungswerkstatt und Bürgerbeteiligung vorgesehen

Auf Grundlage der Entscheidungen soll eine Planungswerkstatt zur Bürgerbeteiligung stattfinden. Mit den Anregungen aus der Planungswerkstatt werde das städtebauliche Entwicklungskonzept im Laufe des Jahres 2020 erarbeitet werden. Für die Bürgerbeteiligung und die weiteren Planungsschritte samt Machbarkeitsstudie für ein Bürgerhaus und die Sporthalle hat der Gemeinderat in seinen Haushaltsberatungen für die Jahre 2020/2021 rund 130 000 Euro bewilligt. Das Vorliegen der Machbarkeitsstudie bilde eine wesentliche Voraussetzung sowohl für notwendige Wettbewerbsverfahren als auch für die Einleitung eines erforderlichen Bebauungsplanverfahrens, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt.

Was die derzeitigen Nutzungen auf dem von der Stadt gekauften Grundstücken angeht, bleibt den Akteuren noch eine Schonfrist: „Zunächst muss geplant werden, solange bleibt erst einmal alles stehen“, sagt Amtsleiter Thomas Zügel.

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