Die Bautätigkeit ist nicht mehr zu übersehen. Ende Juli hat die Stadt die Genehmigung für das SWSG-Vorhaben am Stöckach erteilt. Foto: Lichtgut//Leif Piechowski

Die SWSG investiert rund 30,5 Millionen in ein Stadtquartier mit 28 Wohnungen, Supermarkt, Stadtteilhaus und Kindertagesstätte. Im Anschluss wird auch der Platz umgestaltet.

Der Baubeginn ist nicht zu übersehen: Statt einer leeren Baugrube stehen an der Ecke Stöckachplatz/Hackstraße nun dreistöckige Baucontainer. Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) will bis Mitte 2025 auf dem Gelände der ehemaligen Hauswirtschaftlichen Schule rund 28 Wohnungen, ein Stadtteilhaus, Supermarkt und eine Kindertagesstätte bauen.

 

„Wir sind froh, dass es endlich losgehen konnte“, sagt die SWSG-Pressesprecherin Saskia Stachelski. Lange Zeit hatte sich das Verfahren für die Baugenehmigung bei der Stadtverwaltung hingezogen – wie bei so vielen Vorhaben in Stuttgart. Über Monate hinweg herrschte Stillstand. Die vielen Autofahrer und Nutzer der fünf Stadtbahnlinien, die täglich diesen Hauptverkehrsknotenpunkt passieren, stellten sich bereits die Frage, ob das Projekt analog zum Großprojekt der EnBW am Stöckach auf Eis gelegt wurde. Letzteres galt als eines der Leuchtturmprojekte für die Internationale Bauausstellung IBA ’27. Auf dem rund 60 000 Quadratmeter großen Areal zwischen Stöckach-, Schwarenberg-, Hack- und Heinrich-Baumann-Straße wollte das Energieunternehmen bis zu 800 Wohnungen realisieren. Angesichts der Kostensteigerungen im Baugewerbe zog die EnBW aber die Reißleine. Derzeit laufen Gespräche, ob und wie die Stadt eventuell in das Bauvorhaben einsteigen könnte. Es zeichnet sich aber bereits ab, dass das Land sich an den Kosten für den Kauf nicht beteiligen wird.

Baugenehmigung im Juli von der Stadt erteilt

Auf dem Gelände an der Hackstraße 2 beherrschen dafür bereits ein Kran sowie Bagger die Szenerie. Über eine große Rampe versorgen immer wieder große Kipplaster die Baustelle. Denn Ende Juli ging die Baugenehmigung ein. Die städtische SWSG investiert auf dem Areal, das sich vom Stöckachplatz hangaufwärts in Richtung Landhausstraße zieht, rund 30,5 Millionen Euro.

Direkte Fußverbindung von der Neckartal- zur Landhausstraße

Aus gestalterischer Sicht soll sich der Neubau in das bestehende Ensemble einfügen. Dabei gruppieren sich die vier unterschiedlich hohen Baukörper um einen gemeinsamen Innenhof als zentrale Fläche. Der Vorteil: Dadurch ist entgegen der früheren Bebauung die Frischluftschneise von der höher gelegenen Landhausstraße nicht mehr unterbrochen.

Im Erdgeschoss – unmittelbar am Stöckachplatz – ist ein Supermarkt vorgesehen. Von dort ist über eine großzügige Freitreppe der rund fünf Meter höher gelegene Innenhof erreichbar. Dort führen separate Eingänge zum neuen Stadtteil- und Familienzentrum, der Kindertagesstätte und den 28 Wohnungen, von denen gemäß dem Stuttgarter Innenstadtentwicklungsmodell die Hälfte gefördert wird.

Erst im Anschluss an das SWSG-Bauvorhaben, soll auch der Stöckachplatz ein neues Gesicht erhalten. „Wir wollen aber unmittelbar beginnen“, heißt es vom Stadtplanungsamt. Durch die neue direkte Fußverbindung über die Freitreppe sowie Emil-Kienle-Staffel zwischen Neckarstraße und Landhausstraße entsteht so auch eine Sichtachse zwischen Tal- und Höhenlage. Um Platz für weitere Bäume und somit mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen, werden die öffentlichen Parkplätze in die Tiefgarage des Neubaus verlegt, bleiben aber bestehen. Der Kiosk soll hingegen bestehen und mit einer öffentlichen Toilette an der Stadtbahn-Schnittstelle ausgestattet werden.

Bürgerbeteiligung für Umbau des Stöckach

Finanzielle Unterstützung – immerhin ein Zuschuss von 250 Euro pro Quadratmeter – kommt dabei von Bund und Land als Teilbereich des Sanierungsgebiets „Stuttgart 29 – Stöckach“. Ein Segen für die Stadt, denn aufgrund der Kostensteigerungen im Baugewerbe scheinen die bislang prognostizierten Finanzmittel von rund fünf Millionen Euro nicht zu halten sein. Derzeit wird ein Planungsentwurf von einem beauftragten Büro ausgearbeitet. Diese Entwürfe sollen dann noch im Herbst erneut bei einer Bürgerbeteiligung vorgestellt werden – für ein neues Gesicht am Stöckachplatz.