Der Brückenentwurf von Werner Sobek – das „goldene Band“ Foto: Visualisierung/Werner Sobek

Die Freunde der Staatsgalerie machen sich für eine kurzfristige Lösung der für Fußgänger „abschreckenden Situation“ an der B14 stark. Sie favorisieren eine Brückenlösung und wollen sich daran finanziell beteiligen.

Stuttgart - Wie geht es weiter mit der B14 – und vor allem wann? Diese Frage beschäftigt aktuell viele Menschen in der Stadt. Besonders auch den 1906 gegründeten Verein Freunde der Staatsgalerie, der nach eigenen Angaben rund 10 000 Mitglieder zählt. Albrecht Hauff, Thieme-Verleger und Mitglied im siebenköpfigen Vorstand des Vereins, nahm jetzt Stellung zu der in unserer Zeitung veröffentlichen Gedankenskizze des Staatsministeriums für eine Brücke über die B14, die sich an einen Entwurf des Stuttgarter Architekten und Bauingenieurs Werner Sobek anlehnt. „Wir bewerten diesen Entwurf absolut positiv“, sagte Hauff unserer Zeitung. Die Idee für eine elegante Brücke, die Fußgänger vom Schlossplatz kommend einlädt, die Kultureinrichtungen jenseits der B14 zu besuchen, sei vor zwei Jahren im Kreis der Freunde der Staatsgalerie entstanden. „In der Folge haben wir Herrn Sobek um einen Entwurf gebeten. Das Ergebnis hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen“, betonte Hauff. Fasziniert sei man insbesondere von der Idee, „die Brücke selbst als Kunstwerk zu begreifen. Das ist städtebaulich sehr viel attraktiver als eine Ampellösung“, sagte Hauff weiter. „Die Brücke auf Höhe der Oper und der Musikhochschule ist dagegen als Kunstwerk ein echter Hingucker.“ Sie wäre auch ein starkes Signal für die Kulturverbundenheit von Stadt und Land. Anders als bei der derzeitigen Unterführung der Fall, ermögliche sie einen barrierefreien Übergang.

Langfristig für eine Tunnel- oder Boulevard-Lösung

Zur Kritik an den Brücken-Überlegungen, die zuletzt bei einer von Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) moderierten Veranstaltung im Wilhelmspalais laut geworden ist, sagte Hauff: Die Kritik wäre nachvollziehbar, wenn sich die Lösung der B14-Problematik in dem Bau einer Brücke erschöpfen würde. „Das tut es aus unserer Sicht aber nicht. Wir sind ausdrücklich für eine Tunnel- oder Boulevard-Lösung, falls dies verkehrstechnisch machbar ist.“ Da aber davon auszugehen sei, dass die Realisierung einer solch großen Lösung durchaus 10 bis 20 Jahre in Anspruch nehmen könne, setzten die Freunde der Staatsgalerie auf eine Brücke als kurzfristige Lösung. Sie könnte laut Hauff in einem Jahr stehen. Der Verein ist nach seiner Auskunft bereit, sich in einer Größenordnung von 500 000 Euro daran zu beteiligen. Zuvor hatte bereits das Land Geld in Aussicht gestellt.

Mit Blick auf zurückgehende Besucherzahlen drängen die Freunde der Staatsgalerie auf eine schnelle Lösung: „Wir müssen das Momentum nutzen, um eine Verbesserung der abschreckenden und nicht länger tragbaren Situation an der B14 zu erreichen“, sagte Hauff.

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